11. März 2008 22:22; Akt: 11.03.2008 20:24 Print

Gadgets: Unfallursache Nummer 1

von Reza Rafi - Navis, Handys und MP3-Player: Die Ablenkung durch Gadgets ist vielerorts bereits Unfallursache Nummer eins. Experten fordern eine statistische Erfassung – und höhere Bussen.

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Die meisten Verkehrsunfälle im Baselbiet, fast 16 Prozent, sind auf «Ablenkung» zurückzuführen. In Zürich rangiert «momentane Unaufmerksamkeit» an zweiter Stelle der häufigsten Unfallursachen – Tendenz steigend.

Experten sind sich einig: Hinter dem Begriff versteckt sich oft das Bedienen elektronischer Geräte wie GPS-Navigationssysteme oder MP3-Player, aber auch das Schreiben von SMS während der Fahrt. «Durch solche Gadgets werden Autofahrer immer mehr abgelenkt», sagt Martin Läderach von der Versicherung Axa Winterthur. Die Suva bemängelt den Missstand, dass es über diese Unfallursachen keine einheitliche Statistik gibt.

Die Strassenopfervereinigung Roadcross fordert jetzt konkrete Massnahmen: «100 Franken Busse für das Telefonieren sind zu gering», sagt Präsident Roland Wiederkehr. Wer mit 0,8 Promille Alkohol im Blut unterwegs sei, sei ein vergleichbares Sicherheitsrisiko – entsprechend müsse die Höhe der Bussen angepasst werden. Wer mit 0,8 Promille erwischt wird, zahlt einige hundert bis mehrere Tausend Franken Busse.

Zudem müsse bei Unfällen standardmässig abgeklärt werden, ob der Lenker mit dem Handy beschäftigt war. Rückendeckung gibt der Verband Schweizer Fahrlehrer. Präsident Willi Wismer: «Happigere Strafen und mehr Kontrollen sind die einzige Lösung.»