Schlechte CO2-Bilanz

24. Juli 2019 04:51; Akt: 24.07.2019 13:22 Print

Klimakiller Haustier – darf man noch Katzen halten?

Für Tierfreunde ist der eigene Hund oder die eigene Katze unentbehrlich. Je nach Haltung verursachen sie aber erhebliche CO2-Emissionen.

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Angesichts der Klimaerwärmung fordert eine deutsche Autorin: «Wer dem Klima etwas Gutes tun will, sollte sich weder einen Hund noch eine Katze anschaffen.» Langfristig solle die Züchtung der Vierbeiner eingestellt werden. Dies begründet sie damit, dass «der ökologische Fussabdruck einer deutschen Katze ist im Durchschnitt genauso gross wie der eines Ägypters». Hinzu komme, dass besonders tierliebe Besitzer für ihren Begleiter «Luxusnahrung» kauften, die zu 75 Prozent aus hochwertigem Fleisch bestehe. Auch in der Schweiz hat die Debatte Fahrt aufgenommen, seit Niels Jungbluth, Experte für Ökobilanzen, den ökologischen Fussbadruck von Haustieren berechnet hat. Eine Katze verursacht demnach pro Jahr Klimagase im Wert von 1300 Flugkilometern, ein Hund von 3290 Kilometern und ein Pferd gar von 8300 Kilometern. Niels Jungbluth begrüsst deshalb die Forderung, die Haustierzucht kritisch zu hinterfragen. Denn um die Klimaziele zu erreichen, müssten wir unser CO2-Budget radikal einschränken. Doch selbst die Umweltschützer aus dem links-grünen Lager haben ein zu grosses Herz für die Schweizer Büsis und Hunde, dass sie deren Haltung den Bürgern vermiesen wollten. «Den Familienhund zu verbieten, hat im Kampf gegen den Klimawandel keine Priorität», sagt Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen. Auch Meret Schneider vom Verein Sentience Politics sieht bei den Haustieren höchstens einen Nebenschauplatz, sagt aber: «Es macht keinen Sinn, Hunde oder Katzen als Haustiere zu züchten, während die Tierheime voll sind.» Gar nichts anfangen mit einem Haustier-Verbot kann Urs Weiss, Präsident des Vereins Kleintiere Schweiz, der auch die Zeitschrift «Tierwelt» herausgibt. Es sei falsch, nun aufgrund des Hypes ums Klima jahrhundertealte Kulturgüter, wie es die Haustiere und deren Rassen seien, anzugreifen. Denn sie sorgten auch für Biodiversität.

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Ist das Büsi ein Klima-Killer? Ja, findet eine Autorin der deutschen Tageszeitung «Neues Deutschland» und prangert den ökologischen Fussabdruck unserer Haustiere an.

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Angesichts der Klimaerwärmung fordert sie: «Wer dem Klima etwas Gutes tun will, sollte sich weder einen Hund noch eine Katze anschaffen.» Langfristig solle die Züchtung der Vierbeiner eingestellt werden. Dies begründet sie damit, dass «der ökologische Fussabdruck einer deutschen Katze im Durchschnitt genauso gross wie der eines Ägypters ist».

Hund ist schädlicher als ein Geländewagen

Hinzu komme, dass besonders tierliebe Besitzer für ihren Begleiter «Luxusnahrung» kauften, die zu 75 Prozent aus hochwertigem Fleisch bestehe. «Durch die gute Versorgung steigt die Lebenserwartung der Tiere, was letztlich wiederum ihren ökologischen Fussabdruck weiterwachsen lässt.»

Eine Studie, die ihre Forderung stützt: Eine neuseeländische Untersuchung kam 2009 gar zum Schluss, ein Hund verursache einen doppelt so hohen CO2-Ausstoss wie ein 4,6-Liter-Landcruiser, der 10'000 Kilometer pro Jahr unterwegs ist.

Auch in der Schweiz hat die Debatte Fahrt aufgenommen, seit Niels Jungbluth, Experte für Ökobilanzen und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens ESU-services in Schaffhausen, den ökologischen Fussbadruck von Haustieren berechnet hat. Eine Katze verursacht demnach pro Jahr Klimagase im Wert von 1300 Flugkilometern, ein Hund von 3290 Kilometern und ein Pferd gar von 8300 Kilometern (siehe Box).

Das Futter macht den Unterschied

Zwar machten die Emissionen durch Haustiere insgesamt nur bis zwei Prozent der Gesamtbelastung der Schweiz beim Konsum aus, sagt Jungbluth. Doch auf die CO2-Bilanz des Halters könne das Tier einen «recht massiven» Einfluss haben. «Wer ein Pferd hat, deckt bereits einen Drittel des durchschnittlichen CO2-Ausstosses pro Person damit ab», sagt Jungbluth. Bei Hunden seien es etwa sechs Prozent pro Tier, wobei der Wert rasch in die Höhe schnelle, je mehr Fleisch der Halter dem Tier füttere. «Es gibt ja regelrechte Luxus-Nahrung für Haustiere, die die Klimabilanz nochmals deutlich verschlechtert», sagt Jungbluth.

Er verweist auf das «nicht zu unterschätzende Einsparpotential»: Der Verzicht auf Haustiere könne ähnlich viel CO2 einsparen, wie wenn man Ferien in der Schweiz statt am anderen Ende der Welt mache.

«Nicht mit Klimazielen vereinbar»

Deshalb begrüsst Jungbluth die Forderung, die Haustierzucht kritisch zu hinterfragen. Denn um die Klimaziele zu erreichen, müssten wir unser CO2-Budget radikal einschränken. «Insbesondere grosse Haustiere sind mit den Klimazielen nicht vereinbar», so Jungbluth. Dafür braucht es nicht nur Verbote, sondern auch Lenkung, Effizienzsteigerungen und freiwillige Massnahmen.

Doch selbst die Umweltschützer aus dem links-grünen Lager haben ein zu grosses Herz für die Schweizer Büsi und Hunde, dass sie deren Haltung den Bürgern vermiesen wollten. «Den Familienhund zu verbieten, hat im Kampf gegen den Klimawandel keine Priorität», sagt Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen. Es sei zwar zu begrüssen, dass jeder Aspekt des Konsums hinterfragt werde. «Der viel grössere Hebel liegt aber bei der Massentierhaltung, die sehr schädlich fürs Klima ist», sagt Franzini.

Auch Meret Schneider vom Verein Sentience Politics sieht bei den Haustieren höchstens einen Nebenschauplatz, sagt aber: «Es macht keinen Sinn, Hunde oder Katzen als Haustiere zu züchten, während die Tierheime voll sind.» Vor diesem Hintergrund begrüsst sie, über ein Zuchtverbot zu diskutieren. Im Vordergrund steht aber auch für sie die Reduktion der Emissionen in der Massentierhaltung.

Tierfreunde betonen Vorteile von Haustieren

Gar nichts anfangen mit einem Haustier-Verbot kann Urs Weiss, Präsident des Vereins Kleintiere Schweiz, der auch die Zeitschrift «Tierwelt» herausgibt. Es sei falsch, nun aufgrund des Hypes ums Klima jahrhundertealte Kulturgüter, wie es die Haustiere und deren Rassen seien, anzugreifen. Denn sie sorgten auch für Biodiversität.

«Wir dürfen weiter nicht vergessen, dass viele Haustiere ihren Besitzer aus der Einsamkeit holen und für die Psyche des Menschen sehr wichtig sein können.» Weiss anerkennt, dass ein Haustier nicht dem «persönlichen Konsumrausch» dienen dürfe. «Dazu muss der Halter sich fragen, wie er das Tier gut und einfach halten kann und ob beispielsweise das Mäntelchen mit Swarovski-Steinen für den Hund wirklich nötig ist.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fantasma am 24.07.2019 05:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau, des Menschen bester Freund einstellen

    Und wann wird die Züchtung der Menschheit endlich eingestellt?!

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  • Max Der Kater am 24.07.2019 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollte...

    ...die Frage nicht eher lauten: Dürfen Katzen und andere Tiere noch Menschen halten? Schon in den 80ern witzelten wir: Alle wollen zurück zur Natur, aber nur nicht zu Fuss! Das sagt wohl alles.

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  • Normala am 24.07.2019 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kanns nicht mehr hören!!!!!!

    Liebe CH-Bevölkerung, Per 01.08.2019 muss jeder Einwohner/jede Einwohnerin die Atmung sowie die körperliche Aktivität aufgrund der zu hohen CO2-Emission um 90% herunterfahren sprich einstellen. Die Umwelt dankt. Jede Überschreitung des Maximalwertes wird mit unbedingtem Freiheitsentzug bis zu 10 Jahren geahndet. Sorry, hat man keine anderen Probleme mehr? Ich hör nur noch Klima in Abwechslung mit irgendwelchen Pseudo-Influencer-Meldungen......wann hört das auf????

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Die neusten Leser-Kommentare

  • NP am 31.07.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komische Ansicht

    Das ist ein Witz keinen Hund oder Katze zu halten. Am meisten ist der Mensch schuld am Klimawandel

  • Claudia Fähndrich am 25.07.2019 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Haustiere

    Ich liebe die Tiere, und sie haben ein Recht zu leben. Zuerst muss man den Luxus, Kreuzfahrtschiffe, Autos, Flugzeuge und den endlosen Transport von unnötigen Lebensmittel abschaffen. Turismus ist Klimakiller Nr. 1 und nicht lebenswichtig. Ich würde eine Geburtenregulierung vorschlagen für Mensch und Tier. Ältere und kranke Menschen sollten sterben dürfen, wenn sie wollen und können so CO2 einsparen

  • Marcel Brunner am 25.07.2019 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Tierfreund

    Die Verblödung macht steigernde Fortschritte, weiter so, ich schau weiter zu, gehöre ja zur Spezies Mensch.

  • Patrick am 25.07.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Studie schädlicher als eine Katze

    Um den Sinn dieser Studie annähernd zu verstehen musste ich eine halbe Flasche Vodka trinken und einen Joint rauchen. Das ist wohl mehr CO2 als meine Katze in einem Monat produziert. Somit ist die Studie schädlicher als meine Katze.

    • Det Rudolph am 07.08.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

      Alles für die Katz!!!

      Hey, genial! Warum sollte man nicht diese "Studienersteller" verbieten?

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  • Leggnilg am 25.07.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    2. Hochwertiges Fleisch im Katzenfutter,

    dass ich nicht lache. Dafür landen dann Augen, Hirn und sonstige Schlacht-Nebenerzeugnisse, in für den Menschen hergestellte Fleischkonserven aller Art. Kauft man in der Migros eine Dose Thon für den Menschen und eine für die Katze, ist der Unterschied offensichtlich und nicht nur beim Preis. Der ganze Artikel aus neues Deutschland ist einfach nur Müll. Im teuersten Katzenfutter liegt der Fleischanteil gem. Hersteller bei 40%, bei billigeren sind es gerade einmal 4% bis 12%. Der Rest besteht aus Proteinextrakt+ Nahrungsmittel-Nebenerzeugnissen. (wie z.B. Kleie bei der Weissmehlherstellung.)