Rechtsstreit

21. Januar 2011 14:59; Akt: 21.01.2011 16:23 Print

Frauen wehren sich gegen Antifeministen

Nach der Drohung der Antifeministen, die geheimen Adressen der Frauenhäuser zu veröffentlichen, ruft die Dachorganisation der Frauenhäuser die Justiz an.

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Der Dachverband der Frauenhäuser geht gerichtliche gegen die IG Antifeminismus um René Kuhn (Mitte) vor. (Bild: Keystone)

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Die IG Antifeminismus hatte am Dienstag im Internet einen Aufruf lanciert, Adressen von Frauenhäusern publik zu machen. Diese werden zur Sicherheit der Frauen, die wegen Gewalt in einem Frauenhaus Schutz suchen, nicht öffentlich bekanntgemacht. Damit dies so bleibt, beantragt die Dachorganisation der Frauenhäuser der Schweiz und Liechtensteins (DAO) eine superprovisorische Massnahme.

Eingereicht werde der Antrag beim Bezirksgericht Höfe im Kanton Schwyz, bestätigte Gabriela Chu, Vorstandsmitglied der DAO, einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Freitag. Ziel sei es, den Aufruf zur Veröffentlichung der Frauenhaus-Adressen und auch die Bekanntgabe der Standorte zu verbieten.

Das Frauenhaus Luzern erwirkte diese Woche beim Bezirksgericht Luzern bereits eine superprovisorische Massnahme mit gleicher Richtung. Laut dem Anwalt der DAO soll mit dem zweiten Antrag ein landesweites Publikationsverbot erwirkt werden.

Frauenhäuser verschafften Frauen in Scheidungsverfahren Vorteile gegenüber ihren Männern, behauptet die IG Antifeminismus. Väter würden oft mit Absicht und fälschlicherweise der Gewalt oder des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Die IG verlangt darum, dass die Kantone «geschlechtsneutrale Familienhäuser» einrichten.

Aufruf vom Netz genommen

Der Aufruf, Adressen von Frauenhäusern zu melden, sei vom Netz genommen worden, bestätigte Urs Bleiker, Präsident des Vereins Antifeministen. Was nach dem vorläufigen Publikationsverbot des Bezirksgerichts Luzern unternommen werde, werde abgeklärt. «Wir werden eine Verfügung aber nicht ohne weiteres hinnehmen.»

Der 2010 gegründete Verein Antifeministen hat rund 100 Mitglieder. Der IG, die aus Sympathisanten des Vereins besteht, haben sich laut Bleiker bisher ungefähr 2500 Personen angeschlossen. Zweck des Vereins ist die Bekämpfung der feministischen Ideologie.

Zur 1987 gegründeten DAO gehören 17 Frauenhäuser in der Schweiz und eines in Liechtenstein.

(sda)