Unfall-Drama

07. November 2018 08:34; Akt: 07.11.2018 10:02 Print

Angestellter bei Giezendanner totgefahren

Am Dienstag stand ein Chauffeur der Giezendanner Transport AG vor Gericht. Er hatte 2016 mit einem LKW einen Arbeitskollegen eingeklemmt. Der Mann starb wenig später.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei der Giezendanner Transport AG in Rothrist AG kam es im Juli 2016 zu einem tödlichen Unfall: Ein Chauffeur übersah beim Rückwärtsfahren mit seinem LKW einen Arbeitskollegen und klemmte ihn zwischen dem Fahrzeug und der Rampe ein. Der Mann wurde tödlich verletzt. Am Dienstag stand nun der Fahrer vor dem Bezirksgericht in Zofingen AG. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Chauffeur habe fahrlässig gehandelt, schreibt der Blick.

Über den Unfall selbst sprach der 30-jährige Beschuldigte nicht. Er soll Sichtkontrollen durchgeführt und die Einfahrlinien eingehalten haben. Doch die Stelle, an der das Opfer sich befand, habe er nicht einsehen können. Er habe angenommen, dass sich der 27-Jährige im Lager aufhielt, wo er mit einem Arbeiter hingegangen war. Stattdessen wollte er aber laut der Zeitung bei der Rampe das Ladeblech für den Chauffeur hochklappen.

«Hofften alle, dass er überleben wird»

Als der LKW rückwärts fuhr, wurde der Kollege, der ebenfalls als Chauffeur für die Firma tätig war, an die Rampe gedrückt. Der Arbeiter aus dem Lager entdeckte das Opfer und rief dem Fahrer zu, dass er vorwärts fahren solle. Der Verletzte wurde ins Spital gebracht, nach elf Tagen starb er jedoch.

Laut der Staatsanwaltschaft hätte der Chauffeur eine Hilfsperson hinzuziehen müssen, da die Sicht nach hinten stark eingeschränkt war. Auch das Gericht sah dies so. Es verurteilte den 30-jährigen Chauffeur wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 12'600 Franken und einer Probezeit von zwei Jahren. Die Gerichtskosten werden ihm ebenfalls auferlegt.

Am Prozess anwesend war auch SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Er sitzt im Verwaltungsrat der betroffenen Firma. «Dieser Unfall ist leider so passiert», sagt er zum «Blick». «Wir hofften alle, dass unser Chauffeur überleben wird. Doch leider war dem nicht so.» Und: «Es ist auch für den Chauffeur nicht leicht, dem das passiert ist.» Mittlerweile habe die Firma jedoch reagiert und rüste die Fahrzeuge mit Heck-Kameras aus.

(vro)