Verspätungen am Flughafen

05. Juli 2019 12:27; Akt: 05.07.2019 12:27 Print

Fluglotsen melden sich nach Urteil krank

Das Urteil gegen einen Lotsen hat Auswirkungen auf den Flugverkehr in Zürich. An- und Abflüge verspäten sich um bis zu 30 Minuten.

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Der Entscheid des Bundesgerichts am Donnerstag, das einen Zürcher Lotsen wegen Störung des öffentlichen Verkehrs verurteilt hat, trifft die Angestellten der Flugsicherung ins Mark. «Ein gutes Dutzend» Lotsen hat sich am Freitag krank oder arbeitsunfähig gemeldet, wie Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigt. «Viele Lotsen sind aufgrund des Gerichtsentscheids aufgewühlt.»

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Normalerweise arbeiten 50 bis 70 Lotsen, um den 24-Stunden-Betrieb aufrecht zu erhalten. Zudem halten sich jeweils fünf bis zehn Personen bereit, um bei Bedarf einzuspringen. Aber für den heutigen Tag reicht dies gemäss Barrosa nicht.

Auch weniger Überflüge über die Schweiz

Wegen des Personalmangels hat Skyguide die Kapazität verringert: in der Luft um 25 Prozent, im An- und Abflugverfahren in Kloten um 10 Prozent. Das bedeutet weniger Überflüge über die Schweiz und Verspätungen am Flughafen Zürich.

Derzeit beträgt die durchschnittliche Verspätung für Starts und Landungen 15 bis 30 Minuten, sagt Flughafensprecherin Jasmin Bodmer. Die Verspätungen seien aber nicht nur die Folge der Skyguide-Massnahmen. Die Flugrouten sind zu Beginn der Ferienzeit in ganz Europa überlastet.

Laut Skyguide wird das derzeitige Regime den ganzen Tag beibehalten und auch am Wochenende. «Es geht darum, Druck aus dem System zu nehmen und um Sicherheit.» Das Regime kann sich aber noch ändern. Am Nachmittag findet die nächste Lage-Analyse statt. Auch in Genf wurde die Kapazität reduziert. Zahlen werden da keine kommuniziert.

(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flug/Lotse am 05.07.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Meine volle Unterstützung!

    Deshalb konnte ich heute bis 7 Uhr ausschlafen und hatte nicht schon um 6.30 Uhr den ersten Flieger über dem Haus. Coole Fluglotsen, sie machen dies genau richtig. Wenn jeder Angestellte, welche am Arbeitsort ein Fehler macht, vor Gericht gezogen und verurteilt würde, wären die Arbeitsplätze leer. Hoffe, die Fluglotsen sind noch ein paar Tage krank, hoffentlich noch ein paar Kollegen mehr. Meine Unterstützung haben sie voll und ganz!

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  • W. Meier am 05.07.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manchmal zweifle ich an den Richtern.

    Nach dem Gerichtsurteil müsste jeder eingesperrt werden. Ist ja nichts passiert. Jeden Tag gibt es tausende fasst Zusammenstösse auf der Strasse, und wo sind da die Richter. Ist ja niemand zu Schaden gekommen.

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  • ATCO am 05.07.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Sehr gute Entscheidung der Skyguide! Weiter so!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Fürst am 06.07.2019 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Störung des Öffentlichen Verkehrs?

    Störung des Öffentlichen Verkehrs ist ein reines Vorsatzdelikt. Es darf stark bezweifelt werden, dass Fluglotsen wegen Störung des Öffentlichen Verkehrs belangt werden können bzw. sollten. Sie bieten ihre Dienste jeweils auf einer "Best Effort" Basis an, gleich wie Ärzte. Ärzte werden schliesslich auch nicht wegen Schwerer Körperverletzung oder Störung der Totenruhe belangt.

  • SiFa am 06.07.2019 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz der Richter

    Das Gericht macht hier ein System kaputt, welches eigentlich in jedem Betrieb so toll funktionieren sollte. Wir sprechen hier von dem Festhalten von Beinahe-Ereignissen, aus welchen eigentlich die besten Lehren gezogen werden könnten. Fehler kommen ans Licht und können korrigiert werden ohne dass wirklich ein Unfall passiert ist. Anscheinend wollen die Richter lieber einen Crash mehr als dass der Betrieb intern sich selber verbessern kann.

    • hummel am 06.07.2019 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SiFa

      ich würde dem Richter meine Meinung kund tun :" setz di hi und machs besser." hab grad festgestellt , dass ich krank bin. ob's in zukunft wohl noch immer fluglotsen , wie sand am meer gibt ? vor allem zuverlässige ? ich zweifle daran.

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  • Heidi Heidnisch am 06.07.2019 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versntwortung

    Ärzte die tödliche Kunstfehler begehen, werden höchst selten verurteilt. Oder die, die ganz einfach unnötige Medikamente, Untersuchungen und Behandlungen bis hin zu Operationen zur Umsatzoptimierung verschreiben, werden eigentlich nie verurteilt. Aber dieser Fluglotse schon? Wo bleibt denn da die verfassungsmässig garantierte Rechtsgleichheit?

  • Paul Meier am 05.07.2019 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aus Fehlern lernen

    so wird die eigen Anzeige zur Farce , aus jedem Fehler etwas zu lernen, das wäre das Ziel , das wissen des Fehlers zu erklären ,damit so etwas nicht mehr passiert, das währe das Ziel dieses Instruments, aber wieder mal sprechen Layen welche von dieser Hochkomplexen Materie keine Ahnung haben ein Urteil welches Unsicherheit und Angst verbreitet und das im Sicherheitsrelevanten Aufgabengebiet. es gibt Berufe welche nicht so viele Fehler verzeihen, bis es zu einem Unglück führt ,denn niemand macht einen Fehler zum Spass denn jeder hat ein Verantwortungsgefühl und ist sich der Verantwortung bewusst .

  • 101st am 05.07.2019 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solidarisch

    Fluglotsen, ihr habt auch meine Solidarität!