Heaven Zürich

13. März 2019 16:58; Akt: 13.03.2019 17:34 Print

Gay-Club verwehrt schwulem Syrer Eintritt

Der homosexuelle Adil* (23) fühlt sich diskriminiert, weil er nicht in den Zürcher Club Heaven eingelassen wurde. Der Club-Chef nimmt Stellung.

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Als Adil* am letzten Freitag in den Zürcher Schwulenclub Heaven wollte, wurde er am Eingang abgewiesen. «Der Security behauptete, ich sei nicht schwul. Er wisse, wer schwul sei und wer nicht», berichtet der 23-jährige Syrer, der aufgrund seiner sexuellen Orientierung in die Schweiz geflüchtet ist.

Er habe entgegnet, ob er ihm als Beweis seine Apps und Fotos zeigen solle. Umsonst. Als er es zu einer späteren Uhrzeit wieder versucht habe, sei er mit dem Argument abgewiesen worden, dass er ein Flüchtling sei. «Ich war traurig und fühlte mich diskriminiert.»

Zurück nach Hause konnte Adil nicht mehr. Es fuhr kein Zug mehr in seine zwei Stunden entfernte Aargauer Gemeinde.

«Das habe ich niemals gesagt»

Der Einsatzleiter bestätigt zwar, dass der junge Mann am besagten Abend abgewiesen wurde: «Der Betroffene kam in einer grossen Gruppe, und das Bauchgefühl stimmte einfach nicht. An diesem Abend feierte der Club Heaven sein 6-Jahr-Jubiläum. Weil wir viele Stammgäste erwarteten, waren wir bei den Einlasskontrollen strenger.»

Darauf sei eine Diskussion entbrannt und er sei sogar beschimpft worden. Aber: «Ich habe niemals gesagt, dass er nicht schwul oder ein Flüchtling sei.» Er arbeite seit über zehn Jahren als Security und zwei davon im Heaven und wisse sehr wohl, wie man mit Gästen professionell umgehe.

Das unterschreibt auch Marco Uhlig, Heaven-Geschäftsführer. Die Sicherheitsleute würden immer respektvoll mit den Besuchern umgehen. «Unser Club ist der toleranteste Club der Stadt Zürich. Wir sind für alle da, ausser für Betrunkene oder Aggressive.»

Bestimmt auftreten müssten die Sicherheitskräfte aber auch, wenn die Besucher zu laut würden, denn der Club befinde sich mitten in der Altstadt und es gelte, Lärmklagen von Nachbarn zu verhindern. Da werde auch schon mal die Polizei geholt oder ein Hausverbot ausgesprochen. «Schliesslich geht es um unsere Existenz.»

*Name der Redaktion bekannt

(dp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patricia am 13.03.2019 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Heutzutage...

    Heutzutage wird einem zur jeder Gelegenheit, wenn man was nicht bekommt, gleich Diskriminierung oder Fremdenfeindlichkeit auf den Tisch geknallt. Sorry Leute, aber im Leben wird jeder mal wo auch immer, abgelehnt. Damit muss man nun mal leben ohne aber gleich jedes Mal zur Presse dackeln zu müssen. Und schlussendlich; der Besitzer des Ladens bestimmt wer rein darf und wer nicht! Basta!

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  • Hechty am 13.03.2019 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hausrecht

    Man darf sich gerne diskriminiert fühlen, wenn man nicht in einen Club gelassen wird, aber das ändert nichts am Recht des Clubs die Gäste selbst zu bestimmen.

  • Frage der Fragen am 13.03.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Service Public

    Eine Bar und/oder Disco ist kein Service Public und kann sich genau so wie eine Bank, Versicherung und andere Dienstleister aussuchen welche Kundschaft sie wünscht. Dies ist keine Diskriminierung, dies ist Firmenpolitik. Wenn ich ein Tattoo möchte und das Tattoostudio an diesem Tag ausgebucht ist, sprechen wir dann auch von Diskriminierung?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arm am 14.03.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was?

    Keine anderen sorgen?

  • Name am 14.03.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heaven

    Ich wusste ja gar nicht, dass es in Zürich so einen oben-ohne-Himnel gibt. ;) Ich selber bin heterosexuell, feiere aber unglaublich gerne mit Gays. Macht einfach viel mehr Spass.

  • huschmie am 14.03.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doch nicht so tolerant

    Sooo tolerant sind jetzt die Schwulen auch nicht. Nur ihnen gegenüber wird Offenheit gefordert. Das ist für Randgruppen symptomatisch.

  • ZH-Szenie am 14.03.2019 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Windis

    Die Windis, Windjackenträger aus dem Aaargau, weil sie immer so lange vor dem Kaufleuten anstehen mussten, wurden auch oft abgewiesen. Haben sich nie beklagt sondern haben es einfach mit einer noch dickeren Windjacke versucht:-)

  • Martin am 14.03.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Problemchen

    Jaja, jeder hat seine Probleme. Ist aber interessant zu lesen, was Flüchtlinge für welche haben. Mir scheint es, ein normaler Schweizer hat wesentlich existentiellere Probleme. Damit ich nicht als Rassist gelte, darf ich keine Meinung haben. Aber Steuern bezahlen um den Adil und seinen Ausgang zu finanzieren, das darf ich dann schon.