Aliexpress

14. Juni 2019 04:57; Akt: 14.06.2019 06:53 Print

Gibt Influencerin China-Ware als Eigenmarke aus?

Instagrammerin Arigona soll die Kleider aus ihrem Online-Shop nicht selbst entworfen haben, sondern bei Aliexpress billig eingekauft und teurer weiterverkauft haben. Sie widerspricht.

Influencerin Arigona nahm am Dienstag auf Instagram Stellung zu den Vorwürfen. (Video: Ar1gona/Instagram)
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Die eigene Marke – einige Influencer haben sich diesen Traum erfüllt. So etwa die Schweizer Instagrammerin Marigona Bunjaku (27) alias Arigona. Vor rund einem Monat brachte sie mit «Arigona the Brand» ihre eigene Marke heraus. Viele Kleidungsstücke waren nach kurzer Zeit ausverkauft. Doch nun hat der neue Instagram-Kanal Beauty.fake ein Bild veröffentlicht, auf dem angeblich zu sehen ist, dass einige der Kleidungsstücke von Arigona nicht von ihrem eigenen Label, sondern von Aliexpress stammen sollen.

Die Basler Studentinnen, die seit rund zwei Monaten Vorher-nachher-Fotos von Influencern und Fake-Shops aufdecken, erklären: «Wir kennen Arigona bereits seit einer Weile und wussten, dass sie ein eigenes Label herausgebracht hat. Als wir die Kleider dann sahen, haben wir sie gleich wiedererkannt. Es waren die gleichen Teile wie bei Aliexpress.»

Influencerin blockiert Kanal

Gepostet hätten sie vorerst nichts: «Wir wollten uns erst ganz sicher sein.» Bei immer mehr Kleidern sei ihnen die Ähnlichkeit aufgefallen. Währenddessen hätten auch ihre Follower ihnen Bilder zukommen lassen. Am Dienstag gingen sie dann mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit. Der Grund: «Es gibt viele junge Leute, die Arigona folgen und dann die Kleider ihres Idols kaufen, obwohl sie selbst vielleicht am Limit leben, weil sie noch in der Lehre sind», so die jungen Frauen. Und: «Wir finden es unfair, dass Arigona so etwas macht.» So verkauft Arigona einen Blümchen-Zweiteiler für 65 Franken, auf Aliexpress ist ein solcher für 22.40 Franken zu haben.

Gibt Influencerin China-Ware als Eigenmarke aus?

Kurz nach dem Post habe Arigona die Beauty.fake-Seite sowohl auf ihrem privaten als auch auf ihrem geschäftlichen Kanal blockiert. «Sie hat auch viele negative Kommentare gelöscht.»

«Hätte ich von dir nicht gedacht»

In der Zwischenzeit hat Arigona die Kommentarfunktion auf ihrem Instagram-Profil deaktiviert. 20 Minuten liegen jedoch Screenshots mit einigen negativen Kommentaren vor. So hiess es unter einem Foto von ihr etwa: «Mochte dich eigentlich echt mega gerne, aber Klamotten billig einzukaufen und dann viel teurer zu verkaufen, ist echt heftig. Schade, hätte ich von dir nicht gedacht. Du warst immer besser als die ganzen anderen Influencer.»

Und unter dem Foto auf der Beauty.fake-Instagram-Seite heisst es: «Okay, das ist 100 Prozent schlimmer, als uns Eingriffe zu verheimlichen. Hält die eigene Community für so dumm!» oder «Aliexpress? Wow. Leute wissen, wie man Geld macht, und wir schlafen.»

«Nicht von Aliexpress»

In einer Stellungnahme in ihrer Insta-Story geht Arigona auf die Vorwürfe ein. «Ich hatte heute etwas schlechte Laune, weil ich einen ganzen Shitstorm über mich ergehen lassen musste. Dies, weil eine Person etwas behauptet hat und gleich 500 bis 1000 Leute darauf eingegangen sind. Und ich wurde mit Nachrichten, schlechten Kommentaren und allem möglichem eingedeckt.»

Arigona stellt klar: «Meine Sachen sind nicht von Aliexpress. Ich kann es euch sogar beweisen, Leute. Ich habe nie behauptet, dass ich keine Lieferanten habe. Ich habe Lieferanten und ich habe auch Sachen, die wir produzieren. Deshalb waren wir in Kosovo. Wir waren eine Woche dort, um den Feinschliff zu geben.» Einige der Sachen seien von Grosshändlern. Sie sei selbst dort gewesen und habe das Beste für ihre Kundinnen ausgesucht. «So läuft das Geschäft. So machen es Zara, H&M und alle anderen.» Und weiter: «Ich glaube sogar, dass wir die gleichen Lieferanten haben. Aber es ist nur ein Teil. Und daraus so eine Geschichte zu machen, ist wirklich extrem ekelhaft.» Aus einem früheren Post geht hervor, dass sie ihre Kleider teils in der Schweiz und im Kosovo produzieren lasse und ein anderer Teil von Lieferanten aus Deutschland und Frankreich stammt.

Am Donnerstag hat Arigona die Betreiber der Instagram-Seite Beauty.fake gemäss einer Nachricht auf Instagram angezeigt.

20 Minuten hat Arigona mit den Vorwürfen konfrontiert. Bis zum Redaktionsschluss am Donnerstagabend nahm sie keine Stellung.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex Keller am 14.06.2019 05:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wäre sehr froh

    Wenn die Phase Insta bald vorbei ist!

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  • Peter am 14.06.2019 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenn...

    welchen normalen Menschen interessiert das?

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  • Wakka am 14.06.2019 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir egal

    wer die folgt hat schon andere Probleme.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau B. am 14.06.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    1+1=2

    Spätestens als ich in ihrer story gesehen habe, dass sie das neue video von loredana feiert, habe ich ich mich gefragt wie lange der hype um arigona noch anhält..

  • Martin am 14.06.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig legitim!

    Jeder darf seine eigene Marke aufbauen und einen Mehrwert damit generieren. So machen das alle Händler und Marketing kostet viel Zeit und Geld. Schliesslich trägt sie ihr eigenes Risiko und importiert dir Kleider. Man sollte eher diese Bloggerinnen anzeigen da sie offensichtlich anprangern und somit absichtlich geschäftsschädigend handeln!

  • sandroW am 14.06.2019 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    alle aus dem selben land

    es werden immer mehr geschichten dieser landsleute ans licht geführt. und dann wundert man sich wenn alle in einen topf geschmissen werde. schade füt alle die wirklich ehrlich sind

  • Josef der Zimmermann am 14.06.2019 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lach mich krumm

    Im Kosovo und der CH produziert. Ich lach mich krumm. Sie macht nicht zufällig noch Rap? Hat auch keinen Sponsor im Wallis? Das wäre dann die zweite Märchentante vom besten Land der Welt, eh Mann.

  • Karin Mörgeli am 14.06.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Menschheit. Mir tun die vielen leid

    die selbst kein Urteil fällen können und auf die angeblichen "Hinweise" von Influenzern angewiesen sind. Influenzer, die noch ausser Insta noch nichts geleistet oder erreicht haben. Ist mir Wurst, ob sie damit viel Geld verdient haben oder nicht. Auf jeden Fall haben sie keinen Respekt oder Achtung verdient - für was auch?