Ständerat Josef Dittli

03. März 2019 08:43; Akt: 03.03.2019 08:43 Print

Für 140'000 Fr wurde er zum Tabakgesetz-Freund

Einst lobbyierte FDP-Ständerat Josef Dittli gegen Werbeverbote für Zigaretten. Als Präsident eines Krankenkassenverbandes sieht es nun anders aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es ist eine bemerkenswerte Kehrtwende, die der FDP-Ständerat Josef Dittli hingelegt hat. Zusammen mit anderen Freunden der Tabaklobby versenkte er noch 2016 den Entwurf des Tabakproduktegesetzes. Er störte sich an den Werbeverboten und forderte den Bundesrat dazu auf, eine Vorlage ohne solche Einschränkungen auszuarbeiten.

Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, stand derselbe Dittli nun in der Gesundheitskommission vor knapp zwei Wochen für eine Umsetzung des Tabakproduktegesetzes nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein. Also mit Werbeverboten. Pikant: Seit 2018 ist er Präsident des Krankenversicherungsverbandes Curafutura. Für das 40-Prozent-zahlt ihm der Verband 140'000 Franken.

Dittli verweist auf «taktische Gründe»

Curafutura spricht sich aufgrund der schädlichen Folgen des Tabakkonsums für ein Tabakproduktegesetz aus, das den internationalen Vorgaben entspricht. Die Versicherer Helsana, CSS, Sanitas, KPT und Groupe Mutuel, die der Verband vertritt, forderten Mitte Februar gar noch eine Verschärfung bei den Werbebeschränkungen.

Der «Schweiz am Wochenende» erklärte Dittli seinen Kurswechsel damit, er habe den «Input» mit der WHO-konformen Umsetzung aus «taktischen Gründen» in der Kommission eingebracht, da zurzeit diverse Organisationen Unterschriften für die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» sammelten. Bisher» habe er in der Kommission aber keine gegenteilige Position bezogen. Er werde bei seinem Entscheid «die Argumente der Krankenversicherer mit jenen des Liberalismus abwägen».

(pam)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarah am 03.03.2019 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption

    Die Schweiz ist in Sachen Korruption ganz weit vorne. Die offiziellen Statistiken bei denen wir immer so gut abschneiden betreffen ja nur Vergaben im öffentlichen Sektor. Nicht jedoch die Korruption von Politikern und Geschäftsleuten. Und deshalb verwundert mich hier nur, dass er es so billig gemacht hat.

    einklappen einklappen
  • Ramon Magnus am 03.03.2019 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antwort auf steigende Prämien

    Dann wissen wir ja weshalb die Prämien stetig steigen. Nein, mag dem Herrn dieses Salär nicht gönnen.

    einklappen einklappen
  • Chl am 03.03.2019 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwählen

    Unglaubwürdigkeit, überbezahlt und eine Frechheit, eine Ohrfeige für seine Wähler

Die neusten Leser-Kommentare

  • Merlin82 am 03.03.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mafiosi, die 2.

    Immerhin wird alles je länger, je mehr aufgedeckt. Lügen haben kurze Beine.

    • van de weed am 03.03.2019 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      Schweizer Politiker...

      ...zeigen mehr und mehr, dass es Ihnen an RÜCKGRAD fehlt...Beschämend und nicht auszuhalten.

    einklappen einklappen
  • Rosmarie Wüthrich am 03.03.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Soweit sind wir schon

    Das ist offizielle Korruption und solche Politiker werden auch noch gewählt. Geld regiert die Welt, hat man genug Geld, kann man auch einen Politiker drehen. Und ICH soll noch ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich etwas mache, was ich nicht sollte? Pha....was die können, kann ich auch.

  • Onurb am 03.03.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatwirtschaft

    man vergleiche den Lohn bei 40% mit den eines Bundesrates

  • Auch schlecht am 03.03.2019 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, normalerweise ist es genau umgekehr

    denn die Tabaklobby hat sehr viel Geld und kann damit viele Politiker schmieren. Wir alle bezahlen dafür über die Krankenkassen-Prämien

  • Konrad am 03.03.2019 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankenkassen?

    Korruption ist der Grund für diese hohen Prämien.

    • Mama am 03.03.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Konrad

      Na, na! In der Schweiz gibt es doch gar keine Korruption.::)

    einklappen einklappen