Erster Schweizer Verdachtsfall

23. September 2019 21:01; Akt: 23.09.2019 21:01 Print

Frau leidet nach E-Zigis an Lungenproblemen

Die Zahl der Erkrankungen nach dem Konsum von E-Zigaretten in den USA steigt immer weiter an. Nun vermuten Lungenärzte einen ersten Fall in der Schweiz.

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Zurzeit sind in den USA rund 900 Fälle dokumentiert, in denen Menschen im Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten lungenkrank geworden sind. Sie alle hatten zuvor E-Zigaretten konsumiert. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. Acht Menschen verstarben in der Folge sogar. Trotzdem ist bislang unklar, was genau die Gesundheitsprobleme auslöst. Doch nun scheint es eine erste heisse Spur zu geben. Laut der «Washington Post» haben Untersuchungen der gerauchten Liquids einen Stoff in den Fokus gerückt ... (Im Bild: einige der untersuchten Liquids) ... der die Atemwegserkrankungen auslösen könnte: Vitamin-E-Öl. Die Ermittler hätten den Stoff in Proben von Cannabisprodukten gefunden, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt. Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor. Doch der Stoff kann wegen seiner molekularen Struktur beim Einatmen gefährlich werden. Es ist nicht das erste Mal, dass über die Gefährlichkeit des E-Zigi-Konsums diskutiert wird. Studien zeigten, dass beim Verdampfen unter anderem freie Radikale und potenziell schädliche Chemikalien entstehen, die Entzündungen der Schleimhäute fördern und die DNA-Reparatur in den Zellen hemmen können. Derart erhöht sich auch das Krebsrisiko. Eine Arbeit von Stanford-Forschern zeigte ausserdem, dass auch die Auswahl des Aromas einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Konkret wird die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen erhöht und das Zellwachstum beeinträchtigt, was zum Zelltod führen kann. Wie schwerwiegend die Folgen waren, hing stark vom Aroma ab. Als besonders schädlich entpuppten sich die Liquids mit Menthol- und Zimtaroma. Sie reduzierten die Überlebensrate der Zellen am deutlichsten, formulieren die Forscher. Laut den Wissenschaftlern zeigt die im «Journal of the American College of Cardiology» erschienene Studie deutlich, dass E-Zigis keine sichere Alternative zum Tabakrauchen darstellen. Konkret habe sich gezeigt, dass die Liquids Veränderungen bewirken ... ... die stark an jene erinnern, die während der Entwicklung von Gefässkrankheiten auftreten. Das ist angesichts der steigenden Nutzerzahlen – vor allem bei jungen Personen – beunruhigend. Sucht Schweiz hat für die im März 2019 vorgestellten Zahlen über 11'000 Schüler im ganzen Land befragt. Dabei zeigte sich, dass Dampfen bei den 15-Jährigen weit verbreitet ist. Eine weitere aktuelle Studie aus den USA zeigt zudem: 32 Prozent der College-Studenten besitzen eine E-Zigarette, und 50 Prozent haben schon beobachtet, wie andere in der Vorlesung oder in der Bibliothek gedampft haben.

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Über 900 Fälle von schweren Lungenschäden sind in den USA bekannt, die mutmasslich mit dem Konsum von E-Zigaretten im Zusammenhang stehen. Nun ist ein erster Fall in der Schweiz aufgetaucht, wie SRF berichtet.

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Rauchen Sie E-Zigaretten?

Bei der erkrankten Patientin handelt es sich um eine 44-jährige Frau, die im Januar 2019 mit schweren Atemproblemen notfallmässig ins Kantonsspital Winterthur eingewiesen wurde. Die Frau rauchte E-Zigaretten.

Befunde stimmen überein

Sie habe bei kleinster Belastung schwere Atemnot, Auswurf und eine sehr, sehr schlechte Lungenfunktion gehabt, so der behandelnde Lungenarzt. Man habe allerdings ein sehr frühes Stadium erwischt und den Auslöser stoppen können. Eine «dramatische Weiterentwicklung» habe so verhindert werden können.

Wie der Arzt laut Bericht weiter sagte, stimmen die Befunde mit den Fällen in den USA überein – die Patientin erfülle die meisten Kriterien.

Offiziell bestätigt, wie in den USA, ist der Fall in der Schweiz allerdings nicht. Zudem gibt es hierzulande kein Register, in dem Verdachtsfälle registriert werden. Wie SRF schreibt, fordern Schweizer Lungenärzte nun ein solches Register.

Aromastoffe unter Verdacht

Welche Inhaltsstoffe in der E-Zigarette für Schäden sorgen, ist bislang unklar. Die Schweizer Patientin rauchte ein nikotinfreies Produkt mit Aromastoffen aus dem regulären Schweizer Handel.

Auch wenn gewisse Aromastoffe unter Verdacht stehen, Ursache für Lungenschäden zu sein: In den USA stehen vorwiegend privat hergestellte cannabishaltige Öle im Fokus der Untersuchungen.

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yannick Huber am 23.09.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    medien..b

    kam nicht erst von einiger Zeit in den Medien, dass alle auf E-Zigi umsteigen sollen wegen weniger Schadstoffe und weils gesünder ist....? merkt Ihr etwas?

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  • Das am 23.09.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache

    Wie immer,die anderen schuld sind! Nur nicht die Sucht Haufen? Habe einst bis drei Päckli geraucht! Seit über 20 Jahren rauchfrei! Nach dem Motto wo ein Wille ist,ist auch ein Weg?

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  • Rafi am 23.09.2019 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ex-Raucherin?

    Wäre noch interessant zu Wissen, wie lange sie Tabak geraucht hat, bevor sie umgestiegen ist. Übrigens gibt es Menschen, vorallem Asthmatiker, die auf PG allergisch sind und deshalb VG lastige Liquids dampfen sollten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • loris am 24.09.2019 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lunge am A

    vor genau 3 jahren umgestiegen aufs dampfen für einige monate.... die einzigen vorteile: geruch von kleidung usw und konnte mit rauchen aufhören, jedoch auf kosten von besuche beim lungenexperten. jeder wie er möchte, ich kann das dampfen aber niemanden empfehlen, ausser es wird ein symbicort liquid geben mit aroma ^^

  • J. A. am 24.09.2019 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzatmigkeit & plötzliches Asthma

    Ich bin von 1 Päckchen Zigaretten aufs Dampfen umgestiegen. Nach 1 Jahr intensiven dampfens, bekam ich plötzlich Kurzatmigkeit. Kurz darauf starke Asthmaanfälle. Es war sehr beängstigend. Ich stoppte sofort das Dampfen (machte somit einen kalten Entzug) und das Asthma wurde vom HA medikamentös behandelt. Nach etwa 3 Monaten waren die Beschwerden weg. Aber ich bin mir sicher, es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Dampfen und den plötzlichen Lungenproblemen. Ich dampfte süsse Liquids mit Milch und Bäckerei Aromen.

    • Damian am 24.09.2019 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      Das gleiche

      Hattest du ev. Schwellungen im Gesicht? Dann passt es auch zu mir. Seit dem stopp vibriert meine lunge beim atmen und ich huste trocken und habe einen räusperzwang.

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  • Junge am 24.09.2019 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    angstmacherei

    laut SRF handelt es sich um eine 44 jährige asthmatische Patientin... also wenn man als Asthmatiker raucht, dann verwundert so was doch nicht

  • Stefanie am 24.09.2019 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso tut Ihr Euch das an

    Wieso nur tut Ihr Euch das an liebe Raucher ? Wieso nur ? Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Es kostet sehr viel Geld (lustigerweise haben Leute mit Geldnot immer welches für Zigis), stinkt und ist schlecht für die Gesundheit. Ausserdem sponsert Ihr noch die Milliardenschwere Zigimaffia. 4 Nachteile. Wieso nur bezahlt man für so was, das nur Nachteile bietet ? Um dazuzugehören ? Das wird mir echt ein Rätsel bleiben

  • Dampfhirsch am 24.09.2019 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hetzkampagnen gegen E-Zigarette!

    Alle weiteren Stellungnahmen sind sinnfrei, bis der Presse die Luft und die Lust ausgeht. Verschiesst das Pulver bis keines mehr da ist bitte. Es gibt viele Studien und auch welche über drei Jahre die besagen, dass E-Zigaretten 95% weniger schädlich sind als Pyros. Diese werden aber nicht zitiert. Seit über 10 Jahren wird gedampft. Kein einziger Fall mit gesundheitlichen Problemen war bekannt. Jetzt, wo in USA Strassendrogen mit Konsequenzen verdampft wurden, ist die E-Zigarette schuld... Wenn ich Arsen im Wasserkocher erhitze und trinke, ist dann auch der Wasserkocher schuld? Unglaublich...