Obligatorisches Schiessen

28. Juni 2016 05:45; Akt: 28.06.2016 14:40 Print

Gewehr geschultert – für Terrorist gehalten

Ein Tessiner will das obligatorische Schiessen mit Kollegen in Zürich absolvieren. Auf dem Weg dorthin stoppt ihn die Polizei und habe ihn «wie einen Terroristen» behandelt.

storybild

Männer mit ihren Gewehren auf dem Weg zum Obligatorischen (Symbolbild). (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein 22-Jähriger aus Bellinzona will das obligatorische Schiessen in Zürich absolvieren, weil er dort wohnt und studiert. «Ich fragte beim Militär nach, ob das denn überhaupt möglich sei und bekam ein Ja zur Antwort.» Auch der Transport des Gewehrs vom Tessin nach Zürich, so wird er informiert, sei kein Problem.

Umfrage
Tragen Sie Ihr Gewehr auch offen über der Schulter?
63 %
6 %
13 %
18 %
Insgesamt 17384 Teilnehmer

Weil der Koffer des Studenten zu klein ist, hängt er sich die Waffe kurzerhand über die Schulter. Auf der Zugfahrt kommt er mit anderen Reisenden ins Gespräch. Das Gewehr ist dabei nie Thema. Es scheint offensichtlich, wofür der junge Mann es mitführt.

«Wurde wie ein Terrorist behandelt»

Nicht so in Zürich. «Hier dachte jemand, ich sei ein Terrorist und rief die Polizei», sagt der 22-Jährige zu «tio online». Als er beim Römerhof in Zürich aussteigt, ist er plötzlich von Polizisten eingekreist.

«Dann kam ein Kastenwagen angefahren, vier Beamte sprangen mit vorgehaltener Waffe heraus und wiesen mich an, mich auf den Boden zu legen.» Er sei «wie ein Terrorist» behandelt worden. Der junge Mann wird in Handschellen gelegt.

Waffe besser einpacken

Die Aktion, von der Zürcher Stadtpolizei auf Anfrage bestätigt, dauert nur wenige Minuten. Nachdem sie die Dokumente des Studenten überprüft haben, erlösen die Beamten ihn wieder aus der unbequemen Lage.

Offenbar war bei der Polizei ein entsprechender Alarm zu einem Mann mit Gewehr im öffentlichen Verkehr eingegangen, wie die Polizisten dem jungen Mann danach erklärten. «Sie rieten mir, die Waffe besser einzupacken und sagten, es seien eben auch Zeiten, in denen wir leben, die ein solches Vorgehen nötig machten», sagt der 22-Jährige.

Auch wenn der Vorfall schnell und glimpflich ausgegangen sei, habe er doch gezittert: «Ich erlebte 10 Minuten echte Panik», sagt der Wehrpflichtige. Er habe sich nicht einmal getraut, die Dokumente selbst aus der Tasche zu ziehen, «weil ich dachte, dass sie dann auf mich schiessen.»

(kko)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CaptainLonestarr am 28.06.2016 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In diesen Zeiten

    sollte man eben gerad nicht die Waffe verstecken, sonst kommt noch jemand auf die Idee man sei ein Terrorist mit einer versteckten Waffe. . .

    einklappen einklappen
  • Eidgenosse69 am 28.06.2016 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jawohl..

    ..soweit haben wir uns schon einschüchtern lassen.

    einklappen einklappen
  • Benzi am 28.06.2016 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1996 Easy Peace

    Ui, als ich noch zum Jugendschiessen mit dem Gewehr im Tram nach Schwamendingen fuhr. Ach früher wars friedlich!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ein schelm am 30.06.2016 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klitzekleiner unterschied

    das sg 550 ist meiner meinung nach nicht die waffe erster wahl, von personen die einen terroristischen anschlag planen. das gewehr taucht im verhältnis zu anderen sturmgewehren kaum auf dem schwarzmarkt auf und wäre wenn dann viel zu teuer.

  • Monika_ am 29.06.2016 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verrückte Welt

    Jaja, Waffe verstecken und dann im Zug vergessen. DAS gibt dann ein Theater.

  • Markus Maitre am 29.06.2016 01:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Gesicht....

    Gewehr umgehängt oder nicht umgehängt... Bei einem Ernstfall rennen 2/3 der Schweizer-Armee in die andere Richtung... Und das ohne Gewehr... Entspricht einem von mir gehörten Gespräch von Soldaten... Auf die Frage, was würdet ihr machen, bei einem Ernstfall... Die Antwort: Hey Mann sicher nicht für die Schweiz die Birne herhalten... Das liebe Armee-Freunde, ist das wahre Gesicht...

  • Lötkolben85 am 28.06.2016 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweideutig...

    Verlegt ein Soldat in grün (Tarnanzug), ist ein offenes Tragen der persönlichen Waffe imho wohl unmissverständlich, auch für DAUs (dümmste anzunehmende Unbeteiligte), denn Soldat + Waffe = Militär = Sicherheit. Bei einer Fahrt in ziviler Kleidung, vor allem in ÖV, sollte die Waffe, jedweder Art, jedoch diskret transportiert werden, sprich Tasche, Koffer, Hosenbund etc...

  • Tron am 28.06.2016 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    INKOMPETENZ

    INKOMPETENZ bis zur Unfähigkeit! Die Reaktion der Polizei war wohl das einzig wirklich gefährliche an dieser Situation!