Arbeit mit Toten

12. Oktober 2014 21:56; Akt: 13.10.2014 10:52 Print

Frauen entdecken den Beruf der Bestatterin

von Lorenz von Meiss - Der Lehrgang zum Bestatter ist bei Frauen hoch im Kurs. Der persönliche Umgang mit dem Tod wird im Privatleben oft vernachlässigt.

Vier von fünf Teilnehmern waren im Lehrgang zum Bestatter weiblich. (Video: Lorenz von Meiss)
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In Helgisried bei Bern unterrichtet Beni Hochuli den zweitägigen Lehrgang für zukünftige Bestatter. Bei der letzten Durchführung des Kurses waren vier von fünf Absolventen weiblich. Auch wenn nicht jede Kursteilnehmerin zwangsläufig Bestatterin wird, ist das Interesse von Frauen zum Thema Tod und Bestattung steigend. «Frauen gehen im allgemeinen viel feinfühliger mit dem Thema Tod und der Betreuung der Trauernden um», sagt Hochuli.

Grund für das zunehmend weibliche Interesse am Berufsbild des Bestatters ist laut Hochuli, dass es Frauen im Privatleben oftmals schwierig fällt, sich zufriedenstellend mit Themen wie Tod und wie man damit umzugehen hat, auseinanderzusetzen. «Die Frauen, die bei mir den Lehrgang zur Bestatterin machen, finden privat oft nicht die Antworten zum Thema Tod, die sie suchen», so Hochuli weiter.

Die grosse Angst

Für Kursteilnehmerin Adriana Etter war der Beruf des Bestatters jahrelang mit beängstigenden Gefühlen verbunden. Als sich in ihrem familiären Umfeld mehrere Todesfälle ereignet haben, fürchtete sie sich stets vor dem Mann mit dem grossen Leichenwagen: «Immer als der Bestatter zu uns nach Hause kam, überkam mich die Angst. Jahrelang musste ich wegschauen, als ich den Leichenwagen bei uns vorbeifahren sah», sagt Adriana Etter.

Kursleiter Hochuli zeigt den Teilnehmern verschiedenste Abbildungen von toten Menschen, um die Realität des Berufes des Bestatters aufzuzeigen und sie mit den verschiedenen Gesichtern des Todes zu konfrontieren. «Ich möchte in meinem Kurs verschiedenste Seiten des Todes aufzeigen, die in den Nachrichten niemals gezeigt werden», erklärt Hochuli weiter.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nora T. am 13.10.2014 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Super Erfahrung gemacht

    Ich (w,20) habe einen Freund nach dem Suizid in einem fürchterlichen Zustand aufgefunden. Die Bestatterin übernahm nicht nur den Toten, sie half auch mir so gut es ging. Da ich nervlich total am Ende war, brachte sie mich in eine Psychiatrisches Notfallzentrum. Ich habe dort Schlussendlich 2 Monate verbracht. Die Bestatterin hat stets angerufen, hat mich für die Beerdigung abgeholt, und mich auch nach dem Aufenthalt dort noch besucht. Ich bin ihr bis heute unendlich dankbar für all die Arbeit, welche sie in ihrer Freizeit auf sich genommen hat. Es hat mein Leben besser gemacht.

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  • C. am 12.10.2014 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Sicher nicht ein einfacher Beruf und doch so wichtig. Ich selber bin Pflegefachfrau und habe schon viele Patienten in Anwesenheit deren Angerörigen in den Tod begleitet. Nach dem der Tod eingetretten ist, bereiten wir die Patienten möglichst schön zurecht, doch ich bin froh, dass die Bestatter anschliessend alles weitere übernehmen. Die Betreuung der Angehörigen und das professionelle herrichten der Verstorbenen. Den oft haben wir im Spital nur begrenzte Möglichkeiten, was bereits mit den Räumlichkeiten beginnt...

  • Carla Hofer am 12.10.2014 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnfrage

    Ich weiss, dass in London der Lohn von Bestattern/Bestatterinnen hoch ist (da nur wenige diesen Beruf ausüben möchten). Wie ist das eigentlich bei uns in der Schweiz??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jana Meier am 13.10.2014 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtig

    Wenn sie das wirklich gelernt haben, dann sollten diese Frauen wissen dass man sich dementsprechend kleidet. Um ernst genommen zu werden, ist auch das Erscheinungsbild wichtig.

  • Sarah am 13.10.2014 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht vor der Bestatterwahl

    Bei einem guten Bestatter kann man ohne viel Geld zu zahlen für einen pseudo Kurs in den Beruf des Bestatters hineinsehen.

  • Lena am 13.10.2014 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Verdienst

    Der wahre Grund ist wohl eher das gute Geld welches mit dieser Tätigkeit verdient werden kann. Da wollen auch die Frauen profitieren.

    • JayJay am 13.10.2014 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geld?

      Diesen Job macht man nicht des Geldes wegen, sondern aus Überzeugung. Klar verdient man mehr als eine Verkäuferin. Aber man muss auch am Wochenende und in der Nacht arbeiten. Wenn das Geld im vordergrund steht gibt es definitiv schönere Berufe, wo man gleich viel verdient. Wenn sich eine Person mit dem Sturmgewehr das Gesicht weggeschossen hat oder man einzelne Körperteile nach einem Bahnsuizid aufnimmt. Glaub mir, da denkst du nicht mehr ans Geld.

    • Babo am 13.10.2014 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht des Geldes wegen..

      Meine Worte JayJay...

    • Anon am 13.10.2014 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nein JayJay

      Diesen Beruf macht man wegen Geld. Keiner würde sonst Bestatter werden....

    • Jakob am 13.10.2014 13:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Anon

      Von sich schliessen Leute wohl gerne auf andere...In anderen Kulturen geht man mit dem Tod ganz normal um, und ich bin mir sicher dass es Leute gibt, die das gerne machen, auch wenn es vielleicht etwas unvorstellbar ist.

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  • Nora T. am 13.10.2014 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Super Erfahrung gemacht

    Ich (w,20) habe einen Freund nach dem Suizid in einem fürchterlichen Zustand aufgefunden. Die Bestatterin übernahm nicht nur den Toten, sie half auch mir so gut es ging. Da ich nervlich total am Ende war, brachte sie mich in eine Psychiatrisches Notfallzentrum. Ich habe dort Schlussendlich 2 Monate verbracht. Die Bestatterin hat stets angerufen, hat mich für die Beerdigung abgeholt, und mich auch nach dem Aufenthalt dort noch besucht. Ich bin ihr bis heute unendlich dankbar für all die Arbeit, welche sie in ihrer Freizeit auf sich genommen hat. Es hat mein Leben besser gemacht.

    • Sarah am 13.10.2014 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bei guten Bestatter selbstverständlich..

      Bei einem guten Bestatter ist diese Betreuung selbstverständlich, ohne Geld für "Kurse" zu bezahlen. Du hattest Glück mit deiner Bestatterwahl!

    • Nora T. am 13.10.2014 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      Soo viele Zufälle

      Ich hatte die Bestatterin nicht ausgesucht, das Bestattungshaus hatte in der Stadt gerade den "Notfalldienst" und die Bestatterin war halt gerade auf Abruf. Ich hatte also mehrfaches Glück. Ausserdem hat die Familie des Freundes die Bestattung organisiert und bezahlt, ich war halt einfach nur "dabei". Daher fand ich es um so rührender, wie gut sich die Bestatterin zusätzlich um mich gekümmer hatte. Auf eigene Kosten (Fahrten/Telefonate).

    • Lavendel am 13.10.2014 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nachdenklich

      In Deinem zarten Alter so ein Erlebnis wuensche ich niemandem. :-((( Ich wuensche Dir einen tollen Lebensweg und viele viele schoene Momente.

    • Claudia am 13.10.2014 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zum glück

      Das tut mir schrecklich leid für dich.ich bin froh dass du darüber reden kannst und wünsche dir nur das allerbeste!meiner meinung nach ist es,wie in jedem beruf,glück wenn die arbeit gut gemacht wird und in deinem fall sogar mehr als nur die arbeit.ein glück dass es viele menschen gibt die ihre arbeit richtig,gut und gewissenhaft erledigen wie in deiner situation!mit herz eben.

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  • priska k am 13.10.2014 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bestattterin

    es ist hier von einem kurs die rede und nicht von einer ausbildung. und im übrigen wird auch erwähnt das es eine schnell bleiche sei. wo liegt also bitte ihr problem??? hut ab vor den menschen die diesen kurs machem!!!!