Berufs-Meisterschaften in Bern

07. Juli 2018 11:03; Akt: 07.07.2018 11:03 Print

Gewerbeverband lässt Swiss Skills im Stich

Die Lehrlingsmeisterschaften «Swiss Skills» finden im September in Bern statt. Doch ausgerechnet der Schweizer Gewerbeverband soll laut den Organisatoren nichts zu dem Gross-Event beitragen.

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Zwischen dem 12. und 16. September finden in Bern die Swiss Skills zum zweiten Mal nach 2014 statt. 135 Berufe werden präsentiert, über 1000 Lehrlinge aus der ganzen Schweiz messen sich in 75 Berufen auf einer Fläche von rund 14 Fussball-Feldern. Damit der Gross-Event reibungslos über die Bühne gehen kann, braucht es Hilfe von allen Seiten. Doch ausgerechnet der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) soll nichts dazu beitragen, wie Swiss-Skills-Bern-Präsident Claude Thomann in der «Berner Zeitung» kritisiert.

«Ich bin sehr enttäuscht über das Verhalten des Schweizerischen Gewerbeverbands im Vorfeld der Swiss Skills. Im Gegensatz zu den kantonalen Gewerbeverbänden und Arbeitgeberorganisationen sowie den nationalen Branchenverbänden unterstützt der SGV die Durchführung der Swiss Skills in keiner Art und Weise», sagt der Anwalt.

Hohe Entlohnung gefordert

Seine Enttäuschung habe Thomann auch vor rund einer Woche am Arbeitgeber-Tag kund getan, wie die Zeitung weiter schreibt: «Wenn die Swiss Skills 2018 zu einem Erfolg werden, dann ist dies nicht dank des Gewerbeverbands, sondern trotz des Gewerbeverbandes der Fall.»

Das Budget von 16, 5 Millionen Franken würde stehen. Dies habe das Organisationskomitee organisiert. Der Gewerbeverband beteilige sich nicht an den Kosten. Weiter habe Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbands, an einer Sitzung verlangt, dass die SGV-Mitarbeiter pro Stunde eine Entschädigung in Höhe eines dreistelligen Betrags entlohnt werden, so Thomann. Alle anderen – auch er selbst – würden ehrenamtlich arbeiten.

Auch sei der Verband keine Hilfe bei der Sponsorensuche, wie es im «Blick» heisst. «Den Vogel abgeschossen hat aber ein Artikel in der Gewerbezeitung, der gegen den wichtigsten Swiss-Skills-Sponsor – die UBS – gerichtet war», so Thomann zu der Zeitung.

«Wir müssen Mithilfe verrechnen»

Bigler hingegen wendet ein, dass sowohl die operative Umsetzung als auch die Finanzierung nicht beim SGV liegen. Deshalb halte sich dieser auch zurück. Die Honorare müsse der SGV abrechnen, denn: «Seit 2016 engagieren wir uns nur noch in strategischer Funktion für die Swiss Skills, die unsere Erfindung waren. Müssen unsere Mitarbeiter operativ mithelfen, verrechnen wir dies.»

Diesen Mittwoch habe es in der Gewerbekammer Kritik gegeben. Doch Bigler sei nicht darauf eingegangen. CVP-Nationalrat und Gewerbekammer-Mitglied Alois Gmür sagt zum Blick: «Klar war am Schluss nur, dass es Unstimmigkeiten gibt, aber nicht welche.»

Trotz des Streits würden die Vorbereitungen für den Event planmässig verlaufen, wie die «Berner Zeitung» schreibt. 55'000 Schüler wollen die Meisterschaften besuchen. Mit Johann Schneider-Ammann, Ignazio Cassis und Guy Parmelin werden auch drei Bundesräte die Swiss Skills unterstützen.

(qll)