01. April 2005 10:56; Akt: 01.04.2005 10:59 Print

Glückskette will Kontrolle verbessern

Die Glückskette wird Konsequenzen aus der Spendenaffäre von Mörel VS ziehen.

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Sie will eine Treuhandgesellschaft einschalten, welche die an die Glückskette weitergereichten Abrechnungen kontrolliert.

Der Fall Mörel werde nicht spurlos an der Glückskette vorbeigehen, sagte deren Direktor Felix Bollmann in Interviews, die am Freitag im «Tages-Anzeiger» und der «Berner Zeitung» erschienen sind.

Bei den Tsunami-Spenden sei das Controlling bereits intensiviert worden, sagte Bollmann gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Andererseits zieht die Organisation in Betracht, bei künftigen Spendenaktionen die Stichproben zu intensivieren.

Der Fall Mörel sei kein Missverständnis, wie die Gemeindebehörden sagten, sondern möglicherweise Betrug, sagte Bollmann gegenüber der «Berner Zeitung» (BZ). Die Glückskette behalte sich eine Klage vor. Ob die Affäre tatsächlich als Betrug qualifiziert werde, überlasse er dem Richter.

Trotz der offenen Fragen hielt Bollmann gegenüber der BZ fest, dass «falsche Aussagen gemacht» worden seien. Die Glückskette habe immer Abrechnungen erhalten, die vom Walliser Staatsrat genehmigt worden seien. Darin sei ausdrücklich belegt worden, wie die zweckgebundenen und nicht zweckgebundenen Spenden eingesetzt worden seien.

Bollmann wehrte sich im «Tages-Anzeiger» zudem gegen Vorwürfe, die Glückskette habe nach den Unwettern im Wallis Luxusprojekte finanziert. In Gondo habe man vielmehr einen klugen Wiederaufbau betrieben, sagte er.

(sda)