Verkehr

18. Februar 2011 18:39; Akt: 18.02.2011 18:48 Print

Gotthard-Sanierung auf der langen Bank

Es wird nächstes Jahr bis die Weichen für eine allfällige zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels gestellt sind. Die zuständige Ständeratskommission verlangt mehr Informationen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Verkehrskommission des Ständerates (KVF) verlangt vom Bundesrat zusätzliche Abklärungen zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels. Sie möchte Informationen über die Auswirkungen auf die Wirtschaft der Kantone Tessin und Uri. Weiter verlangt die Kommission Abklärungen zu Verkehrsstaus. Verkehrsministerin Doris Leuthard habe weitere Entscheidgrundlagen bis 2012 in Aussicht gestellt, schreibt die Kommission in ihrer Mitteilung vom Freitag. Bis diese vorliegen, will die Kommission keine Entscheide fällen: Sie hat eine Standesinitiative des Kantons Tessin für eine zweite Röhre am Gotthard sistiert.

Im Dezember hatte der Bundesrat einen Bericht zur Sanierung des Gotthard-Strassentunnels vorgelegt. Er kam darin zum Schluss, dass der Tunnel saniert werden kann, ohne dass eine zweite Tunnelröhre gebaut wird.

Der Bundesrat betonte jedoch, er habe mit dem Bericht keinen Vorentscheid für oder gegen eine zweite Röhre am Gotthard getroffen. Der Bericht beinhalte lediglich eine Auslegeordnung zu den technischen Möglichkeiten.

Wichtige Nord-Süd-Achse zweieinhalb Jahre lang sperren?

Der 30 Jahre alte Gotthard-Strassentunnel muss in den nächsten 10 bis 15 Jahren saniert werden. Aus bautechnischer und finanzieller Sicht wäre es laut Bundesrat optimal, den Tunnel während zweieinhalb Jahren voll zu sperren.

Bei diesem Modell würde die Sanierung 650 Millionen Franken kosten. Dazu kämen Kosten von 559 bis 622 Millionen Franken für die Umleitung des Verkehrs auf andere Strassen oder die Bahn.

In der zweitbesten Variante würde der Tunnel während 280 Tagen pro Jahr für die Bauarbeiten geschlossen. Geöffnet würde er nur während der Hauptreisezeit zwischen Ende Juni und Mitte September. Mit diesem Modell würde die Sanierung dreieinhalb Jahre dauern und 752 Millionen Franken kosten.

(sda)