Munition in Mitholz BE

28. Juni 2018 18:53; Akt: 29.06.2018 09:52 Print

«Hauptgefahr liegt in der Anlage selber»

Im ehemaligen Munitionsdepot im Berner Oberland liegen immer noch 3500 Tonnen Munitionsreste. Jetzt räumt die Armee eine Truppenunterkunft.

Regina Trachsel hat die Explosion des Munitionslagers miterlebt. (Video: SDA)
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Im vor 71 Jahren in die Luft geflogenen ehemaligen Munitionsdepot Mitholz der Armee im Berner Oberland besteht ein höheres Explosionsrisiko als bisher angenommen. Der Bund hält es allerdings nicht für nötig, Sofortmassnahmen zu ergreifen.

Neue Informationen zum Unglück in Mitholz BE

Wie der Bundesrat am Donnerstag bekanntgab, hatten Beurteilungen in den Jahren 1949 und 1986 ergeben, dass es bei einer weiteren Explosion im Munitionsdepot nur zu kleinen Schäden käme. Eine Truppenunterkunft und ein Lager der Armeeapotheke in dieser Anlage könnten nicht weiterbetrieben werden.

Bei Planungsarbeiten für ein neues Rechenzentrum in der Anlage haben nun aber Untersuchungen ergeben, dass äussere Einwirkungen wie ein Felssturz eine Explosion verursachen könnten. Diese Explosion könnte auch Schäden in der nahen Umgebung anrichten. Als Auslöser für eine Explosion kommen auch der Einsturz von Anlageteilen oder eine Selbstzündung von verschütteten Munitionsrückständen in Frage.

«Ich war überrascht»: Guy Parmelin beantwortet die wichtigsten Fragen zum Munitionsdepot. (Video: Martin Bürki)

Die Grenzwerte für die heute geltenden Regelungen im Umgang mit Risiken werden jedenfalls nicht eingehalten.

Deshalb hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, weitere Abklärungen zur Risikobeurteilung und zur Senkung des Risikos zu treffen. Eine Arbeitsgruppe soll das tun.

Dorf wird nicht evakuiert

Wie Bundesrat Guy Parmelin am Donnerstag in Mitholz vor den Medien sagte, besteht keine Notwendigkeit, das Dorf Mitholz zu evakuieren oder die Strasse nach Kandersteg zu sperren. Auch die Bahn ist nicht betroffen.

In Mitholz vernichteten 1947 drei grosse Explosionen etwa die Hälfte der dort eingelagerten 7000 Bruttotonnen Munition. Neun Menschen starben, als herumfliegende Felsbrocken Häuser trafen, sieben wurden verletzt, 200 obdachlos. Der Grund für die Explosionen konnte nie restlos geklärt werden.

«Hauptgefahr liegt in der Anlage selber»: Bundesrat Guy Parmelin an der Pressekonferenz. (Video: Martin Bürki)

Heute befinden sich laut einer Schätzung noch rund 3500 Bruttotonnen Munition mit mehreren hundert Tonnen Sprengstoff in den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel davor.

Gemeinderat «durcheinander»

Der Gemeindepräsident von Kandergrund BE – zu dieser Gemeinde gehört Mitholz – sagte vor den Medien, der Gemeinderat sei nach der Information durch den Bund ein bisschen durcheinander. Er könne die Neuigkeiten noch nicht einordnen. Er sei froh, dass das VBS eine Hotline für die Bevölkerung einrichten wolle, so Gemeindepräsident Roman Lanz.


«Ich war in Schockstarre»: Interview mit dem Gemeindepräsidenten von Kandergrund Roman Lanz. (Video: Martin Bürki)

Nach der Medienkonferenz stand eine Information für die lokale Bevölkerung auf dem Programm.

Wohnen Sie in Mitholz oder in der Nähe? Was halten Sie von den neuen Informationen? Schreiben Sie uns an feedback@20minuten.ch.

(hvw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Autofahrer am 28.06.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichbehandlung...

    Zum Glück ist das keinem Privaten passiert...beim Bund macht ja alles nichts...

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  • P. Schweizer am 28.06.2018 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Räumt das Zeug weg

    Wieder eine Arbeitsgruppe, die Millionen verschlingt. Weg mit dem Zeugs und fertig.

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  • Jos Peperkamp am 28.06.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg damit

    hände vor die Augen und was ich nicht sehe ist auch nicht da. mit das heutige wissen und stand der Technik sollte man direkt räumen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • r(h)ino am 30.06.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer bei Problemen

    nur was das wirkliche Problem ist, bleibt unklar und wie es ansatzweise gelöst werden könnte - auch nicht

  • ein Schweizer am 30.06.2018 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    ist leider so

    Ich habe mehr angst vor Terroranschlgen

  • Daniele C am 29.06.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Littering....

    ....made by swiss Army. Ist bedenklich! Über einen weggeworfenen Plastiksack regt man sich auf. Aber die Armee darf alles!

  • Oliver R. am 29.06.2018 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Frage

    Verfügt die Armee nicht über Bau-, Bergungs, Entschärfungstruppen? Wenn ja, haben sie jetzt das perfekte "Übungsgelände". Man muss nichts künstlich erstellen/ausdenken, ist alles vorhanden und entspricht realer Gefahr.

  • Mr. Spock am 29.06.2018 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soviel zu

    früher war alles besser