Verhaltensregeln

18. Februar 2020 13:25; Akt: 18.02.2020 13:25 Print

Das ist zu tun, wenn ein Geisterfahrer kommt

Was müssen Fahrzeuglenker tun, wenn sie auf die falsche Fahrbahn geraten oder wenn sie durch einen Falschfahrer gefährdet sind? Die Polizei gibt Antworten.

Zwischen Bern und Thun war am Samstagvormittag ein Geisterfahrer unterwegs. Laut einem Leser-Reporter soll das Video vom Beifahrersitz aus aufgenommen worden sein. (Video: Tamedia)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit Anfang Jahr warnte Viasuisse 15-mal vor Geisterfahrern. Besonders tragisch endete eine Falschfahrt am Samstagvormittag in der Nähe von Rubigen BE. Ein 82-Jähriger geriet auf der A6 auf die falsche Fahrbahn, verursachte drei Unfälle und starb.

Doch wie verhält man sich, wenn man auf die falsche Fahrbahn gerät? Ein Verkehrspsychologe sagt zu 20 Minuten: «Sofort anhalten und mit den Warnblinkern und den Scheinwerfern auf sich aufmerksam machen. Sobald es geht, versuchen, zu wenden.»

Die Kantonspolizei Zürich widerspricht ihm aber auf Twitter. Auf Anfrage erklärt Carmen Surber, Mediensprecherin der Kantonspolizei Zürich, die Anweisungen: Erst sollte das Tempo reduziert werden, dann sollte man das Fahrzeug auf den Pannenstreifen lenken und es erst dann anhalten.

Wenn möglich im Anschluss daran das Fahrzeug verlassen und die nächste Notrufsäule aufsuchen. «Damit weiss die zuständige Einsatzzentrale direkt, wo sich die Person befindet», so Surber. «Wenn sie sich jedoch nicht in der Lage fühlt, das Fahrzeug zu verlassen oder es ihr gefährlich erscheint, kann natürlich auch das Mobiltelefon genutzt werden.» Es sei einfach wichtig, dass eine ungefähre Ortsangabe gemacht werden könne.

Wie geht die Polizei in einem solchen Fall vor?

Und was ist zu unternehmen, wenn man selbst durch einen Geisterfahrer in Gefahr gerät? Aufmerksam bleiben, Tempo verlangsamen und wenn ein Blaulicht zu hören ist: Platz machen.

Ist ein Falschfahrer auf der Autobahn unterwegs, schickt die Polizei Patrouillen los. «Das oberste Ziel ist es, Kollisionen zu vermeiden, also wird der Verkehr verlangsamt, auch indem ein künstlicher Stau verursacht wird», erklärt Surber. Man stehe jederzeit in engem Kontakt mit der Verkehrsleitzentrale. Diese könne auch Massnahmen wie Sperrung von Autobahneinfahrten oder Tunnels in die Wege leiten.

Um den Falschfahrer anzuhalten, könne ein zweites Einsatzfahrzeug auf der entgegengesetzten Fahrbahn, also in korrekter Richtung, zu dem Falschfahrer aufschliessen. Dann versuche man, ihn mit Blaulichtsignal auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

(kat/woz)