Umfrage

05. März 2019 23:58; Akt: 05.03.2019 23:58 Print

GLP und Grüne im Aufwind – wackelt Amherds Sitz?

Laut der Tamedia-Wahlumfrage sind die Grünen der CVP auf den Fersen. Sie hoffen, dass die Wahl im Oktober zur Klimawahl wird.

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Die Klimaparteien sind acht Monate vor den Wahlen in guter Verfassung: In der jüngsten Tamedia-Wahlumfrage kommen die Grünen auf einen Wähleranteil von 9,6 Prozent, 2,5 Prozentpunkte mehr als noch bei den Wahlen 2015. Die Grünen könnten damit fast zur CVP aufschliessen. Diese bleibt im Umfragetief und erreicht noch 9,9 Prozent (-1,7).

Auch die GLP legt zu: Sie kommt auf eine Wählerstärke von 6,7 Prozent. Die Klimaparteien scheinen auch von der Sorge um das Klima zu profitieren. So finden 67 Prozent der Stimmberechtigten, dass der Klimawandel ein «grosses» oder «eher grosses» Problem für die Schweiz sei. Bei den übrigen grösseren Parteien liegen die Verschiebungen innerhalb des statistischen Unsicherheitsbereichs. Die SVP bleibt die stärkste Kraft und kommt auf 29,2 Prozent. Die SP liegt weiterhin klar vor der FDP (siehe Grafik).

«Den Rechtsrutsch von 2015 korrigieren»

Grünen-Präsidentin Regula Rytz sagt, ihre Partei habe in mehreren Kantonen stark zulegen können, noch bevor die Klima-Debatte die Medien beherrscht habe. «Gewählt wird erst im Oktober, die Zeichen stehen aber auf eine Änderung der heutigen Mehrheitsverhältnisse.» Rytz glaubt, dass die Bevölkerung ökologische und progressive Kräfte stärken und «den Rechtsrutsch von 2015 korrigieren» werde. Die rechtsbürgerliche Mehrheit habe viele Blockaden zu verantworten, etwa beim CO2-Gesetz oder der Altersvorsorge.

Sollten die Grünen zur CVP aufschliessen, könnten sie gar Ansprüche auf deren Bundesratssitz anmelden. Rytz sagt, es sei zu früh für Planspiele. Aber: «Wir sind immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen bei den Wahlen im Oktober zulegen, um die Umweltpolitik voranzubringen. Wenn wir dieses Ziele erreichen, werden wir alle Optionen für eine Bundesratskandidatur prüfen.»

CVP hat viel mehr Sitze

CVP-Sprecherin Vera Tschan reagiert gelassen: «Letztlich zählt nur das Wahlresultat am 20. Oktober.» Die Bundesversammlung wähle den Bundesrat. Bundesrat. «Die CVP ist die stärkste Kraft im Ständerat und wird das auch bleiben. Somit wird die CVP auch nach den Wahlen die vierstärkste Kraft in der Bundesversammlung bleiben.»

Auch für den Politologen Mark Balsiger ist der Sitz von CVP-Bundesrätin Viola Amherd nicht in Gefahr. Auch dann nicht, wenn das Thema Klima weiterhin den Wahlkampf beherrschen würde und die Grünen als klare Sieger aus den Wahlen hervorgehen sollten: «Die Parteistärke allein ist nicht entscheidend. Viel wichtiger ist die Anzahl Sitze.»

Die CVP komme im Parlament zurzeit auf 40 Sitze, die Grünen auf 12. Balsiger: «Dass die CVP 15 Sitze verliert und die Grünen 15 gewinnen, ist eine abenteuerliche Vorstellung.» Zudem habe es historisch betrachtet immer lange gedauert, bis sich Verschiebungen der Parteistärken in einer Änderung der Zauberformel niedergeschlagen hätten.

Zur Umfrage

22’326 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 18. und 20. Februar online an der 4. Tamedia-Wahlumfrage im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober 2019 teilgenommen. Die Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,3 Prozentpunkten. Weitere Informationen gibts hier.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dänuz am 06.03.2019 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An Frau Ritz

    Hochmut, Frau Ritz, kommt vor dem erneuten Fall.

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  • Komposchti am 06.03.2019 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vergessen

    Nein Frau Rytz, Ihnen und Ihresgleichen gehts nicht wirklich um Umweltschutz. Diese Glaubwürdigkeit haben Sie anlässlich von Ecopop verspielt.

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  • Pete am 06.03.2019 04:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waldsterben?

    War das nicht einmal DAS Lieblingsthema der Grünen? Is der Wald nun gestorben, oder doch nicht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Laimigs am 06.03.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wünsche mir ein politisches Wahlerdbeben

    Ich habe 2015 noch die SVP gewählt. Seit ich aber sehe, wie Herr & Frau Schweizer jeden Anflug von Ökologie an der Urne abschmettern und wenn ich höre, wie gestandene Politiker den Klimawandel in die Märchenecke stellen während Sich Tausende auf unseren Strassen grosse Sorgen um ihre Zukunft machen, kann ich gar nicht mehr anders als Grün zu wählen am kommenden Wahlherbst. Denn ich bin überzeugt, dass eine grüne Revolution nicht auf der Strasse, sondern nur an der Urne gewonnen werden kann.

  • S. Trom am 06.03.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Den Teufel mit dem Beelzebub

    austreiben. Wenn Grün dann bitte GLP. Die Grünen haben schon viel zu viel Mist gebaut und viel zu viel Einfluss gewonnen. Der grüne Umwelthype hat uns bereits und wird uns noch weitere Milliarden jährlich kosten - ohne Erfolg. In DE werden im Sommer Weichen geheizt, damit das Netz nicht überlastet wird und im Winter laufen die Kohle- und Gaskraftwerke auf Hochtouren. Zudem sind die Strompreise doppelt so hoch wie in der CH. Und jetzt, bei Starkwind, kippen auch noch die Windräder oder verlieren Flügel- und das bei der prognostizierten Klimakatastrophe.

  • Appenzeller am 06.03.2019 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimaschutz

    In der Schweiz sollten die Bestrebungen zum Thema Klima der Grösse und der Bevölkerungszahl angepasst werden. Wenn es für das Klima unbedeutend ist, wenn die USA aus dem Klimaabkommen austreten, dann ist die Schweiz völlig irrelevant. Wir sollten dafür sorgen, dass wir die erreichten Positionen nicht leichtfertig wieder verlieren. Mit Klimaschutz alleine werden wir nicht weiterleben können. Deshalb werde ich eine Partei wählen, die einen grösseren Horizont als nur das eine Thema hat.

  • S. Gasser am 06.03.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wählt Bürgerlich behaltet Freiheit

    Die Grünen sind gefährlich. Die werden unsere Freiheit einschränken. Zudem wird unser Land an Tradition verlieren. Darum wählt die Bürgerlichen Parteien.

  • fh am 06.03.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsicherheit

    Mein Problem: Die CVP ist nicht wählbar, weil sie das C missbraucht. Die FDP ist nicht wählbar, weil sie nach Europa will. Die SVP ist nicht wählbar, weil sie unsozial ist. Die SP ist nicht wählbar, weil sie nicht verlässlich ist. Die Grünen sind nicht wählbar, weil sie unrealistische Phantasten sind. Die BDP ist nicht wählbar, weil sie nichts zu sagen hat. Was soll ich tun, wenn ich trotzdem wählen gehen will?