04. April 2005 07:40; Akt: 04.04.2005 07:42 Print

Galmiz: Demo gegen Pharma- Unternehmen

Gegen 2000 Personen haben am Sonntag in der Region Galmiz FR gegen die Einzonung von 55 Hektaren Land für ein amerikanisches Pharmaunternehmen demonstriert.

Fehler gesehen?

Verschiedene Redner brandmarkten die Umzonung als raumplanerischen Sündenfall.

Galmiz sei ein «Mahnmal für eine Fehlentwicklung», kritisierte Hans Weiss, Leiter des Aktionskomitees Galmiz und Organisator der Kundgebung. Die langfristig ausgelegte Raumplanung dürfe nicht einfach durch kurzfristige Entscheide umgestossen werden.

Am krassen Beispiel von Galmiz sei überhaupt erst sichtbar geworden, wie die Raumplanung und der Rechtsstaat unterlaufen würden, sagte Nationalrat Rudolf Aeschbacher (EVP/ZH). Die letzten intakten Landschaften würden durch egoistische Sonderinteressen zerstört.

In einer Resolution bekräftigten die Kundgebungsteilnehmenden ihre Auffassung, dass es in der Schweiz möglich sein muss, kreative wirtschaftliche Entwicklung mit einem rationalen Umgang mit den knappen, nicht vermehrbaren Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen.

Ballone, Transparente und Wanderschuhe

Am Sonntagmittag hatten sich zwischen 1500 und 1800 Personen in Kerzers besammelt, um den rund zweieinhalstündigen Protestmarsch durch das Grosse Moos zum umstrittenen Areal und weiter zur Schlusskundgebung nach Muntelier am Murtensee unter die Wanderschuhe zu nehmen.

Mit bunten Ballonen, Fahnen und Transparenten protestierten die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein friedlich gegen das Galmizer Grossprojekt. An der Schlusskundgebung am Nachmittag nahmen gegen 2000 Personen teil.

Der amerikanische Pharma-Multi Amgen plant in der Schweiz eine neue Produktionsstätte. Als möglicher Standort ist auch die Gemeinde Galmiz FR im Gespräch. Im Hinblick auf eine mögliche Firmenansiedlung haben die Freiburger Behörden mit Zustimmung des Bundes 55 Hektar Landwirtschaftlsand umgezont.

Kritiker sehen darin eine rechtsmissbräuchliche Auslegung der Raumplanungsgesetze. Die neue Amgen-Produktionsstätte käme just im grössten zusammenhängenden Landwirtschaftsgebiet der Schweiz zu stehen. In der Schweiz gebe es genug braches Industrieland, wo die Firma problemlos angesiedelt werden könne.

Befürworter erhoffen sich von Amgen die Schaffung von rund 1200 Arbeitsplätzen. Das private Organisationskomitee der Kundgebung betonte, man sei nicht gegen Firmenansiedlungen und gegen die Schaffung von Arbeitsplätzen. Doch dürften raumplanerische Entscheide nicht einfach mit einem Federstrich umgestossen werden.

Das Komitee zeigte sich erfreut über den Aufmarsch. Gerechnet habe man mit etwa 500 Personen, sagte Weiss auf Anfrage.

(sda)