Bitcoins erpresst

30. April 2019 21:34; Akt: 30.04.2019 21:34 Print

Cyber-Gangster drohen mit Säureanschlag

In Mails drohen Erpresser damit, dem Empfänger Gewalt anzutun, wenn er kein Lösegeld bezahlt. Die Masche funktioniert aber schlecht.

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Dreister Einschüchterungsversuch: Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) registrierte E-Mails, in denen dem Empfänger ein Säure- oder Bombenanschlag angedroht wird. Wer sich schützen will, sollte Bitcoins überweisen. Das geht aus dem Halbjahresbericht der Meldestelle hervor.

Solche Drohungen führten aber dazu, dass Betroffene die Behörden eher kontaktierten, heisst es im Bericht weiter. Laut der Meldestelle funktionierte die Masche denn auch schlecht: Auf die in den Mails angegebenen Bitcoin-Adressen gab es keine Transaktionen.

Mit Sex-Bluff 360'000 Franken erbeutet

Besseres Geld lässt sich mit einem anderen Bluff verdienen: So behaupten Cyberkriminelle seit Juli 2018 in Mails, Zugang zum Computer und zur Webcam erlangt zu haben. Sie drohen damit, Bilder und Videos mit sexuellem Inhalt zu veröffentlichen.

Anders als bei herkömmlichen Sextortion-Fällen, in denen das Opfer vor der Kamera zu sexuellen Handlungen verleitet wird, verfügen die Erpresser aber über kein explizites Material. Um den Bluff glaubhaft zu machen, werden alte Passwörter aus Datendiebstählen oder Handynummern angegeben.

Laut dem Bericht rentiert das Geschäft, obwohl jeweils eher kleinere Beträge gefordert werden. Eine Analyse der Bitcoin-Adressen in den gemeldeten Mails zeigt, dass im zweiten Halbjahr 2018 fast 100 Bitcoins einbezahlt wurden. Das entspricht einem Gegenwert von rund 360'000 Franken. Ob nur Schweizer auf die Adressen eingezahlt haben, ist nicht bekannt.

Es sei zu erwarten, dass die «Fake Sextortion»-Wellen weitergingen, heisst es im Bericht. Weil Nachahmungstäter aufspringen dürften, rechnen die Experten damit, dass die Fälle noch zunehmen werden. Ihr Tipp: «Zahlen Sie unter keinen Umständen Lösegeld!» Denn so werde die Masche nur befeuert.

Auf der Website Stop-sextortion.ch können Sie Erpresser-Mails melden.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 01.05.2019 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ignorieren

    Nie etwas bezahlen und ignorieren und ev. anzeigen, lautet die simple Lösung

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  • Denkpause am 01.05.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internet und E-Mails ...

    ... sind eine gute Sache, wären da bloss nicht die Kriminellen.

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  • Der Tom am 30.04.2019 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Bitcoin

    Kann jemand erklären wieso das ein Vorteil für die Gangster sein soll? Meiner Meinung nach ist das viel zu riskant und die meisten Opfer werden wohl Mühe haben Bitcoins zu beschaffen. Könnte sogar gut sein, dass die Adressen bereits gesperrt sind bei Coinbase und co. Das macht es für Leute die sich nicht auskennen fast unmöglich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 02.05.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    floppy

    ich sage dann immer: sorry der bitcoin fällt durch die aussparung beim dvd laufwerkausfahrdingens. der usb 3.0 anschluss ist zu wenig hoch. und floppy hab ich nicht. klappt in 9 von 10 fällen. der 10. hat gesagt ich soll den sd kartenslot benutzen... wo ist der denn?

  • XVGrulz am 01.05.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Warum sollte man?

    Wieso sollten sich Betrüger mit einem KYC Account bzw. Verifizierung bei Coinbase anmelden. Um BTC in echtes Geld zu tauschen kann man auch über Localbtc machen. Gibt genug Seiten. Ich hätte Verge genommen...

  • Omi81 am 01.05.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    dear victim

    Ja, solche Mails bekomme auch ich hin und wieder, manche fangen sogar an mit "dear victim". Ich finde den Erpressungsversuch einer Achzigjährigen sehr amüsant, würde dem Erpresser gern zurückschreiben, er kann gern Fotos und Videos veröffentlichen, von wem auch immer, geht aber nicht, ist ja von meiner Emailadresse aus versendet worden.

  • phil am 01.05.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bit-Coin soll sicher sein....

    Schon ok, aber da kann jemand schauen, ob Geld auf ein Konto einbezahlt worden ist... da läuten bei mir alle Alarmglocken.. Viele schreien nach Bit-Coin, Blockchain... dann das... Mir ist es lieber, wenn eine Bank eine Datenbank installiert, und dort meine Daten verwaltet... Bin selber Informatiker - aber sehe nach wie vor nicht den Nutzen von Bit-Coin ein... Und mit zentraler Datenbank könnte man diese Typen besser schnappen...

  • F. Gabathuler am 01.05.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Das Melani ist nutzlos

    Seite es diese Melde und Analysestelle namens Melani gibt, hat diese Stelle noch nichts getan um das Problem zu lösen. Die brauchts einfach nicht.