Unicef

25. Januar 2020 18:06; Akt: 25.01.2020 18:06 Print

Für diese Katastrophen spendeten Schweizer Geld

Unicef hat eine Auflistung gemacht, für welche Nothilfen Schweizer am meisten gespendet haben. Doch noch immer leiden Millionen an den Folgen der Katastrophen.

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Am 12. Januar 2010 erlebte die Bevölkerung auf Haiti das schwerste Erdbeben in der Geschichte Nord- und Südamerikas mit der Stärke 7,0. Über 230'000 Menschen kamen ums Leben, 2,1 Millionen Menschen wurden vertrieben. Im Bild: Ein Jugendlicher in Port-au-Prince zwei Wochen nach dem Erdbeben. «Unicef stellte nach dem Beben sauberes Wasser und sanitären Anlagen bereit und liefert Nahrungsmittel», schreibt Mediensprecher Jürg Keim. Aber auch zehn Jahre nach der Katastrophe sei die Situation auf Haiti noch immer herausfordernd. Im Bild: Ein Kind in einem Camp für binnenvertriebene Erdbebenopfer in Cité Soleil, Port-au-Prince. Im Jahr 2011 kam es zur schlimmsten Dürre seit 60 Jahren am Horn von Afrika. Betroffen waren die Länder Kenia, Somalia, Äthiopien und Dschibuti. Über 12 Millionen Menschen litten an den Folgen der Hungerkatastrophe: Über 500 000 Kinder waren stark mangelernährt und damit unmittelbar vom Tod bedroht. Im Bild: Frauen und Kinder warten in einem Camp in Mogadischu auf Nahrungsmittelverteilung. «Unicef hat ein Nothilfeprogramm für die von der Dürre- und Nahrungsmittelknappheit betroffenen Länder und Regionen gestartet. 2011 hat man zusammen mit Partnern in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti 63 000 Tonnen Hilfsgüter zur Verfügung gestellt.» Rund 2,7 Millionen Menschen sollen seit Juli 2011 Zugang zu sauberem Wasser erhalten haben. Im Bild: Junge isst in einer Schule einen hoch nährwertigen Porridge – oft die einzige Mahlzeit am Tag. Am 8. November 2013 zerstörte der Tropensturm Haiyan die Lebensgrundlage von sechs Millionen Kindern auf den Philippinen. Haiyan war einer der vernichtendsten Stürme der Geschichte. Gemäss Unicef hinterliess er unzählige Verletzte und kostete mehrere Tausend Menschen das Leben. Im Bild: Die Auswirkungen des Tropensturms. Vom ehemaligen Wohnhaus ist nur noch die betonierte WC-Schüssel geblieben. Während der ersten sechs Monaten nach dem Taifun haben Unicef und seine Partner viel erreicht: «Eine Million Menschen wurden mit Trinkwasser versorgt, fast 100'000 Menschen erhielten Zugang zu Latrinen (Sanitäranlagen), 83'000 Kinder wurden gegen Masern geimpft.» 470'000 Kinder seien mit Spiel- und Lernmaterial ausgestattet worden. Im Bild: Ein Kind mit Unicef-Unterrichtsmaterial für die Schule. 2014 suchte eine tödliche Epidemie Liberia heim: das Ebola-Virus. Über 11'000 Menschen fielen dem tödlichen Fieber zum Opfer, davon stammten 4800 Menschen aus Liberia. Das Land schloss seine Grenzen und verfügte über eine vorübergehende Schliessung der Schulen. Im Bild: Ein Taxifahrer transportiert an Ebola erkrankte Frau ins Krankenhaus. «In der Bevölkerung herrschte panische Angst. Die UN-Kinderhilfsorganisation verteilte Flaschen mit Chlor zum Händewaschen und zur Wasseraufbereitung im Haushalt sowie Seifenstücke», heisst es seitens Unicef. Zudem wurde Aufklärungsarbeit geleistet. Im Bild: Unicef-Mitarbeiter verteilt Flugblätter zur Prävention einer möglichen Ebola-Ansteckung. Am 25. April und 12. Mai 2015 erschütterten zwei schwere Erdbeben Nepal. Insgesamt waren mehr als acht Millionen Menschen betroffen, fast 9000 Menschen kamen ums Leben. 600'000 Familien wurden über Nacht obdachlos. Insgesamt waren 1,7 Millionen Kinder dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im Bild: Ein Junge steht drei Tag nach dem Erdbeben vor dem zerstörten Haus seiner Familie. «In Zusammenarbeit mit der Regierung und anderen Partnerorganisation half Unicef die Wasserversorgung sicherzustellen und Nahrungsmittel zu beschaffen. Die Kinderhilfs-Organisation stellte sanitäre Einrichtungen bereit sowie Zelte und Planen, unter anderem für Krankenhäuser.»Unicef half zudem, Kinder zu identifizieren, die von ihren Familien getrennt wurden. Im Bild: Kinder spielen in einer kinderfreundlichen Zone in Stadt Charikot, wo das Epizentrum lag. 2016 waren mehr als die Hälfte der Bevölkerung – namentlich 11 Millionen Menschen – auf humanitäre Hilfe angewiesen. 5,6 Millionen Menschen lebten mit ihren Familien seit Jahren unter schwierigsten Bedingungen in einem syrischen Nachbarland, in das sie geflohen sind. Im Bild: Zwei Freunde in Ost-Aleppo transportieren Wasser für ihre Familien. «Unicef setzt sich an vorderster Front für die Kinder und ihre Familien in Syrien ein und versorgt sie mit sauberem Wasser, Medikamenten, Kleidern, sanitären Anlagen oder Spezialnahrung für mangelernährte Kinder», so die Hilfsorganisation. Vor allem werde in Schuldbildung investiert. Über zwei Millionen Kinder sollen derzeit keine Schule besuchen. Unicef benötigt 2020 für ihre Arbeit rund 1,16 Milliarden US-Dollar. Im Bild: Unterirdischen Einrichtungen wie Keller und Höhlen werden von Kindern zum Lernen genutzt. Die humanitäre Lage in den Ländern Süd Sudan, Somalia und Nigeria spitzte sich 2017 zu: Bewaffnete Auseinandersetzungen, eine drohende Hungerkrise und gefährliche Krankheiten wie Cholera gefährdeten das Leben von mehr als sechs Millionen Menschen. «Mädchen und Jungen sind in Gefahr, von den Rebellen rekrutiert und als Soldaten, Selbstmord-Attentäter oder Kriegssklaven missbraucht zu werden. Den Mädchen drohen Vergewaltigungen, zudem werden sie besonders oft zu Selbstmordanschlägen gezwungen», heisst es seitens Unicef . Im Bild: Ein Kind aus dem Süd Sudan kocht für seine Familie eine Mahlzeit. Zu den gemeinsamen Anstrengungen von Unicef und dem Welternährungsprogramm würden die Bereitstellung von Nahrungsmittel- und Wassergutscheinen für Hunderttausende von Menschen sowie die Unterstützung in den Bereichen Bildung, Wasser und sanitäre Einrichtungen gehören. Im Bild: Ein schwer mangelernährtes Mädchen trinkt therapeutische, nährstoffreiche Spezialmilch. Am 28. September 2018 wurde die indonesische Insel Sulawesi von einem Erdbeben der Stärke 7,4 getroffen, gefolgt von einem Tsunami mit bis zu sechs Meter hohen Wellen. Über 2000 Menschen haben die Naturkatastrophe nicht überlebt. Rund 70'000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt, über 200'000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Etwa 5000 Kinder verloren beim Naturereignis ihre Angehörige oder sind von ihnen getrennt worden. Im Bild: Die Rettung eines 15-jähriges Kindes, das 48 Stunden in den Trümmern seines Hauses gefangen war. «Unicef reagierte schnellstmöglich und errichtete im Katastrophengebiet 12 Stellen, um Kinder zu identifizieren, die von ihren Familien getrennt oder unbegleitet sind.» Auch der Schulbesuch wurde wieder ermöglicht: Innerhalb eines Monats hat Unicef 200 Schulzelte, 200 «Schulen in der Kiste» und 50 «Kindergarten in der Kiste» mit Lern- und Spielmaterial in die Region besorgt. Weitere 250 Schulzelte wurden in den darauffolgenden Wochen ebenfalls aufgebaut. Im Bild: Kinder erhalten von einem von Unicef unterstützten Spezial-Team psychosoziale Hilfe angeboten. Der Zyklon Idai hat am 14. März 2019 dramatische Überschwemmungen im südlichen Afrika, namentlich Mosambik, Malawi und Simbabwe, mit sich gebracht. Der Wirbelsturm hat 240000 zerstörte Häuser, schlammiges Wasser sowie weit über eine Million hilfsbedürftige Kinder zurückgelassen. 600 Menschen starben. Nur wenige Wochen später folgte in Mosambik ein zweiter Wirbelsturm: Zyklon Kenneth. Auch Krankheiten breiten sich aus: Innert zwei Wochen wurden über 500 Cholera-Fälle gemeldet. Im Bild: Geschwister stehen vor ihrer selbst gebauten Notunterkunft. Eltern haben sie keine mehr. Nach der verheerenden Katastrophe seien Unicef-Helfer rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Es habe kaum Trinkwasser gegeben. «Die Helfer versuchten alles, um den Ausbruch von Krankheiten wie der Cholera zu verhindern, die besonders für die Kleinsten lebensgefährlich sind.» 11 Cholera-Behandlungszentren wurden errichtet. Rund eine Millionen Impfdosen wurden verschickt und Kampagnen gestartet. Im Bild: Ein Kind erhält in einem Cholera-Behandlungszentrum den lebensrettenden Impfstoff OVC.

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Überschwemmungen, Dürren, Epidemien, Wirbelstürme, Feuerinfernos und Kriege. All diese Katastrophen erschütterten in den vergangenen 10 Jahren die Welt. Wie die Hilfsorganisation Unicef schreibt, litten und leiden rund 2 Milliarden noch immer an den Folgen von Naturkatastrophen – weitere 70 Millionen Menschen mussten allein im Jahr 2019 wegen Kriegen, Konflikten oder Verfolgung, aus ihrer Heimat flüchten.

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«Wenn Menschen auf einen Schlag alles verlieren, wenn die Wasserversorgung nicht gewährleistet ist, Krankheiten ausbrechen oder sie an Hunger leiden, sind die Betroffenen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen», schreibt Unicef Mediensprecher Jürg Keim. Diese Hilfe werde zu einem massgeblichen Teil über Spenden finanziert.

Für welche Nothilfen Schweizer Bürger, Unternehmen und Stiftungen in der vergangenen Dekade am meisten an Unicef Schweiz und Liechtenstein gespendet haben, und wie Unicef die Zuwendungen verwendet hat, sehen Sie oben in der Bildstrecke.

(juu)