Angst vor Coronavirus

28. Januar 2020 16:48; Akt: 29.01.2020 09:20 Print

«Wir Flughafen-Mitarbeiter sind direkt an der Front»

Swissport-Mitarbeiter haben Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Wer sich an den Chef wendet, darf eine Maske tragen.

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Swissport-Mitarbeiter sind wütend. (Symbolbild) Weil weder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wegen des Coronavirus besondere Schutzmassnahmen für europäische und Schweizer Flughäfen ausrufen, verbot Swissport seinen Mitarbeitern das Tragen von Masken. In einer internen Mitteilung an die Belegschaft vom Freitag heisst es: «Aufgrund der Einschätzung der WHO und des BAG ist es momentan nicht erlaubt, im Passagierbereich mit Gesichtsschutzmasken zu arbeiten. Es gilt das Uniformen-Reglement, auch wenn Airlines aus dem asiatischen Bereich ihre Crews anhalten, eine Schutzmaske zu tragen.» (Symbolbild) Die Mitarbeiter machen ihrem Ärger ebenfalls intern in den Kommentaren unter der Mitteilung Luft. So schreibt ein Mitarbeiter: «Täglich werden neue Fälle in Europa bezüglich Coronavirus bekannt. Es verbreitet sich rasant, deshalb sollten wir auch schnell handeln. Dieses schrittweise Handeln ist hier nicht wirklich angebracht. Das Tragen von Schutzmasken sollte in der jetzigen Situation selbstverständlich sein.» (Symbolbild) Andere Mitarbeiter werfen Swissport vor, das Aussehen der Mitarbeiter vor deren Gesundheit zu stellen. So meint ein User etwa: «Die Nachricht, die so vermittelt wird, ist alles andere als schmeichelhaft: Ästhetik ist wichtiger als die Gesundheit oder gar Menschenleben.» (Symbolbild) Und einer der User meint ironisch: «Krass, das Tragen von Schutzmasken im Passagierdienst ist momentan nicht erlaubt. Super Bestimmung. Topleistung. Daumen hoch.» (Symbolbild) Und eine weitere fragt: «Wäre es nicht ein gangbarer Kompromiss, das Tragen von Masken zumindest bei Arrivals aus China / Hongkong zu erlauben?» Andere Mitarbeiter hingegen fordern, dass Swissport Desinfektionsmittel bereitstellt. (Symbolbild) Zu 20 Minuten sagt eine Swissport-Sprecherin am Montag: «Es herrscht kein absolutes Verbot. Swissport-Mitarbeitende im Passagierbereich, die Bedenken haben und eine Schutzmaske beim Abholen von Flügen aus China oder Asien tragen möchten, können sich an ihre Vorgesetzten wenden. Diese verteilen auf Nachfrage Schutzmasken und Desinfektionsmittel.» (Symbolbild)

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Swissport-Mitarbeiter sind wütend: Weil weder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wegen des Coronavirus besondere Schutzmassnahmen für europäische und Schweizer Flughäfen ausrufen, verbot Swissport seinen Mitarbeitern das Tragen von Masken.

In einer internen Mitteilung an die Belegschaft vom Freitag heisst es: «Aufgrund der Einschätzung der WHO und des BAG ist es momentan nicht erlaubt, im Passagierbereich mit Gesichtsschutzmasken zu arbeiten. Mitarbeitende, die das Tragen von Schutzmasken aus medizinischen Gründen beantragen möchten, sollen dies mit ihren Vorgesetzten besprechen.»

«Echt traurig, dass die Gesundheit der Mitarbeiter keine Rolle zu spielen scheint», sagt ein Mitarbeiter (24), der im Passagierbereich tätig ist. «Natürlich haben wir Angst, dass wir uns anstecken. Wir sind direkt an der Front. Jeder von uns kommt irgendwie mit Passagieren in Kontakt.» Auch seine Kollegen seien enttäuscht und wütend über den Beschluss.

Ästhetische Gründe?

Die Mitarbeiter machen ihrem Ärger ebenfalls intern in den Kommentaren unter der Mitteilung Luft. So schreibt ein Mitarbeiter: «Täglich werden neue Fälle in Europa bezüglich Coronavirus bekannt. Es verbreitet sich rasant, deshalb sollten wir auch schnell handeln. Dieses schrittweise Handeln ist hier nicht wirklich angebracht. Das Tragen von Schutzmasken sollte in der jetzigen Situation selbstverständlich sein.» Und ein anderer User schreibt ironisch: «Krass, das Tragen von Schutzmasken im Passagierdienst ist momentan nicht erlaubt. Super Bestimmung. Topleistung. Daumen hoch.»

Andere Mitarbeiter werfen Swissport vor, das Aussehen der Mitarbeiter vor deren Gesundheit zu stellen. So meint etwa ein Mitarbeiter: «Die Nachricht, die so vermittelt wird, ist alles andere als schmeichelhaft: Ästhetik ist wichtiger als die Gesundheit oder gar Menschenleben.»

Und eine Userin fragt: «Wäre es nicht ein gangbarer Kompromiss, das Tragen von Masken zumindest bei Arrivals aus China/Hongkong zu erlauben?» Andere Mitarbeiter hingegen fordern, dass Swissport Desinfektionsmittel bereitstellt.

«Wer Bedenken hat, darf eine Maske tragen»

Zwei Tage später veröffentlichte Swissport eine weitere Mitteilung an die Mitarbeiter. Darin heisst es: «Die Geschäftsleitung nimmt eure Bedenken ernst und der Gesundheitsschutz aller Mitarbeitenden hat oberste Priorität.» Swissport übernehme Verantwortung, indem sie laufend mit der zuständigen Behörde und dem Krisenstab in Kontakt sei und keine Panik verbreite.

Zu 20 Minuten sagt eine Swissport-Sprecherin: «Es herrscht kein absolutes Verbot. Swissport-Mitarbeitende im Passagierbereich, die Bedenken haben und eine Schutzmaske beim Empfangen von Flugzeugen aus China oder Asien tragen möchten, können sich an ihre Vorgesetzten wenden. Diese verteilen auf Nachfrage Schutzmasken und Desinfektionsmittel.» Bereits in der ersten Mitarbeiterinformation sei darauf hingewiesen worden. Die zweite Mitteilung sei eine Reaktion auf die vorherrschenden Ängste der Mitarbeitenden und auf die maskentragenden Passagiere, die zusätzliche Verunsicherung auslösen würden.

«Das notwendige Schutzmaterial steht bereit»

Auf den Vorwurf der Mitarbeiter, dass die Ästhetik für Swissport Vorrang habe, sagt die Sprecherin: «Swissport erbringt Dienstleistungen für 34 Fluggesellschaften am Flughafen Zürich und ist vertraglich verpflichtet, das vereinbarte Uniformenreglement, einzuhalten. Laut Uniformenreglement ist das Tragen von Schutzmasken bei akuter Gefährdungsgefahr und wenn von den zuständigen Landesbehörden empfohlen, vorgesehen.»

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit und dem Krisenstab des Flughafen Zürich AG werde die Lage laufend neu beurteilt. Swissport sei für eine akute Gefährdung gerüstet. Die Sprecherin: «Das notwendige Schutzmaterial steht bereit und kann im Notfall verteilt werden.»

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m. am 28.01.2020 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schützt unsere flughafen Angestellte

    es ist eine Schweinei, dass Mitarbeiter keine Masken tragen dürfen, wenn sie Flüge von China abfertigen müssen. dass ist mehr als grob fahrlässig, dass ist kriminell..

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  • Bud S. am 28.01.2020 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lasst sie wo sie im Moment sind

    Für mich ist es unverständliches das man jetzt die Staatsbürger aus den Gebiet ausfliegen will. damit verbreitet man bewusst und grob fahrlässig das Virus. die ausgeflogenen sollten sofort in Quarantäne bis zweifelsfrei geklärt ist das keine Gefahr von den Leuten ausgeht. es hat seinen Grund wieso China die Region abriegelt und wir widersetzen uns dem und holen sie her. Noch von allen guten Geistern verlassen?

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  • Werner aus Veltheim am 28.01.2020 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildfunktion

    Wo ist das Problem? Sollen doch die Herrschaften die sich hinter dem Reglement verstecken, einmal in der Woche an einem Tag an der Front arbeiten. Dann wird es sicher nicht lange gehen, bis Masken getragen werden dürfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Knicker am 29.01.2020 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heuchler

    und plötzlich knicken alle ein. Vor ein paar Tagen war die message vom Management der Swiss & Swissport noch ganz anders - anfangs wurde im scharfen Ton (intern) gesprochen und es sind schriftliche Warnungen raus gegangen das auf keinen Fall Masken getragen werden dürfen da dies unprofessionell aussieht (Echt jetzt?!) und nun kaum schnappen die Medien dieses Thema auf machen alle Manager einen auf "ohh unsere Mitatbeiter und deren Gesundheit sind uns ja so wichtig!" - heuchelei, hätten die Medien nicht darüber berichted dürften wir auch heute noch keine Masken tragen.. Diese Manager sollten alle selbst an der Front arbeiten und keine Masken tragen dürfen.. mal sehen wie denen das gefällt.

  • Fragesteller am 29.01.2020 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Was tun?

    Mitleid mit dem Personal haben oder Grenze zu und alle Bürger schützen?

  • CV am 29.01.2020 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verblödung

    Verblöden wir jetzt eigentlich alle? Maske hilft erstmal grad gar nicht, der Virus ist ein Witz verglichen mit der Grippe und an alle 10-30 jährigen: Solche Viren gab es zuhauf in den letzten 20 Jahren. Immer die gleiche Panik und am Ende ausser viel Umsatz in gewissen Bereichen, nur warme Luft. Chillts mal und wascht euch besser 5x am Tag die Hände.

  • Kiki am 29.01.2020 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Influenza (er)

    Hatte heute und gestern über 100 Chinesische Passagiere und deren Reisepässe in meiner Hand ohne Schutz. Hoffe nun das ich stabil bleibe und nicht was angesteckt bekommen habe. Grüsse vom ZRH

  • Anatoll S. am 29.01.2020 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist bei Krankheitsfall mit dem Versicherungsst

    Darf eine Maske tragen? Im Ernst? Im Sinne der Richtlinien und Arbeitssicherheit, ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Mitarbeitern Sorge zu tragen. Auch in so einer Situation. Hier sollte auch der Versicherungsstatus überprüft und bestenfalls angepasst werden. Denn was ist, wenn ein Mitarbeiter sich auf der Arbeit ansteckt? Das wäre kein Krankheitsfall, sondern ein Arbeitsthema.... In Spitälern ist das klar geregelt und über den HR Service geregelt. Wie sieht das für diese Mitarbeiter aus? Wie sind da die Reglungen?

    • Jumbo Jet am 29.01.2020 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anatoll S.

      Die Masken helfen bei diesem Virus rein gar nichts ..

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