Dittingen

26. August 2015 17:36; Akt: 27.08.2015 00:01 Print

Formationsflüge werden nach Absturz gestrichen

Nach dem tödlichen Unglück an den Dittinger Flugtagen finden an zwei weiteren Flugmeetings in den nächsten Wochen keine Formationsflüge privater Flugstaffeln statt.

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat sich mit den Veranstaltern von zwei Flugshows geeinigt, auf die geplanten Formationsflüge zu verzichten. Betroffen sind das Flugplatzfest in St. Stephan BE im Obersimmental vom kommenden Samstag und die «Flügerchilbi» vom 6. September in Langenthal BE. Dies sagte BAZL-Mediensprecher Urs Holderegger. Konkret im Programm vorgesehen waren solche Formationsflüge allerdings nur in Langenthal.

Der Flugunfall in Dittingen hatte sich während eines Formationsflugs der deutschen Staffel «Grasshoppers» zugetragen. Laut Holderegger hat das Bazl daher eine Absprache mit den Organisatoren der zwei kommenden Meetings getroffen, dass keine solchen Flüge stattfinden sollen.

Eine Rolle spiele dabei auch die Pietät, wie der BAZL-Sprecher in der Online-Ausgabe der «Basellandschaftlichen Zeitung» zitiert wird: So kurz nach dem Unglück in Dittingen wolle man nicht wieder ähnliche Programme fliegen.

Untersuchungsbericht abwarten

Die zwei Flugveranstaltungen im Kanton Bern sind die letzten des laufenden Jahres. Weitere Massnahmen über die beiden Veranstaltungen hinaus seien derzeit keine vorgesehen. Zuerst soll der Untersuchungsbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUST) abgewartet werden. Dann werde man das Thema weiter verfolgen.

Der nun temporär geltende Verzicht auf Formationsflüge gilt laut Holderegger zudem ausschliesslich für private Fliegerstaffeln. Militärische Flugformationen wie die Patrouille Suisse oder das PC-7-Team unterstünden hingegen nicht der Aufsicht durch das Bazl.

Pro Jahr finden in der Schweiz 20 bis 30 Flugveranstaltungen unterschiedlicher Grösse statt. In den letzten 30 Jahren habe es an solchen Flugshows rund ein Dutzend Vorfälle gegeben, aber nur sehr wenige mit Todesfolge, sagte Holderegger. Nie davon betroffen gewesen seien Zuschauer oder andere Unbeteiligte.

Verunglückte Staffel überprüft

An den Flugtagen in Dittingen BL ist am Sonntag ein 50-jähriger Pilot ums Leben gekommen: Zwei Ultraleichtfugzeuge der «Grasshoppers» waren während eines Formationsflugs abgestürzt, eines von ihnen mitten auf einen Schopf im Dorf. Das Bazl hatte die Show der Staffel zuvor überprüft und keinen Grund zu Beanstandungen gesehen.

(slw/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flieger am 26.08.2015 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    des Guten zu viel

    super BAZL, einmal mehr ein Verbot. Geht mal rüber ins Büro des Strassenverkehrs (ist ja im gleichen Dept) und sagt denen dass seit dem letzten Unfall wegen überholens nicht mehr überhohlt werden darf. Ist es nicht möglich einfach den Unfall als solches hinzunehmen? Wie wäre es wenn ihr Leute im BAZL euch etwas mehr mit eurer Materie auseinander setzen würdet als einfach mal wieder Verboterlis zu spielen?

  • Sepp Hengst am 26.08.2015 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Stop?

    Es ist schlimm was da passiert ist. Jedoch finde ich die Reaktion schlecht. Man sollte das als Unfall ansehen und verstehen, dass es tragisch ist was passiert ist. Wenn man jetzt wieder alles stoppen will in diesem Bereich finde ich das nicht ok. Die Formationsflüge sind gefährlicher, als wenn man nur Zuhause im Bett liegt, jedoch müsste man dann das Auto fahren verbieten usw. Ich finde die welche fliegen wollen und diejenigen die soetwas sehen wollen sollen das tun können , denn es ist wirklich toll. Man sollte einfach alles unter Sicherheitsmaßnahmen durchführen die normal sind.

  • Dario Vignola am 26.08.2015 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Unverhältnismässig

    Komische Reaktion, andere Piloten an anderen Flugshows werden bestraft. Ohne das jemals etwas passiert wäre. Etwa gleich komisch wie Flugshows ganz zu verbieten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Auch Flieger am 27.08.2015 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte ganzen Artikel lesen

    Liebe User Flieger oder Sepp Hengst Lest doch bitte zuerst mal den ganzen Artikel, bevor ihr in die Tasten haut. Das BAZL hat in Absprache mit den Organisatoren entschieden, dass in Langenthal auf private Formationsflüge verzichtet wird. Dies wird von den Organisatoren begrüsst. Von einem Verbot ist nicht die Rede.

  • Benjamin E. am 27.08.2015 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flugshow sicherer machen, nicht verbieten

    Das Gefährliche bei dem Formationsflug der Grasshoppers war auch, dass sie diese mit Ultraleichtflugzeugen, die nur etwa 400-500kg wiegen, gemacht wurden. Wenn da ein kleiner Windstoss kommt, reisst er das ganze Flugzeug mit. Auf den Unfallfotos sind keine Verstellungen des Höhenruders erkennbar, was WAHRSCHEINLICH auf ein Einwirken des Windes deutet... Ausserdem ist es immer gefährlich an einer Flugshow. Man sollte sich eher darauf konzentrieren es sicherer für Unbeteiligte/Zuschauer zu machen. Unfälle können nicht verhindert werden, man kann aber den Schaden so klein wie möglich halten.

  • Flugzeugfan am 27.08.2015 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbot ?

    Warum wird das jetzt Verboten, was kann eine andere Flugshow dafür, ein Verbot auszusprechen ist völlig daneben. Bezahlt mir das BAZL nun das Zugbillet, für die Flugshow den ohne Formationsflug ist es nur eine halbe Flugshow.

  • Olintruder am 27.08.2015 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verboten zu Leben

    Warum nicht gleich das Bergwandern verbieten? Da kommen auch jedes Jahr Menschen zu Tode... Tragisch ist so ein Unfall immer, aber das Leben ist nun mal Lebensgefährlich.

  • Felix E. am 26.08.2015 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich schäme mich

    Diese gesellschaft geht zu Grunde. Wir werden bevormundet und verhätschelt. Unsere Kinder werden selbst keine Erfahrungen sammeln können da alles schon verboten sein wird. Kein Wunder wird die Schweiz nirgends ernst genommen...