Bis 36 Grad

22. Juli 2013 20:32; Akt: 23.07.2013 12:07 Print

Gluthitze fast wie im Rekordsommer 2003

Diese Woche erwartet uns eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen. Die Stadt Thun fordert die Bürger bereits auf, wegen des vielen Ozons das Auto stehen zu lassen. Und die Fischer bangen um Äschen und Co.

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Am Wochenende erreichen die Temperaturen Höchstwerte. Damit steigt auch der Ozongehalt in der Luft und das Risiko, dass Fische sterben. Bild: Colourbox

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Jetzt wird es richtig heiss. Gemäss Meteo Schweiz sind die Temperaturen die ganze Woche hoch – und klettern am Samstag in Zürich bis auf 33 Grad, in Schaffhausen auf 34 und in Luzern sogar auf 35 Grad Celsius. «Es ist zu erwarten, dass wir an gewissen Stationen sogar bis zu 36 Grad messen werden», sagt Michael Kasper von Meteo Schweiz. Am heissesten werde es in den tiefsten Regionen der Schweiz, beispielsweise in Basel, Aargau und im Zürcher Unterland. «Wir sind nicht mehr weit von den Rekordwerten aus den Jahren 2003 und 1983 entfernt», so Kasper. Damals kletterte das Quecksilber in verschiedenen Regionen auf 38 Grad.

Bei derart hohen Temperaturen kommen die Schattenseiten des Sommers zum Vorschein: Ein Aspekt zeigt sich in den hohen Ozonwerten. Die Stadt Thun hat am Montag die Bevölkerung aufgefordert ihre Autos stehen zu lassen und via öV zu reisen. Damit soll die Luftverschmutzung reduziert werden. Ausserdem wolle man die Bevölkerung schützen, wie Christoph Diez, Umweltbeauftragter der Stadt Thun, sagt: «insbesondere Schwangere und Leute mit Atemwegproblemen.» Generell gehe es darum die Bevölkerung fürs Thema Ozonüberschreitungen im Zusammenhang mit Verkehr zu sensibilisieren und allgemeines umweltbewusstes Verhalten zu fördern.

«Ozon ist ein giftiges Gas»

Hans Gygax von der Schweizerischen Gesellschaft der Lufthygiene-Fachleute spricht ebenfalls von hohen Werten. «Der Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) wurde mittlerweile überall in der Schweiz überschritten.» Zurzeit werden Maximalwerte zwischen 140 und 160 µg/m3 beobachtet, im Tessin ist es meistens etwas mehr. Ab 180 µg/m3 müssen die Behörden die Bevölkerung informieren.

Thun sei da ein bisschen voreilig gewesen, grundsätzlich könne eine solche Warnung aber nicht schaden, so Gygax. «Jede Emission ist eine zu viel.» Ausserdem sei es denkbar, dass wir in den nächsten Tagen die 180 µg/m3- Limite überschreiten. Dann sei es wichtig, dass man nicht am Nachmittag – wenn die Ozonwerte am höchsten sind – Sport treibe oder sich sonst in der Sonne körperlich betätige. «Ozon ist ein hoch reaktives, giftiges Gas», so Gygax. Zudem befänden sich noch andere Substanzen als Feinstaub in der Luft, die für Menschen schädlich sein können. «Im schlimmsten Fall kommt es zu Atemproblemen und einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.»

«Wir befürchten, dass sich alles wiederholt»

Sorgen aufgrund der kommenden Hitzewelle macht sich auch Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung Thurgau. «Im 2003 starben 50'000 Rheinäschen, ein Restbestand von 3 Prozent blieb übrig.» Er sei durchaus besorgt, dass sich das jetzt alles wiederhole: «Wir müssen bereits in verschiedenen kleinen Gewässern Notabfischungen durchführen.» So seien der Steinenbach, der Tanneggerbach und der Oberlauf der Murg im Hinterthurgau fast ausgetrocknet. «Wir blicken mit einem Stirnrunzeln auf die nächsten Wochen», so Kistler. 26 Grad Wassertemperatur sei für die Rheinäsche und die Forelle, die beide kalte Gewässer bevorzugen, das Todesurteil. Im Rhein wurde gemäss dem Bundesamt für Umwelt zurzeit bereits über 24 Grad gemessen, Tendenz steigend.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wer Ferien hat, dürfte sich freuen, wer arbeiten muss weniger. Ich kann ja nicht in Shorts und Sandalen zur Arbeit erscheinen, denn ich habe Kontakt zu Kunden bei der Arbeit. Es hat mit Anstand und Wertschätzung gegenüber dem Kunden zu tun, dass ich trotz Hitze mit Anzug und Krawatte auftrete und nicht in verlotterter Strandmontur. Deshalb ist die Hitze für uns Arbeitende eben schon nicht so toll. – Thomas Bosshard

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland am 23.07.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Hitze und Arbeit

    Ich würde mich auch nicht über diese Hitze beschweren wenn ich nicht arbeiten müsste. Dann könnte ich schön im Schatten sitzen oder schwimmen. Aber bei uns in der Firma ist es unerträglich heiss und wir müssen Arbeitsklamotten tragen. Sogar Kunden sind uns schon im Laden zusammengeklappt da es einfach zu warm ist. Wir können nicht mehr machen als Ventilatoren aufstellen. Hitzefrei können wir auch vergessen, da es sich um ein Laden handelt. Somit wäre ich dankbar um ein bisschen Abkühlung. Alle die welche die Hitze so loben dürfen gerne mal ein Tag mit mir tauschen und dann reden wir nochmal ;)

  • asc/ZH am 23.07.2013 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Sommer gemotze...nichts passt...

    den meisten hier. Klar mom. ist rs megaheiss, doch fas ist Sommer wie er sein soll. Ich schwitze auch, habe lieber 26/27grad, jedoch würde ich nie und nimmer über diese Hitzewelle teklamieten.. typisch echt Geniesst das Wetter, Winzer kommt rasch genug wieder...

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  • Yash am 22.07.2013 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen angesagt

    Am besten jene Leute welche die Hitze nicht ertragen (wollen, können etc.) nichts sagen, so spart ihr Energie und uns Sommerliebhaber euer gejammer !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Donna M. am 23.07.2013 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gejammer

    Oje, ist doch gar nicht lange her, da wurde gejammert wegen der Kälte und dem Regen! Nun ist endlich Sommer und schon wieder wird gejammert! Von mir aus kann es bis Oktober so bleiben! Geniesst doch einfach den Sommer! ;-)

    • Angela Pinaria am 23.07.2013 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wo bleiben die Jahreszeiten

      Ach was Donna, es ist doch nicht zuviel erwartet, wenn man sich gemässigteres Klima wünscht, vielleicht sogar wieder mit Jahreszeiten wie es sie früher mal gab. Die heutigen extrem Wechsel zwischen Kalt und Heiss sind ungesund und bringt jährlich Tausende von Alten Leuten um...... das ist Tatsache.

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  • jörg Luzern 33, gerad,23,07,13 am 23.07.2013 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sommer

    Achtung über Wochenende wird es sehr , sehr Heiss bis zu 35, Grad, ja und dann ein Riesen Gewitter, passt also auf, danach ist die Hitze vorbei,

  • Herr Hürzeler am 23.07.2013 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Sonnenbrand als Frostbeulen

    Ich denke, die Winterliebhaber hatten lange genug ihre Temperaturen und ihr Sauwetter, welches für uns Sonnenanbeter wahrscheinlich unangenehmer war (da es sehr lange anhielt) als dies nun die wenigen warmen und angenehmen Tage für die Schlechtwetterfanatiker sein dürften. Alternative: Abhauen in den Norden, in Grönland hat's noch Iglus frei und die Mietzinse sind absolut tragbar.

  • Roland am 23.07.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Hitze und Arbeit

    Ich würde mich auch nicht über diese Hitze beschweren wenn ich nicht arbeiten müsste. Dann könnte ich schön im Schatten sitzen oder schwimmen. Aber bei uns in der Firma ist es unerträglich heiss und wir müssen Arbeitsklamotten tragen. Sogar Kunden sind uns schon im Laden zusammengeklappt da es einfach zu warm ist. Wir können nicht mehr machen als Ventilatoren aufstellen. Hitzefrei können wir auch vergessen, da es sich um ein Laden handelt. Somit wäre ich dankbar um ein bisschen Abkühlung. Alle die welche die Hitze so loben dürfen gerne mal ein Tag mit mir tauschen und dann reden wir nochmal ;)

  • Manu am 23.07.2013 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Yeeepaaahh!

    Sommer Sonne Sonnenschein, nach dem Arbeiten in den Vierwaldstättersee und dann ab ans Blue Balls!! Geniessen Leute!!