Kanton Waadt

31. Juli 2018 10:01; Akt: 31.07.2018 12:14 Print

Frau entlassen, weil sie Hoden nicht waxen wollte

Die Inhaberin eines Kosmetiksalons im Kanton Waadt und ihre Angestellte sind sich in die Haare geraten. Streitpunkt: Genital-Enthaarung.

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Patricia* hat einen Brief der Arbeitslosenkasse erhalten. Darin wird sie aufgefordert, die genauen Umstände zu erklären, die zum Verlust ihrer Stelle geführt haben. Ihre einstige Arbeitgeberin hatte die Kündigung nämlich mit der folgenden Aussage begründet: «Sie weigerte sich, Männer zu enthaaren.»

Patricia fürchtet nun, dass ihr die Arbeitslosengelder gekürzt oder gar gestrichen werden. Das Gesetz sieht nämlich vor, Arbeitnehmer, die ihren Job aus eigenem Verschulden verlieren, zu sanktionieren. Also wehrt sie sich: «Es ist falsch zu sagen, dass ich mich weigere, Männer zu enthaaren», protestiert Patricia. «Wegen meines Schamgefühls und aus Hygienegründen möchte ich aber die Hoden von Männern nicht anfassen.»

Die 40-Jährige gab ihrer Arbeitgeberin an, damit keine Erfahrung zu haben und sich dabei nicht wohlzufühlen. Auch auf der Website des Kosmetikstudios sei die Genital-Enthaarung in den Dienstleistungen aufgeführt.

«Nicht angebracht, dies zu verlangen»

Françoise Favre, Assistenzleiterin des kantonalen Arbeitsamts Waadt, kann sich zu dem Fall nicht im Detail äussern. «Es wurde diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen», sagt sie.

«Aus persönlicher Sicht scheint es mir nicht angebracht zu sein, so etwas zu verlangen, vor allem wenn es sich um keine in einem Beruf übliche Praxis handelt.» Favre betont, dass sich das Arbeitslosenamt nicht in erster Linie um Sanktionen, sondern um die Wiedereingliederung der Stellensuchenden bemüht.


*Name der Redaktion bekannt.

(fnt/kat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Evi am 31.07.2018 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dienst am Kunden?

    Dann soll doch die Chefin diese Kunden übernehmen, wenn für sie so etwas als normale Dienstleistung angesehen wird. Das gilt halt nicht für jedermann.

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  • Chuck Norris am 31.07.2018 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Auuutsch !

    Wer kommt auf die Idee die Hoden waxen zu lassen ???

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  • Roger (30) am 31.07.2018 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ultraschall

    Ich hatte vor ein paar Jahren eine Ultraschall-Untersuchung meines Sackes. Das war selbst für mich als Patient unangenehm. Geschweige denn für den Arzt/Ärztin. Also ich verstehe Patricia. Zumal auch nicht alle Hodensäcke wirkliche Ausstellungsobjekte sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • WaleLi am 08.08.2018 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst rasieren

    Meinen Hodensack waxen zu lassen, käme mir nie in den Sinn, den rasiere ich mir selbst mit dem elektrischen Körperhaarentferner. Während der heissen Jahreszeit geht es am besten, wenn man den schlaffen Hodensack mit einem Eiswürfel kühlt, so zieht er sich zusammen und kann ohne große Verletzungsgefahr rasiert werden.

  • Renate am 01.08.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wäh

    Pfui nochmals.. irgendwann ist die Schamgrenze des Erträglichen doch wohl erreicht, möchte man denken, - aber nein, es kommt dann meist noch schlimmer! Ich verstehe die Dame, sowas ist doch des Ekels Spitze! Gehört absolut nicht in die Öffentlichkeit! Sowas gehört wirklich privat. Naja Exibisten gibts überall...

  • Alessandra Giovannini am 01.08.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind wir da

    Kann doch seine Eggs selber enthaaren Bitteschön

  • Julio Shim am 01.08.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Difficult

    Habe mal erlebt da ging es nur um Rückenenthaarung, da wurde bereits diskutiert wer dies macht. Die Hoden, die Frau verlangt es oder der Beruf verlangt dies. Nujo selbst ist der Mann der dies selber macht.

  • m. von kohlen und reibach am 01.08.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebracht

    Wenn sie in einem solchen Studio arbeitet und diese Behandlung angeboten wird, dann ist es ok wenn sie die Stelle verliert. Kann ja nicht sein, dass sich jeder Mitarbeiter aussucht welche Arbeiten er macht und welche nicht. Warum sich das jemand antut, spielt dabei keine Rolle

    • Lorenz am 01.08.2018 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Auch ausgebildet und fähig?

      Anscheinend hat die Angestellte schon geraume Zeit im Studio gearbeitet, bevor es zum Zwischenfall gekommen ist, sonst hätte sie ja gar nicht Anrecht auf Arbeitslosenentschädigung und sie ist für diese Arbeit auch gar nicht geeignet, denn wie von verschiedenen Kommentierenden bestätigt wird, braucht es dazu Spezialausbildung.

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