Aufruf

25. Juni 2019 10:37; Akt: 26.06.2019 13:24 Print

Führst du als Elternteil eine offene Beziehung?

Offene Beziehungen werden eher von jungen Paaren gelebt. Was passiert, wenn sich Eltern für diese Beziehungsform entscheiden? Was heisst das für das Kind?

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Offene Beziehungen werden eher von jungen Paaren gelebt. Doch was passiert, wenn sich Eltern für diese Beziehungsform entscheiden? Vier Frauen erzählen. «Der Sex mit anderen Partnern hat unsere Ehe gerettet», sagt Stefanie (38) im Elternmagazin «Fritz und Fränzi». Eine eher unkonventionelle Einstellung, denn eine offene Beziehung gilt vielen als zu verletzend. «Mein Mann und ich führen seit Beginn eine offene Beziehung. Wir sind seit neun Jahren verheiratet und haben zwei Kinder», sagt Natalie (38). Sie seien jung zusammengekommen und ihr Mann habe gewisse Freiheiten beibehalten wollen. Nach fünf Jahren Ehe habe es Natalie auch gepackt: «Sex ist viel zu schön, um dies jahrelang ausschliesslich nur mit einem Partner zu geniessen.» «Mein Ehemann und ich sind seit einigen Jahren ein Paar und wir führen seit Kurzem eine offene Beziehung. Wir testen bis Ende dieses Jahres, ob das Konzept langfristig für uns passt», sagt Angelina (24). Sie haben zusammen ein Baby. «Nachdem ich mein Leben lang die Erfahrung machen musste, dass ich es mit der monogamen Beziehung nicht auf die Reihe bekomme, entschied ich mich, meine Bedürfnisse zu akzeptieren», sagt Lara (29). So habe sich Lara, als sie vor sieben Jahren ihren heutigen Ehemann kennengelernt habe, dazu entschieden, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen. «Selbstverständlich gelten für uns beide die gleichen Regeln.» Mit ihrem Partner hat Lara ein Kind. «Mein Mann und ich sind seit 20 Jahren verheiratet. Vor vier Jahren haben wir aber gemerkt, dass wir uns nicht mehr lieben», sagt Sina. Anstelle sich scheiden zu lassen, seien sie mit den Kindern in der Wohnung geblieben. «Wir haben jetzt eine richtig coole WG.»

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«Der Sex mit anderen Partnern hat unsere Ehe gerettet», sagt Stefanie (38) im Elternmagazin «Fritz und Fränzi». Ein ungewöhnlicher Satz, denn eine offene Beziehung gelte vielen als zu riskant, zu kompliziert und zu verletzend. Eifersucht sei ein grosses Thema. Doch Stefanie und ihr Ehemann Jacek (45) sind von ihrem Beziehungskonzept komplett überzeugt.

Lebst du als Elternteil ebenfalls in einer polyamoren Beziehung? Weshalb? Wie kam es dazu? Was bedeutet eine solch offene Beziehungsform für dein Kind? Wie gehen Verwandte und Freunde damit um? Erzähle uns von deinen Erfahrungen.

Der Grund für ihr getrenntes Liebesleben liege im erfolglosen Versuch, ein zweites Kind zu bekommen, erklärt das Paar. «Der Druck ist irgendwann so gross geworden, dass im Bett gar nichts mehr ging», sagt Jacek. Da eine Trennung nie infrage gekommen sei, hätten sie sich vor sechs Jahren dazu entschieden, ihre Sexualität auszulagern. «Für unseren achtjährigen Sohn ist unser Beziehungsleben normal. Papa und Mama haben einfach noch andere Freunde und Freundinnen», sagt Stefanie. Auch Familie und Freunde seien eingeweiht.

(mm)