Wenig Engagement

01. Dezember 2008 09:49; Akt: 01.12.2008 16:05 Print

Freiwilligen-Arbeit immer unbeliebter

In der Schweiz leisten weniger Leute Freiwilligen-Arbeit als vor 10 Jahren. Freiwilliges Engagement ist zudem in der Deutschschweiz verbreiteter als in der lateinischen Schweiz und auf dem Land stärker als in der Stadt.

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Dies zeigen die jüngsten Eckdaten, die das Bundesamt für Statistik (BFS) im Hinblick auf den Tag der Freiwilligen am 5. Dezember veröffentlichte. Danach leistet rund ein Viertel der Bevölkerung freiwillige Arbeit in Organisationen und Vereinen, ein Fünftel hilft freiwillig im privaten Umfeld.

Aber der Anteil der Freiwilligen an der Gesamtbevölkerung sinkt: Beim freiwilligen Engagement für Vereine und Organisationen ging er zwischen 1997 und 2007 von 27 Prozent auf 24 Prozent zurück. Der Anteil der Personen, die unbezahlte Hilfeleistungen im privaten Umfeld erbrachten, sank von 23 auf 21 Prozent.

Männer im Verein, Frauen im privaten Kreis

Männer engagieren sich stärker in Organisationen als Frauen. Frauen helfen eher im privaten Kreis - etwa mit Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung und bei Pflegeaufgaben für andere Haushalte.

Bei den Männern ging das Engagement in Organisationen deutlicher zurück als jenes der Frauen. Umgekehrt ging bei den Hilfeleistungen im privaten Umfeld der Einsatz der Frauen stärker zurück als jener der Männer.

Bei der Freiwilligenarbeit in Organisationen dominieren die Sportvereine - über elf Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen engagieren sich hier. Bei Männern folgen die kulturellen Vereine und Interessensvereinigungen (etwa Parteien), bei den Frauen die sozial-karitativen und die kirchlichen Organisationen.

Bei der informellen Freiwilligenarbeit steht bei Frauen die Betreuung von Kindern aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis im Vordergrund. Männer erbringen vorwiegend verschiedene Dienstleistungen für Bekannte.

Mehr Freiwillige in Deutschschweiz

Zudem bestehen regionale Unterschiede: Während in der Deutschschweiz 29 Prozent der Bevölkerung für Organisationen und Vereine Freiwilligen-Arbeit leisten, sind es in der Romandie und im Tessin nur 20 respektive 13 Prozent. Ein ähnliches sprachregionales Bild ergibt sich auch bei der informellen Freiwilligenarbeit.

Auf dem Lande ist die Freiwilligenarbeit tendenziell stärker verbreitet als in der Stadt. Während sich in den ländlichen Ost- und Innerschweizer Kantonen mehr als 30 Prozent der Leute in Organisationen engagieren, sind es in Zürich, Zug und Basel Stadt unter 27 Prozent.

Spass an der Freud'

Die Freiwilligen wenden durchschnittlich beinahe einen halben Arbeitstag pro Woche für die unbezahlten Tätigkeiten auf. Bei neun von zehn Freiwilligen steht der Spass an der Tätigkeit im Vordergrund, drei Viertel wollen etwas bewegen, zwei Drittel wollen anderen Menschen helfen.

Während nur ein Viertel der Bevölkerung in Organisationen Freiwilligenarbeit leistet, spenden drei Viertel freiwillig Geld oder Naturalien. Die meisten aktiven Freiwilligen sind zugleich auch Spender. Dagegen sind nur gerade 17 Prozent der Bevölkerung weder aktive Freiwillige noch Spender.

Das BFS stützt seine Daten auf Indikatoren aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2007 und Resultate aus dem Freiwilligen-Monitor der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft.

(sda)