50-Franken-Schritte

14. März 2019 11:16; Akt: 14.03.2019 11:26 Print

Linke laufen Sturm gegen höhere Franchisen

Die Franchisen sollen künftig mit den Gesundheitskosten steigen. Linke und Konsumentenschützer kündigen ein Referendum an.

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Schon im kommenden Jahr könnte sich der Selbstbehalt bei Krankenkassen für Erwachsene um 50 Franken erhöhen. Der Nationalrat hat sich am Donnerstag mit letzten Differenzen zum Ständerat befasst. Damit ist das Gesetz bereit für die Schlussabstimmung. Es sieht vor, dass Franchisen künftig der Entwicklung der Gesundheitskosten folgen sollen.

Sobald die Kosten pro Person 13-mal höher liegen als die ordentliche Franchise, müssen alle Erwachsenen-Franchisen um 50 Franken angehoben werden. Das ist nächstes Mal bei Bruttokosten von 3900 Franken der Fall. Der Bundesrat geht davon aus, dass 2020 eine Erhöhung fällig ist, danach voraussichtlich alle vier Jahre.

Der Mechanismus soll dazu beitragen, das Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu bremsen. Die bürgerliche Mehrheit des Nationalrats hofft, dass sich die Versicherten wegen der höheren Franchise zweimal überlegen, ob ein Arztbesuch wirklich nötig ist. Die Standard-Franchise lag 1996 bei 150 Franken und wurde 1998 sowie 2004 auf 230 respektive 300 Franken erhöht.

Referendum in den Startlöchern

Gegen die Erhöhung der Franchisen regt sich nun Widerstand. Eine Allianz aus SP, Grünen und Konsumentenschützern kündigt in einer Mitteilung das Referendum an. «Der Einfluss der Krankenkassen-Lobby auf das bürgerlich dominierte Parlament ist berüchtigt. Heute hat sich wieder einmal gezeigt, wer die Leidtragenden sind: die Patientinnen und Patienten», schreibt die Allianz.

Bereits heute müssten die Patientinnen und Patienten in der Schweiz mehr an die Behandlung bezahlen als sonst irgendwo in Europa. «Die Folge: Immer mehr Menschen lassen sich nicht ärztlich behandeln, weil sie die Kosten nicht tragen können.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trissla am 14.03.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    K.K

    Es braucht keine 80zig Krankenkassen in der Schweiz!?

  • jk am 14.03.2019 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweiklassenmedizin

    Und wieder einmal profitieren jene die Geld haben. Wir haben bereits eine 2-Klassenmedizin und somit wird sich dieses Problem noch mehr verschärfen und jene die kein/wenig Geld haben vermögen keine Arztbesuche mehr. Dank dem Lobbyismus!

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  • Arme Siech am 14.03.2019 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf dem Buckel der Armen sparen

    Ist schlicht verwerflich!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chüngeli am 14.03.2019 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Einheitskasse

    Mit der Einheitskasse würden wir inzwischen doppelt bis dreimal soviel zahlen. Mit dem Obligatorium kam der erste grosse Kostenschub, aber keine Lösung. Nur unser Parlament ist absolut nicht Willens das Übel an der Wurzel zu bekämpfen. Wie wäre es mit einem Bagatellkatalog? Alle darin aufgeführten Positionen zahlt der Patient. Außerdem muss die Pharmaindustrie ihre Preise in der Schweiz dem Niveau des billigsten Landes weltweit anpassen. Es kann ja nicht sein, dass wir doppelt soviel zahlen wie EU-Bürger. Damit würden wir viel Geld sparen.

  • Gino am 14.03.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KK

    Wäre die KK. billiger so das jeder bezahlen könnte hätten wir wahrscheinlich weniger Probleme

  • Thomas.D am 14.03.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht in den Streik!

    Lasst uns alles zusammen in den Streik nur so werden die horchen. Wenn das Geld aufhört zu fliessen.

  • MIMINO am 14.03.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht unkonventionelle Lösung

    Liebe Leser, bald sind die Wahlen, überlegt zweimal wen ihr wählt. Wobei beim Thema KK hat keine Partei wirklich eine gute griffige Lösung. Zu viele Interessenkonflikte. Es muss fast eine unabhängige (aber wirklich unabhängige) Organisation an der Lösung arbeiten und sie dem Volk präsentieren. Und dann soll Abstimmung kommen. Ansonsten sind wir auch in 20 Jahren immer noch beim Diskutieren

  • komA am 14.03.2019 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Die grosse Mehrheit der Kommentarschreiber jammert wie immer....und wählt im Herbst wieder bürgerlich, ebenfalls wie immer, oder sie wählt gar nicht. Offenbar übersteigt es den Horizont ziemlich vieler Leute, dass jene Parteien, die Sozialabbau propagieren, immer wieder betonen, dass sie wirtschaftsfreundlich sind und das so schön klingende Wörtchen "Selbstverantwortung" auf ihre Fahne geschrieben haben, vor allem das Recht des Stärkeren fördern, und mit "stärker" sind jene gemeint, die ein grosses Vermögen angehäuft haben. Nachdenken und sich informieren hilft!