Ausschaffung gescheitert

15. August 2010 14:10; Akt: 15.08.2010 14:49 Print

Gambia retour für 110 000 Franken

Ein Flugzeug startete von Zürich aus nach Gambia mit dem Ziel, fünf Männer in ihr Heimatland rückzuschaffen. Aber die Gambier versagten dem Transporter die Landeerlaubnis.

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Die Ausschaffung von fünf Gambiern lief nicht nach Plan. Sie mussten wieder in die Schweiz transportiert werden. (Bild: Keystone)

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Der erste nach einem Unterbruch wieder durchgeführte Rückschaffungsflug von abgewiesenen Asylbewerbern nach Afrika ist gescheitert. Weil Gambia die Landung verweigerte, musste ein Jet Ende Juli mit fünf Auszuschaffenden nach Zürich zurückfliegen. Kostenpunkt: 110 000 Franken.

Der Sonderflug war am 28. Juli durchgeführt worden, bestätigte Jonas Montani, Sprecher des Bundesamts für Migration (BFM), einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Das Flugzeug landete zuerst in Bamako, Mali. Der für dort bestimmte Auszuschaffende konnte problemlos den Behörden übergeben werden.

Als das Flugzeug dann im gambischen Banjul aufsetzen wollte, verweigerten die dortigen Zivilluftfahrtbehörden die Landeerlaubnis. Wie Montani erklärte, hatten sie die Erlaubnis im Vorfeld mündlich zugesagt. Über die Gründe für die Verweigerung weiss die Schweizer Seite bis heute nichts.

Flug war abgesprochen

Wie Montani weiter sagte, war der Flug sowohl mit dem gambischen Aussenministerium als auch den dortigen Immigrationsbehörden abgesprochen. Bei früheren Aktionen habe die Zusammenarbeit immer problemlos geklappt, obwohl kein Rückübernahme-Abkommen zwischen Gambia und der Schweiz besteht. Die Probleme mit der Landeerlaubnis seien erstmals aufgetaucht.

Nach der Rückkehr nach Zürich wurden die fünf abgewiesenen Asylbewerber aus Gambia wieder in Ausschaffungshaft genommen. Wie Montani sagte, ist ein erneuter Rückschaffungsflug nach Gambia vorgesehen.

Das BFM hält sich bezüglich der Zahl der Personen, des Zeitpunkts und den allenfalls weiter anzufliegenden Orten eines weiteren Sonderflugs nach Gambia bedeckt. Es begründet dies mit der Sicherheit. Die Kosten des neuen Fluges liegen ebenfalls bei rund 110 000 Franken.

(sda)