Genf

29. April 2019 21:52; Akt: 29.04.2019 21:52 Print

«Behördenfehler macht mich zu einem Geist»

Wegen eines falschen Stempels glauben die Genfer Behörden, dass Iris die Schweiz verlassen habe. Doch das stimmt nicht. Die Frau kämpft nun gegen bürokratische Hürden.

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Iris* lebt und arbeitet seit 19 Jahren in der Schweiz. Die 37-jährige Brasilianerin wohnt in Genf und hat eine Aufenthaltsbewilligung Typ C. Sie erhält jedoch keine Familienzulagen, Unterhaltsleistungen und ist auch sonst nicht versichert. Das Problem: Die Behörden behaupten, dass sie 2016 die Schweiz bereits verlassen habe.

Grund dafür ist ein falsch gesetzter Stempel bei ihrem Umzug in den Kanton Bern. Anstelle des Kantonswechsels wurde ihr der Umzug ins Ausland bescheinigt. Ende 2018 kehrte sie nach Genf zurück und wollte sich beim Fonds für Selbstständige registrieren lassen, doch man sagte ihr, dass sie laut System bereits das Land verlassen habe.

Sie wurde gebeten, ihren Wohnsitz in Genf zu bestätigen, doch das zuständige Amt für Bevölkerung und Migration reagierte nicht auf ihre Schreiben. Diese datieren vom 30. Juli, 21. August, 20. September 2018, 19. Februar und 15. April 2019.

Mittlerweile hat sich Iris einen Anwalt besorgt. Dieser hält die Situation für «inakzeptabel». Iris lässt sich von allem nicht unterkriegen. Sie sagt: Die Behördenfehler machen «mich und meine Kinder zu Geistern».

*Name geändert

(fss)