Wallis

09. September 2017 21:23; Akt: 10.09.2017 16:08 Print

Gletscherabbruch droht – 220 Bewohner evakuiert

In den nächsten 24 Stunden könnte eine Eislawine in einen Teil des Walliser Dorfs Saas-Grund niedergehen. Viele Einheimische mussten das Gebiet für etwa drei Tage verlassen.

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Der Oberwalliser Ort Saas-Grund wartet auf einen drohenden Abbruch des Triftgletschers oberhalb des Dorfes. Rund 220 Menschen mussten am Samstag ihre Häuser verlassen, weil die erwartete Eislawine bis ins Dorf gelangen könnte.

Der Triftgletscher unterhalb des Viertausenders Weissmies wird seit 2014 ständig überwacht. An seiner Zunge waren seit Wochenbeginn vermehrt Bewegungen festgestellt worden. «Heute Nachmittag lag die Fliessgeschwindigkeit bei zwei Metern pro 24 Stunden», sagte Simon Bumann, Sprecher des Regionalen Führungsstabes, am Abend der Nachrichtenagentur sda.

«Fachleute schätzen auf Grund der Fliessgeschwindigkeit, dass es innerhalb der nächsten 24 Stunden zum Gletscherabbruch kommen könnte», sagte Bumann. Die von der erwarteten Eislawine bedrohte Gebäude seien mittlerweile evakuiert. Rund 220 Menschen mussten für zunächst zwei bis drei Tage packen und ihre Häuser verlassen. Sie wurden bei Verwandten und Bekannten sowie in Hotels untergebracht. Am frühen Abend waren die Evakuierungen abgeschlossen. Betroffen seien vor allem Einheimische, sagte Bumann.

Bergbahn fährt nicht - Kantonsstrasse gesperrt

Neben der Evakuierung sperrten die Gemeindebehörden das Gebiet Triftgletscher und darunterliegende Gebiete. Dort ist das Betreten für Menschen und Nutztiere verboten. Namentlich die Normalroute zum oder vom rund 4000 Meter hohen Weissmies sowie der Höhenwanderweg Kreuzboden-Almagelleralp sind gesperrt.

Die Hohsaas-Bergbahnen stellten den Betrieb ein. Die Kantonsstrasse in Saas-Grund durfte ab Saas-Bidermatten nach 18 Uhr nicht mehr befahren werden. Eine Umfahrung wurde eingerichtet.

Radaranlage installiert

Die Behörden ergriffen die Massnahmen in Absprache mit Fachleuten, wie der Regionale Führungsstab mitteilte. Bereits im Oktober 2014 war eine Sperrung ausgesprochen worden. Seither steht der Gletscher unter Beobachtung.

Nach den neusten Entwicklungen dieser Woche wurde am Gletscher eine Radaranlage installiert. Am Samstagmorgen nahm der Regionale Führungsstab die Arbeit auf. Feuerwehr und Zivilschutz sind aufgeboten; die Kantonspolizei unterstützt den Einsatz. 60 bis 70 Angehörige des Führungsstabes sowie von Feuerwehr, Zivilschutz, Kantonspolizei und Sanität im Einsatz. Die Lage werde laufend neu beurteilt, hiess es.

(kaf/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rouven.keller am 09.09.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber einmal zu viel reagieren als zu spät

    Lieber einmal zu früh und zu viel evakuieren und reagieren als zu spät. Viel Geduld den Betroffenen Anwohnern.

  • Walliser am 09.09.2017 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reaktion

    Nach einem Sommer, der seit April anhält, ist es nicht verwunderlich, dass die Gletscher reagieren. Da stehen uns im Wallis noch turbulente Zeiten vor.

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  • Luckiluke am 09.09.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wut

    Das ist erst der Anfang! Wir werden die ganze Wut der Natur zu spüren bekommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Betroffener Walliser am 10.09.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr mühsam und nervig

    Habs ja von Anfang an gesagt. Da wird schon nichts passieren. Und wer bezahlt mir die Zeit, Schadenersatz, usw. und die Kosten für all diese Leute? Das Problem ist, jetzt werden die Leute evakuationen genau nicht mehr ernst nehmen, da jetzt alles nur warme luft war. Aber das müsste man sich vorher überlegen.

    • Judi Meier am 11.09.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

      ..immer mühsam?

      Naturgewalten und Katastrophen sind leider nicht immer ein Vergnügen! Gegenfrage: hätten denn sie bezahlt, wenn etwas schlimmeres passiert wäre, jedoch niemand evaukiert worden wäre? Einsicht ist besser als nachsicht!

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  • Joe Blatter jun. am 10.09.2017 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Webcam?

    Wann gehen endlich Live-Webcams online? Wir wollen uns den Tag der Abrechnung in der warmen Stube doch nicht entgehen lassen.

  • Josef am 10.09.2017 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Mir tut der Klimawandel leid,

    niemand scheint ihn zu mögen. Dabei tut er doch viel Gutes. Gletscher verschwinden und geben Boden frei für Pflanzen und Tiere. Die Winter sind weniger hart, dadurch überleben auch wärmeliebende Lebewesen besser. Weniger Schnee bedeutet auch weniger Lawinen, weniger Kältetote, weniger Chaos auf den Strassen. Es kann länger gebaut werden, wir brauchen weniger Energie fürs Heizen. Trotzdem scheint niemand den Wandel zu mögen, einige haben sogar richtig Angst vor ihm. Menschen sind wie Tiere, am wohlsten fühlen sie sich in ihrem gewohnten Revier.

    • Pascal S. am 10.09.2017 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      Super, dafür im Sommer Hitzetote

      Wir haben alle paar Jahre wieder einen Rekordsommer. Alte und kranke Menschen vertragen das nicht, viele sterben. Gletscher schmelzen, das ist unser Trinkwasser und für die Landwirtschaft und Stromproduktion für Staudämme.

    • Erre I. am 10.09.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Josef wake up boy!

      Steter Wandel gabs schon immer, ein solch rasanter wandel bedroht Flora und Fauna hongegen akut. Das ist die unbequeme Wahrheit, da gibt es nichts schön zu reden oder altrnativ darzulegen!

    • Judi Meier am 11.09.2017 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      Waaas!

      @Josef: Stellen sie nur mal die Anzahl Kältetote der Anzahl verdursteter Menschen gegebüber! .. habe selten so kurzfristig gedachtes Statement gelesen! Hoffe mal dass Leute mit ihrer Meinung viel weniger als 50 Prozent ausmachen, ansonsten müssten wir die Demokratie abschaffen!

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  • Alesandro Pianari am 10.09.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zerkleinern

    Bei der letzten Bild Serie habe ich am ende noch einen See gesehen, hoffe dass sie das im Griff haben. Und wie wäre es mit der Artillerie den abbruch am vorderen teil zu zerkleinern? Oder die Flugwaffe.

  • giorgio1954 am 10.09.2017 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso

    Gemäss Darwin überlebt ja jener, der sich der veränderten Umwelt am besten anpasst. Das Klima ist Teil dieser ständigen Änderungen. Wieso baut man seit Menschengedenken Städte direkt unter aktiven Vulkanen, an Flüssen die ständig Hochwasser haben, unter Gletschern, an Meeren die immer wieder überschwappen oder sogar unter dem Meerespiegel?

    • Das Wort am 10.09.2017 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @giorgio1954

      Gemäss der Bibel stirbt der Mensch nur weil er fürs Geld arbeitet. Da die Menschen nicht an die gute Nachricht glauben bleibt Gott nichts anderes übrig als für Ihre Sünden zu bestrafen.

    • Samuel Walser am 10.09.2017 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Das Wort

      Verstehe ich das richtig? Dein Gott welcher unsichtbar ist und sich nicht zeigt tut uns Menschen Leid zuführen, weil wir ihm nicht gemäss der Bibel unterwerfen?

    • giorgio1954 am 10.09.2017 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Das Wort

      Niemand weiss (Wissen - nicht glauben) ob es Gott gibt. Wenn es ihn gibt, würde er wahrscheinlich nicht ein paar kleine Menschen bestrafen, welche sich am Rand der Milchstrasse auf einem Stäubchen Erde befinden, und das inmitten von Milliarden weiterer Galaxien mit möglicherweise Trillionen weiteren Lebensformen.

    • Das Wort am 10.09.2017 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Samuel Walser

      Hallo Samuel Genau! Es geht alls nach dem Wort in der Bibel. Weil die Menschen böse sind werden sie bestraft.

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