Üble Nachrede

23. Dezember 2015 10:54; Akt: 23.12.2015 10:54 Print

Glarner verzichtet auf Anzeige gegen Studentin

Wegen Verleumdung und übler Nachrede wollte der SVP-Gemeindeammann Andreas Glarner die Studentin Johanna Gündel anklagen. Nun krebst er zurück.

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Lädt die Studentin zu einer Aussprache ein: SVP-Nationalrat Andreas Glarner. (2. Dezember 2015) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Der Gemeindeammann von Oberwil-Lieli, SVP-Nationalrat Andreas Glarner, will doch nicht gegen die kritische Studentin Johanna Gündel klagen. Der Gemeinderat sei zu dem Entschluss gekommen, keine Anzeige wegen übler Nachrede oder Verleumdung einzureichen, sagt Glarner zur «Aargauer Zeitung». An einem Gespräch sei man aber durchaus interessiert – deshalb habe die Behörde die Studentin zu ihrer Sitzung am 18. Januar eingeladen.

Vor gut drei Wochen hatte Gündel die Behauptung geäussert, Reiche würden in der Gemeinde Oberwil-Lieli bevorzugt und dass Glarner ihnen die Wünsche von den Augen ablese. Weiter sagte sie, die Behörde würde bei zuverlässigen Steuerzahlern ein Auge zudrücken und es mit den Vorschriften nicht so genau nehmen.

«Etwas weit aus dem Fenster gelehnt»

Auf diese Anschuldigungen reagierte die SVP umgehend und forderte die Studentin in einem offenen Brief dazu auf, ihre Aussagen zurückzunehmen – andernfalls würde er sie anzeigen. Doch kurze Zeit später gab sich Glarner versöhnlicher: «Sie hat sich wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt, das kommt bei jungen Leuten vor.» Man wolle ihr die Möglichkeit geben, «heil aus dieser Sache» wieder herauszukommen.

Gündel liess daraufhin durch ihren Anwalt verlauten, dass sie in mindestens drei Fällen Beweise für ihre Anschuldigungen vorlegen könnte, falls es zu einem Gerichtsverfahren kommen würde.

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DieFeuerlilie am 23.12.2015 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach, wie nett von Herrn Glarner..

    So, so.. Er verzichtet also auf eine Anzeige, damit die Studentin mit heiler Haut rauskommt? So ein Blödsinn! Er zeigt sie nicht an, weil er jetzt weiss, dass sie Beweise hat, dass nun die Wahrheit über seine Mauscheleien ans Licht kommen würde. Er dreht es jetzt einfach so hin, als ob er die Studentin 'retten' wollte, dabei geht es ihm nur darum, selber mit heiler Haut rauszukommen. Verdrehen der Tatsachen nennt man das.

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  • Ültschg am 23.12.2015 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha?

    Vielleicht haben sich Hr. Glarner und seine Gemeinderatskollegen ein wenig weit aus dem Fenster gelehnt.

  • Andi Müller am 23.12.2015 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Go Gündel!

    ...ist wohl eher Hr. Glarner, der sich aus dem Fenster lehnt, wenn er denkt, man könne sich als Gemeinde einfach von seinen Verpflichtungen freikaufen. Er sollte doch eigentlich die Interessen der (ganzen) Gemeinde vertreten. Stattdessen versucht er, der ganzen Gemeinde seine SVP-Ideologie aufzuzwingen und droht bei Widerstand gleich mit rechtlichen Schritten. Armseelig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Götz von B. am 23.12.2015 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Da bin ich aber gespannt....

    auf die "Beweise" von Frau Gündel!!!

  • Epilog am 23.12.2015 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser Rückzug als ein peinlicher Shitstorm

    Vernünftig, beziehungsweise: Herr Garner hatte gar keine andere Option. Ansonsten hätte er weitaus schlimmere Reaktionen zu erwarten gehabt als bisher.

  • Jeanclaude am 23.12.2015 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht beänftigen lassen, durchziehen!

    Wenn ich dei Studentin wäre, würde ich gegen diese Roderer-Attrappe durchziehen und die Beweise vorbringen.

  • Roger Rabbit am 23.12.2015 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent

    Wenigstens ist Glarner konsequent in seiner Haltung: er sagte ja, er eifere Mörgeli nach - und der war auch besser im Austeilen als Einstecken.

  • Martial Kohler am 23.12.2015 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht brauchbar...

    Mit seinen Aussagen, Art und Reaktion, gehört Hr. Glarner als Gemeindeammann entlassen sowie weg von der Politik. Ein störender Faktor sondergleichen !!

    • Elleonore am 24.12.2015 01:47 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      der Herr verdreht gern die Sachen. Als Politiker ist er nicht tragbar, solche haben in der Politik nicht zu suchen.

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