Vorsicht auf Reisen

20. Juli 2014 22:22; Akt: 21.07.2014 10:54 Print

Gefälschte Medikamente sind lebensgefährlich

Dass Medikamente aus dem Internet überwiegend gefälscht sind, ist bekannt. Experten warnen, dass Medikamente, die man im Ausland kaufen kann, nicht weniger gefährlich sind.

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Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 10 Prozent aller Medikamente gefälscht, in Asien und Afrika sind es 30 Prozent. (Bild: Keystone)

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Die Hälfte der im Internet angebotenen Medikamente sind gefälscht. Das Gleiche gilt für einen Drittel der auf Reisen gekauften Arzneimittel. Diese Pillen, Tropfen und Salben gefährden die Gesundheit – und können gar zum Tod führen. In der Schweiz ist ein solcher Fall nachgewiesen.

Gefälschte Medikamente sind weniger bekannt und vor allem weniger erkennbar als gefälschte Uhren oder Kleider. Aber sie sind ebenso wie andere Fälschungen leicht via Internet erhältlich – oder auf Reisen im Ausland.

Schwermetalle nachgewiesen

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 10 Prozent aller Medikamente gefälscht, in Asien und Afrika sind es 30 Prozent. Doch die Zahlen seien schon älter, warnt Ruth Mosimann vom Schweizerischen Heilmittelinstitut swissmedic. «Es sind Lifestyle-Medikamente, die wir finden», sagte Stop-Piracy-Vizepräsident Jürg Herren kürzlich im Westschweizer Radio RTS. Schlankheitsmittel, Steroide und Potenzmittel führen die gefährliche Liste an.

«Dieser Schleichhandel ist einer der gefährlichsten – neben demjenigen mit Ersatzteilen», sagte Stop-Piracy-Zentralsekretär Lukas Lüthi auf Anfrage. Christophe Darbellay, Dienstchef beim Flughafenzoll in Genf bestätigt diese Aussage. Swissmedic habe zum Beispiel in Schlankheitsmitteln Schwermetalle nachgewiesen.

Zu wie vielen Todesfällen gefälschte Medikamente in der Schweiz führen, ist nicht bekannt. Ein 23-jähriger Jurassier, der Ende Mai an einem Herzversagen starb nachdem er sich Testosteron und das Steroid Mastabol gespritzt hatte, ist der «erste nachgewiesene Fall», wie Mosimann von swissmedic erklärte. Zuvor war in der Schweiz noch nie ein solcher Fall belegt worden.

(sda)