Pestizide in Gärten

26. Juni 2017 11:59; Akt: 26.06.2017 12:23 Print

Gärtner jagen bedrohte Tierart mit Nervengift

Die Maulwurfsgrille gilt bei Kleingärtnern als Schädling und wird mit giftigen Ködern getötet. Dabei ist sie vom Aussterben bedroht.

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Der Bund berät Massnahmen, um den Umgang mit Pestiziden bei Hobbygärtnern zu verbessern. Wie unsinnig die frei erhältlichen Pestizide eingesetzt werden, zeigt das Beispiel der Maulwurfsgrille.

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Die Maulwurfsgrille oder Werre steht seit 2002 auf der deutschen Roten Liste der bedrohten Arten. Weil sie im Boden Tunnel gräbt und Wurzeln anknabbert, ist sie bei Kleingärtnern verhasst und wird mit giftigen Ködern bekämpft. Die frei im Handel erhältlichen Produkte enthalten das Pestizid Chlorpyrifos. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern in den USA ein Verbot des Giftes, weil es zu neurologischen Störungen führen und die Entstehung des ADHS-Syndroms begünstigen kann.

In Deutschland ist der Wirkstoff, der auch als Fisch- und Bienengift gilt und für Amphibien hochtoxisch ist, verboten – in der Schweiz nicht. Heuschrecken-Experte Christian Rösti fordert nun ein Schweizer Verbot der Köder: «Die Leute wissen oft nicht, was sie mit dem Ausbringen solcher Stoffe auslösen. Es trifft immer auch andere Insekten und bei der Werre auch grössere Tiere, weil sie ein wichtiges Beutetier etwa für Vögel ist. Zudem ist die Werre ein faszinierendes Tier, das zum Beispiel als einzige Heuschreckenart Brutpflege betreibt.»

(loo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudio am 26.06.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Manipulative Bauernlobby

    Beängstigend, wie es die Bauernlobby inert wenigen Tagen geschafft hat, in diesem Thema von sich abzulenken und den Hobbygärtnern die Schuld zu geben. Klar müssen auch die Kleingärtner weniger Pestizide ausbringen und einige Pestizide gehören verboten. Aber den grössten Teil von über 2000 Tonnen Gifte die ausgebracht werden und auch die giftigsten Produkte in dieser Palette, werden nach wie vor in der Landwirtschaft abgesetzt und gelangen von da in unser Wasser. Fokussieren wir also auf das wahre Problem.

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  • Kundiger am 26.06.2017 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Raubtier

    Die Werren ernähren sich hauptsächlich räuberisch und verzehren viele (von Kleingärtnern als Schädlinge bezeichnete) Bodeninsekten. Dazu verhelfen sie durch ihren, zwar nicht ausserordentlich verzweigten, dafür aber bis zu 8 Meter langen "Tunnels" dem Boden zu einem verbesserten Gasaustausch. Schon lustig, sobald etwas keinen Pelz oder Knopfaugen hat und man kein verniedlichendes "li" bei der Bezeichnung verwenden kann, darf man es gnadenlos vergiften. Traurig!!

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  • claudia am 26.06.2017 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maulwurfgrille

    Kann kaum glauben, das das Fiech vom aussterben bedroht ist. Habe den Garten voll.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mary J am 27.06.2017 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch ohne

    In unserem Garten kommt kein Gift zum Einsatz, einzig ein Bio-Mittel gegen Blattläuse, das aber auch nur gezielt. Alle andere Probleme wurden mit Hausmittelchen problemlos beseitigt!! Kaffeesatz gegen Schnecken, funktioniert! Ansonsten haben wir überhaupt keine Probleme mit irgendwelchen unerwünschten Tierchen!!

  • Hobby Piolosche am 26.06.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gemerkt?

    Man fragt sich was einem lieber ist: Engerlinge oder Maulwurfsgrillen? Der aufmerksame Kleingärtner hat schon lange herausgefunden dass da wos Werren gibt, keine Engerlinge hat.

  • Gryllo Talpa am 26.06.2017 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    sehr tendenziös 2

    ... und auch in Deutschland ist die M. nicht vom Aussterben bedroht, sondern "nur" stark gefährdet...

  • Gryllo Talpa am 26.06.2017 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    sehr tendenziös...

    ... ist dieser Artikel. Die Maulwurfsgrille ist nicht gefährdet. Die M. ist auf der Roten Liste von 2007, weil die Datengrundlage ungenägend ist. Auf keinen Fall ist sie vom Aussterben bedroht. Wer so etwas schreibt, weiss nicht, wovon (und was) er schreibt.

  • Soomy am 26.06.2017 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio

    Es gibt sehr gute Bio Spritz- und Düngemittel für die Bekämpfung welche den Tieren überhaupt nichts macht.

    • Glaedr . am 26.06.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Soomy

      und was bringt das dann? man viel die Tiere ja bekämpfen um die pflanzen zu schützen, wieso also ein mittel kaufen das den Schädlingen nichts macht? dann kann man es gleich lassen

    • Mike am 26.06.2017 18:47 Report Diesen Beitrag melden

      Mike

      Trifft sicher nicht bei allen Schädlingen zu, aber ist die Pflanze gesund (durch Dünger und Zusatzstoffe, wie bsp. EM (Effektive Mikroorgansimen), ist sie auch viel weniger anfällige auf Schädlinge, Pilze, etc. Und das ganz ohne Schadstoffe

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