Bedingungsloses Grundeinkommen

03. Mai 2016 11:10; Akt: 03.05.2016 13:54 Print

Gegner fürchten um den Wohlstand

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre ein Migrationsmaget und führe in einen Teufelskreis, so das Nein-Komitee.

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Ertrag ohne Aufwand: Initiant demonstriert für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Zürich. (14. März 2016) (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen ist aus Sicht der Gegner ein gefährliches Experiment. Ein Ja in der Abstimmung vom 5. Juni würde das gesamte Wirtschafts- und Sozialsystem auf den Kopf stellen, warnt das Nein-Komitee.

Das Vorhaben stelle nicht nur Schweizer Werte wie Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung in Frage, sondern gefährde den Schweizer Wohlstand, argumentierten Vertreterinnen und Vertreter der FDP, SVP, SP, CVP, GLP und BDP am Dienstag vor den Medien in Bern.

Bei einem Ja zur Initiative würden alle in der Schweiz lebenden Menschen unabhängig von einer Erwerbstätigkeit ein Einkommen erhalten. Die Höhe lässt der Initiativtext offen. Die Initianten gehen jedoch von 2500 Franken aus.

Angst vor Ausnutzung

Bei der Frage der Finanzierung werde klar, dass die Idee ein Luftschloss sei, schreiben die Gegner. Die Schweiz würde in einen Teufelskreis von Steuererhöhungen und negativen Arbeitsanreizen geraten. Dass das System ausgenutzt werden könne, liege auf der Hand. Schwarzarbeit und Tauschhandel würden florieren.

Das Komitee gibt auch zu bedenken, dass 2500 Franken mehr seien als in vielen europäischen Ländern verdient werde. So liege etwa in Rumänien das Nettoeinkommen bei knapp 400 Euro. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde also wie als Migrationsmagnet wirken.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 03.05.2016 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohnanpassungen wären sinnvoller!!

    CEO Gehälter und Boni senken und vor allem auch mit Malus versehen. Pflegeberufe besser entlöhnen, wie werden immer älter! Eine Umverteilung von oben nach unten wäre schon lange überfällig!!

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  • Marco am 03.05.2016 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Alternativen?

    Der aktuelle Kurs öffnet die Schere zwischen Arm und Reich. Der Wohlstand ist also bereits massiv gefährdet. Das BGE mag der falsche Weg sein (ich kann das nicht beurteilen), aber anstatt immer nur zu nörgeln, was alles nicht geht, wie wäre es denn mal mit einem Gegenvorschlag? Also ENTWEDER haben sie keine bessere Idee ODER sie glauben, es laufe ganz gut so wie es ist. Beides spricht nicht wirklich für die Gegner des BGE. Wir Schweizer rühmen uns immer damit, dass unsere Vorfahren gefürchtet waren. Solokurs wider allen Steinen im Weg. Das machte schon der Tell. Wieso nicht hier?

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  • roke01 am 03.05.2016 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    135 mia

    vor allem meiner rechnung nach 135 miliarden franken pro jahr woher nehmen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bonifatz am 04.05.2016 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine gute Idee

    Unsere Sozialsysteme werden ja bereits ausgenutzt. Was denkt ihr passiert wenn sich herumspricht dass man in der Schweiz fürs Geld nicht arbeiten muss..Ja eben..vergessen wir diese Idee so schnell wie möglich. Arbeit soll immer lohnen, und es muss auch eine MOTIVATION geben um zu arbeiten, ist das BGE zu tief angesetzt wird die Idee sinnlos, ist es "Menschenwürdig" angesetzt geht niemand mehr arbeiten..einfach ein Zeichen setzen bei der Abstimmung, und mit einem fetten Nein diese Utopie den Bach runter spülen.

  • Andreas Meier am 04.05.2016 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    um was geht es?

    hat jemand eigentlich den Initiativtext schon gelesen? Art. 110a (neu)Bedingungsloses Grundeinkommen 1 Der Bund sorgt für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. 2 Das Grundeinkommen soll der ganzen Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen. 3 Das Gesetz regelt insbesondere die Finanzierung und die Höhe des Grundeinkom- mens. --> so falsch tönt das nun nicht wirklich...

    • Lara am 04.05.2016 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Klingt gut

      Genau..es tönt nur gut. Wer bezahlt dies.. Immer die selben, oder? Für jeden dahergelaufenen soll ein bge bezahlt werden? Auch wenn das einige meinen, das Geld wächst nicht auf Bäumen. Völliger Unsinn, zuwenig durchdacht. Meine Meinung

    • Kostka am 04.05.2016 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      an was tut es mich nur erinnern?

      ach ja, die Zukunft des Kommunismus: alle werden nach ihren Fähigkeiten arbeiten und nach ihren Bedürfnissen entlohnt. Und klar, was die Bedürfnisse sind bestimmen die Genossen.))))

    • patricia am 04.05.2016 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      um was geht es ?

      falsch daran ist: 1. was bedeutet 'bedingungslos' 2. was ist die 'Bevölkerung' ? 3. wie weit geht menschenwürdig 4. keine Angabe wie hoch das BGE sein soll, 5. kein Vorschlag wie es finanziert werden soll. Natürlich ist nichts falsch, weil auch gar kein 'Fleisch am Knochen' ist. Ich werde mich hüten etwas anzunehmen bevor ich die oben genannten Fragen beantwortet bekomme.

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  • Tralala am 04.05.2016 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Was hier offensichtlich viele nicht wissen: Wir stimmen NICHT über 2500.- ab. Diese Zahl wurde von den Initianten ins Spiel gebracht. Bei der Annahme der Vorlage bleibt offen, wieviel BGE es geben wird!

    • Bonifatz am 04.05.2016 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tralala

      Es wird kein BGE geben, somit erübrigt sich dieser Betrag.

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  • Bea Scheiwiller am 04.05.2016 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine Realität

    den Gedanken mit den Gehältern für Pflegeberufe verstehe ich gut. und finde ihn bedenkenswert. als ehemalige Pflegende hätte ich mir jedoch immer mehr und geregeltere Freizeit gewünscht ohne finanzielle Einbusse. Ich überlege mir, ob nicht bedeutend mehr Menschen gesund altern würden, wenn Stress während des Berufslebens reduziert wird, wenn allgemein finanzielle Entspannung eintritt und mehr Menschen die Möglichkeit haben Berufe und Arbeitgeber zu wählen, die ihrem Wesen entsprechen und nicht ausschliesslich ihren finanziellen Bedürfnissen

    • patricia am 04.05.2016 08:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Bea Scheiwiller

      es bringt aber nur denen etwas die wegen teilzeitarbeit auf ein einkommen unter 2500fr fallen. wenn sie bei einem gehalt von 5000/100% auf 80% reduzieren, dann verdienen sie immer noch mehr als das BGE, nämlich 4000 und sie profitieren überhaupt nicht. Besser endlich mal vernünftige mindestlöhne einführen.

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  • Andreas Meier am 04.05.2016 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrpersonhaushalte

    Das grösste Problem ist der fixe Betrag pro Person. 2500.- für einen Haushakt scheinen ok, aber wenn schon zwei Personen in der gleichen Wohnung leben, dann steht unverhältnismässig mehr zur Verfügung. Das darf nicht die Idee sein. Besser wäre es, den Betrag fkexibel nach Aufwand zu berechnen, so wie es heute bei einer Ehetrennung gemacht wird. Braucht aber mehr Burokratie...