Electronic Monitoring

29. Juni 2014 12:08; Akt: 29.06.2014 12:08 Print

Gewalttätige Ehemänner sollen Fussfesseln tragen

Um ein Kontaktverbot bei häuslichen Übergriffen durchsetzen zu können, will ein entsprechendes Gesetz potenzielle Täter rund um die Uhr elektronisch überwachen. Damit sollen auch Todesfälle verhindert werden.

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«Es muss auch aktiv rund um die Uhr kontrolliert werden können»: Elektronische Fussfesseln könnten bei häusliche Gewalt bald öfters eingesetzt werden. (Bild: Keystone/AP/Sebastian Widmann)

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Das Bundesamt für Justiz (BJ) erarbeitet eine Gesetzesänderung für die Einführung von Electronic Monitoring bei häuslicher Gewalt. Neu sollen potentielle Täter elektronische Fussfesseln tragen. Damit soll kontrolliert werden, ob Kontaktverbote eingehalten werden. Eine entsprechende Änderung des Zivilgesetzbuches wird demnächst in die Vernehmlassung geschickt, schreibt die «SonntagsZeitung.»

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Die Vorlage geht auf eine Motion von Ex-Nationalrat Yves Perrin (SVP) zurück. «Eheliche Gewalt ist ein besorgniserregendes Phänomen, dem die Behörden relativ wehrlos gegenüberstehen», schreibt die zuständige Rechtskommission des Nationalrats in einem Bericht. Kontaktverbote können von Gerichten und Polizei ohne vorherige Verurteilung verhängt werden, eine Kontrolle ist aber derzeit kaum möglich.

Bei häuslicher Gewalt sei eine Überwachung besonders aufwendig, sagt Gerhard Mann von der Sicherheitsdirektion Basel-Land, Mitglied der Arbeitsgruppe «Electronic Monitoring» der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD): «Ein Rayonverbot reicht nicht. Es muss auch aktiv rund um die Uhr kontrolliert werden können, dass sich der Täter dem Opfer nicht nähert.»

Rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche

Neben der Anschaffung der Überwachungsgeräte brauche es «die Schaffung einer Alarmzentrale, die alle Meldungen während sieben Tagen rund um die Uhr verarbeiten kann», sagt BJ-Sprecher Folco Galli. Derzeit prüft die KKJPD, wie schweizweit die technischen Grundlagen für elektronische Fussfesseln eingeführt werden können.

Im Ausland wird das Electronic Monitoring bei häuslicher Gewalt bereits eingesetzt. In Spanien habe man damit die Todesfälle reduzieren können, sagt Andrea Wechlin, Co-Leiterin vom Frauenhaus Luzern. «Auch in der Schweiz hätte man Tötungen mit dem Einsatz von Fussfesseln verhindern können.»

2011 schockte eine Doppelmord in Pfäffikon ZH die Schweiz: Ein Kosovare erschoss auf offener Strasse seine Ehefrau, anschliessend richtete der die Leiterin der Sozialdienste. Allein im letzten Jahr kam es in der Schweiz zu 16496 Verurteilungen wegen häuslicher Gewalt.

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TNT am 29.06.2014 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache, aber

    Wer überwacht die Ex-Frauen in Sachen Betrug, Verleumdung, und Kindesentzug?

  • Selina am 29.06.2014 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe 20 Minutereporter

    Ich Als Frau finde es mich fair das Hier in dem Titel & Umfrage nur von Männer gesprochen wird ... Es gibt durchaus auch gewalttätige Frauen .! Das nächste mal mehr darauf achten ..;)

    einklappen einklappen
  • P. JR. am 29.06.2014 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind immer die Männer

    Und es sind wieder nur die Männer... Es hibt auch übergriffe von Frauen auf Mämmer!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Klarsicht am 30.06.2014 03:59 Report Diesen Beitrag melden

    Na klar...

    Häusliche Gewalt kommt ja auch nur von Männern, die Frauen sind immer ganz brav... Und als nächstes erzählt man uns Feminismus sei für Gleichberechtigung...

  • Peter Enis am 29.06.2014 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr Männerdiskriminierung

    Hey 20 Minuten Redaktion, merkt ihr eigentlich wie sexistisch ihr seid? Stellt euch mal vor, der Titel lautete: "Gewalttätige Ehefrauen sollen Fussfesseln tragen", aber es würde im Artikel um Weiblein UND Männlein gehen. Der Aufschrei im Feminismus-Lager wäre riesig. Aber Männerdiskriminierung ist mittlerweile salonfähig! Reisst euch mal zusammen, gopferdami! Eine absolute Frechheit, was ihr euch leistet. Ihr wurdet in den Kommentarspalten mittlerweile oft genug darauf hingewiesen, habt es aber immer noch nicht geändert, das heisst, ihr seid aktiv gegen Männer und somit sexistisch.

  • Stalkingvictim am 29.06.2014 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...wäre mal Zeit...

    Schad gab es das nicht schon vor 2Jahre.. Da hätte ich mir viel Ärger erspart!!! Stalkende Menschen sind krank!!!! Die sollte man eigentlich gleich einbuchten...

  • real ist am 29.06.2014 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal ob Mann oder Frau

    Wenn das System funktionieren soll, dann muss auch die andere Person mit einer Fussfessel oder sonstigem GPS Tracker ausgerüstet werden sonst kann der Schutz ausserhalb der Wohnung nicht gewährleistet werden...

  • P. JR. am 29.06.2014 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind immer die Männer

    Und es sind wieder nur die Männer... Es hibt auch übergriffe von Frauen auf Mämmer!