Kehrtwende im Kt. Thurgau

14. Juni 2017 11:27; Akt: 14.06.2017 11:50 Print

Frühfranzösisch wird nicht abgeschafft

Der Grosse Rat hat über die Zukunft des Französisch-Unterrichts in der Primarschule entschieden – zugunsten der Landessprache.

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Alles bleibt beim Alten: Eine Schülerin während des Französischunterrichts. (Bild: Keystone)

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Der Thurgauer Grosse Rat macht eine Kehrtwende und schafft das Frühfranzösisch nicht ab. Er hat heute einem entsprechenden Antrag der SP mit 62 gegen 60 Stimmen zugestimmt.

Seit 24 Jahren wird im Thurgau ab der 5. Primarklasse Französisch unterrichtet. Weil der Unterricht ungenügend sei und viele Schüler überfordere, wollten die Gegner des Frühfranzösisch diesen in die Oberstufe verschieben. Im Thurgauer Volksschulgesetz sollte ein Paragraf eingefügt werden mit dem Wortlaut: «Französisch wird erst auf der Sekundarstufe I unterrichtet».

Nach knapp zweistündiger Debatte hat die SP die Vorlage heute überraschend versenkt. Der Streichungsantrag wurde mit 62 gegen 60 Stimmen knapp angenommen. Damit ist das umstrittene Gesetz vom Tisch. An der ersten Lesung Anfang Mai waren die Abschaffungs-Befürworter noch in der Überzahl.

Landesweite Kritik

Der geplante Ausstieg aus dem Sprachen-Konsens hatte für landesweite Kritik gesorgt. Daraufhin präsentierte die Thurgauer Regierung Mitte Mai eine Reihe von Massnahmen zur Verbesserung des Französisch-Unterrichts in der Primarschule.

Zum Beispiel sollen überforderten Schüler einfacher dispensiert werden können und die Schulen zum Halbklassenunterricht verpflichtet werden.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moi am 14.06.2017 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    Also wenn ich hier die Kommentare lese und mich auf der Strasse umhöre, dann wäre Frühdeutsch angebrachter.

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  • Peter Saxer am 14.06.2017 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Italienisch?

    wie wärs mal mit Frühitalienisch? scheint ja schliesslich auch eine Landessprache zu sein...

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  • Gandalf am 14.06.2017 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Französisch ist so unötig!

    Sorry is ja eine schöne Sprache und jede Sprache die man lernt ist gut, jetzt kommt aber das aber! Französisch war für die meisten Leute mit denen ich zur Schule gieng die reinste Folter, auch für all jene die gute Noten schrieben! Klar gibts da immer die eine oder den einen in der Klasse der es super findet, aber der könnte es ja freiwillig als Freifach belegen! Also die 8 Jahre Französisch die ich in meinem Leben in der Schule hatte, hätte ich lieber was anderes gelernt! Soviel vergeudete Stunden des lernens wo ich lieber was anderes gelern hätte, pure Vergewaltigung des Geistes!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anony am 15.06.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bessere Idee..

    In allen Kantonen den ganzen Unterricht ab Kindergarten nur noch auf Englisch und als Zweitsprache die in der Region gängige Landessprache... problem solved!

  • Unfassbarer Bürger am 15.06.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    à la bonne heure

    Hurra, seit Monaten endlich eine positive Nachricht aus der Politik. Viele Deutschschweizer sprechen viele Wörter aus, die aus dem französischen stammen. Croissant, garage, arrangement, etablissement, kabinett, pose, klischee, portemonnaie, velo u.s.w.

  • Alex am 15.06.2017 02:03 Report Diesen Beitrag melden

    Französisch ist nicht einfach

    Ich habe das Delf B1 letztes Jahr gemacht, weiss aber wie schwer der Weg dahin war. Man muss diese Sprache wirklich sehr sehr mögen, sonst macht man nicht freiwillig ein Delf B1. Ich verstehe als Zürcher, dass hier bei uns das Französisch nicht gerade beliebt ist. Es braucht einen sehr hohen Lernaufwand um nur etwas Französisch zu sprechen und zu verstehen und nicht jeder ist sprachbegabt. Ausserdem bin ich gegen zwei Fremdsprachen in der Schule. Lieber eine Fremdsprache richtig und für sprachbegabte Schüler könnte man eine zweite Fremdsprache immer noch als Freifach anbieten.

  • James Pont am 15.06.2017 01:10 Report Diesen Beitrag melden

    Quak

    Gebts doch einfach mal zu: die Welschen und Franzosen mag keiner so richtig der noch alle Frösch im Teich hat.

    • Salz in der Suppe am 15.06.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @James Pont

      Meine Güte, nun raufen Sie sich aber mal zusammen! Was wünschen Sie sich, die Apartheid in der kleinen Schweiz? Ich bin auf beiden Seiten des Röstigrabens gross geworden und spreche beide Sprachen fliessend. Es gibt sowohl unter den Romands, wie auch unter den D-Schweizern überaus freundliche, herzliche Menschen, ebenso wie ausgemachte Idioten. Es sind überdies stets dieselben Ängste und Probleme die uns umtreiben. Wir dürfen uns stolz und glücklich schätzen, dass wir trotz der Sprachenvielfalt Frieden haben. Das war übrigens nicht immer so (siehe Carl Spitteler 1914).

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  • Nationless am 14.06.2017 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Französisch im Thurgau?

    In der Ostschweiz ist Französisch unwichtig und nur für Walliser, Freiburger, Berner, Solothurner, Basler von Belang. Für die Zentralschweiz, Bündner und eventuell Zürcher wäre Italienisch nützlicher.