AKW Mühleberg

22. März 2011 11:38; Akt: 22.03.2011 13:40 Print

Gegner wollen AKW sofort stilllegen

Das AKW Mühleberg müsse aus Sicherheitsgründen sofort vom Netz genommen werden: Das fordern die Gegner des Atomkraftwerks von Bundesrätin Doris Leuthard.

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Im Kampf gegen das AKW Mühleberg wenden sich die Gegner nun ans Departement von Bundesrätin Doris Leuthard: Das Uvek solle die sofortige Ausserbetriebnahme aus Sicherheitsgründen anordnen, heisst es in einer am Dienstag präsentierten Eingabe.

Die Mühleberg-Gegner kämpfen seit langem gegen die unbefristete Betriebsbewilligung, die das AKW Ende 2009 vom Bund erhielt. Das Dossier liegt zurzeit beim Bundesverwaltungsgericht. In einem Zwischenentscheid gewährte das Gericht den Beschwerdeführern Einsicht in einen kleinen Teil der Sicherheitsakten.

9 von 80 Aktenordnern bekamen die AKW-Gegner zu sehen. Was darin steht, dürfen sie nicht sagen. Man habe aber ein Gutachten beim Öko- Institut Darmstadt erstellen lassen, das Erkenntnisse aus der Akteneinsicht berücksichtige, sagte Rainer Weibel als Anwalt der Beschwerdeführer am Dienstag vor den Medien in Bern.

Das Darmstädter Gutachten befasse sich unter anderem mit den - seit Jahren bekannten - Rissen im Kernmantel des AKW Mühleberg. Zuganker sollen den Mantel zusammenhalten, doch die neue Studie untermauert laut Weibel die Zweifel an der Funktionstüchtigkeit dieser Nachrüstung.

Dabei sei gerade in Japan eine der Funktionen des Kernmantels deutlich geworden, betonte Jürg Aerni von Fokus Anti-Atom. Unter anderem dank intaktem Kernmantel habe man die Reaktoren wenigstens abschalten können, womit die Leistung auf die Nachzerfallswärme sank. «Mit einem rissigen Kernmantel wäre das fraglich gewesen.»

In den Akten hätten sich auch erschreckende Angaben zum Thema Erdbeben gefunden, berichteten die Atomgegner weiter. Erdbeben seien in Mühleberg der wahrscheinlichste Grund für eine Kernschmelze. Aus den eingesehenen Unterlagen gehe nicht hervor, dass Mühleberg für den Erdbeben-Fall die Einhaltung der Strahlenschutzverordnung nachweisen könne.

Bund soll reagieren

Anwalt Weibel spielte den Ball deshalb dem Uvek zu: Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation soll Mühleberg die Betriebsbewilligung definitiv entziehen, heisst es in der einen Eingabe.

Bis es so weit sei, dürfe Mühleberg aber nicht in Betrieb bleiben, betonte Weibel - das sei zu gefährlich. Deshalb beantragte er beim Uvek auch die vorsorgliche Ausserbetriebnahme bis zum rechtskräftigen Abschluss des ordentlichen Verfahrens.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verena am 22.03.2011 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist diese humanitäre Grösse jetzt ?

    Typisch Linke und Grüne, wenn es darum geht die Schweiz mit 100'000enden fremder Menatlitäten, Forderungen, Sprachen, Glaubens- und Lebensweisen förmlich zu überfluten, (gleich einem MultiKulti Tsunami), dann schreien sie alle "HURRAA". Aber wenn dann am anderen Ende der Welt mal was in die Hose geht treten sie einen Tsunami der künstlichen Entrüstung los zum Zweck der Durchsetzung ihrer eigene politischen Dogmen, Forderungen und Wunschträume. Es wäre wirkliche angebracht den Opfern dieser Tragödie zu gedenken und zu helfen, anstatt sich die Hände über Fukushjma zu reiben!

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  • Volta am 22.03.2011 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, schon...

    Traurig genug, was in Japan passierte. Das Trauerspiel der ewigen Trittbrettfahrer und Situationsprofiteure ist aber die schamlose Spitze. Ich bin auch dafür alternative Energien zu suchen und zu nutzen; aber zuerst muss es eine geben. Cleantech-Subventionsprofiteure und Abzocker sind bis anhin keine Alternative. Die wollen sich nur auf unsre Kosten sanieren.

  • Gutzi am 22.03.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch nur

    billige Polemik. Schon mal aufgefallen, dass nur linke die Lage in Japan für ihre Zwecke ausnutzen? Wie die Geier. Sicher sind viele für den Ausstieg, aber nicht so Alternativlos wie das die linke probagiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Navor am 24.03.2011 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    A oder B

    Es ist ganz einfach. Man hat die Wahl zwischen A) AKW und weiter so leben wie heute oder B) man wählt die erneuerbaren Energien. Wählt man A) so besteht immer ein gewisses Risiko, aber man muss nicht mehr zahlen und weniger Strom brauchen. Wählt man B) so muss sicher auf Strom verzichtet werden, denn die erneuerbaren Energien sind nicht zu genüge vorhanden und sie sind kurzfristig teuer. Da der Mensch selten bis gar nicht auf etwas verzichtet was er bereits besitzt, kann man daher von der Variante A ausgehen

  • Emanrov Eman am 23.03.2011 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Leben ist tödlich!

    Leben ist tödlich - Wissen ist Macht! Bevor Ihr unsere Kraftwerke "beleidigt" und ihnen vorwerft, sie seien nicht sicher genug, geht in ein Besucherinfozentrum eines Kernkraftwerkes - In Leibstadt z.B. hat ein sehr interessantes Besucherinfozentrum - und nehmt euch dieser Technik an und schaut was ein solches Werk ist, seht wie es Energie erzeugt, seht wie es gebaut ist und seht, welche Sicherheitsmassnahmen einen verantwortbaren Betrieb erlauben. Bildet euch anschliessend in Anbetracht der Ereignisse in Japan erneut eine sachliche Stellung zu dem Thema. Leben ist tödlich - Wissen ist Macht!

    • Noro elle am 24.03.2011 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Mensch nicht das wichtigste!

      Sie gehen also davon aus, dass sich die Atomgegner noch nie mit der Materie auseinander gesetzt haben?Da liegen Sie absolut falsch.Ich denke, dass jeder Atomgegegner (nicht die Mitläufer der letzten Wochen) sich besser mit der Kernenergie auskennt, als die meisten Befürworter. Und denken Sie wirklich, dass die Betreiber ehrlich sind? Natürlich erzählen Sie, dass es sicher sei-sonst würden ja alle Sturm laufen! Zudem geht es bei den AKWs nicht nur um das Risiko, sondern auch um den Müll und die Uranbeschaffung.Und noch etwas-es geht hier nicht nur um Menschen, sondern um den Planeten Erde!

    • Eva Capris am 30.03.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      AKW-Ausstieg so schnell wie möglich

      Statistisch gesehen geht ein AKW alle 1000 Jahre hoch. Ich habe mittlerweile 2 AKW Katastrophen innerhalb von 25 Jahren miterlebt! Wissen ist Macht-das ist wohl wahr. Irren ist menschlich und ist in einem Atomkraftwerk fatal-ist wohl auch wahr... Es ist nicht nötig bis nach Leibstadt zu fahren, schon im Internet erhält man ausreichend Horror-Informationen z. B. über das AKW Mühleberg. Kaum einer scheint zu Wissen, dass der Kernmantel Mühleberg tiefe Risse aufweist (bis zu 90% der Wandstärke). Auch verursachen "unsere" geliebten AKWs Leukämien bei einem Normalbetrieb!!! Geht wählen ;-)

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  • Andreas Dietrich am 23.03.2011 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Goldesel

    Klar Mühleberg ist sicher, todsicher. Einige Abzocker der Strombranche und ihre Hausbanken verdienen sich eine goldene Nase, solange der Schrottreaktor läuft und nicht hochgeht. Deshalb ist er ja auch sooo sicher.

  • H.P. am 23.03.2011 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentllich wissen es alle!

    Die einen stehen dazu, andere warten noch ab. Das manifest gewordene "Restrisiko" kann aufgrund der existenziellen Tragweite und nach der jüngsten Katastrophe niemand mehr verantworten. - Es geht jetzt um einen geordneten Ausstieg und eine neue Energiepolitik. Dabei müssen alle Parteien Kompromisse machen. Wir können nicht den Fünfer und das Weggli haben.

  • Patrick Mischler am 23.03.2011 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mühleberg 2 realisieren und...

    Man sollte lieber Mühleberg 2 nach den neusten Erkenntnissen realisieren und dann Mühleberg 1 abschalten.