Fall Marco Weber

27. Oktober 2013 02:14; Akt: 27.10.2013 03:43 Print

Greenpeace-Aktivist kritisiert den Bundesrat

Der inhaftierte Greenpeace-Aktivist Marco Weber wünscht sich vom Schweizer Bundesrat eine klarere Haltung. Er halte zudem nichts von geheimen Verhandlungen.

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Die aus russischer Haft freigekommene argentinische Greenpeace-Aktivistin Camila Speziale fordert am 28. Dezember 2013 eine Entschuldigung von Russland für die wochenlange Inhaftierung. Mit dem Australier Colin Russell kam am der letzte Greenpeace-Aktivist frei. Am Morgen des kann der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber das Gefängnis verlassen. Damit ist Weber zwei Tage nach der Ankündigung, die Kaution sei für ihn bezahlt worden, auf freiem Fuss. Wann und ob er überhaupt ausreisen darf, bleibt aber noch unklar. Am hat die russische Justiz den Greenpeace-Aktivisten Marco Weber gegen Kaution freigelassen. Einem nach dem anderen gewährt die russische Justiz den Mitgliedern der «Arctic 30» die Freiheit gegen Kaution. Zuletzt waren das Die Kaution beträgt jeweils 2 Millionen Rubel (über 56'000 Franken). Am Abend des gegen Kaution freizulassen. Etwas früher am gleichen Tag wurde bereits die Ärztin Jekaterina Saspa gegen Kaution freigelassen. Über die weiteren Fälle soll im Laufe der Woche entschieden werden. Auch der russische Fotograf Denis Sinyakov wurde gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt. Trostlos: Die 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten, die nach einer Protestaktion in der Arktis inhaftiert worden waren, werden am 11. November vom nördlichen Murmansk nach St. Petersburg verlegt. Selbst Wachhunde sind im Einsatz. Am 21. Oktober haben die Niederlande den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg angerufen, um Russland zur Freilassung der in Murmansk inhaftierten Greenpeace-Aktivisten zu bewegen. Doch Russland will den Prozess boykottieren, wie die Regierung zwei Tage später, am 23. Oktober, mitteilte. Marco Weber bleibt weiter in Haft: Das Gericht in Murmansk hat die Beschwerde gegen die Inhaftierung des Schweizer Aktivisten abgelehnt, wie Greenpeace am 21. Oktober 2013 mitteilte. Mit diesem Schreiben meldet sich der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber erstmals zu Wort. In der Sonntagspresse vom 13. Oktober 2013 berichtet Weber aus Murmansk: «Macht euch keine Sorgen um mich - vorerst.» Am 4. Oktober nahmen Vertreter von Greenpeace und der Vater des verhafteten Schweizer Aktivisten Marco Weber in Zürich Stellung zu der Aktion in Russland und den Folgen. Eduard Weber sagte, die Situation sei für Marcos Familie sehr schwer. Marco sei aber nicht leichtsinnig gewesen und habe gewusst, dass er ein Risiko eingehe. Tags zuvor hat ein russisches Gericht angeordnet, die Untersuchungshaft für mehrere der 30 Greenpeace-Aktivisten zu verlängern. Davon ist auch Marco Weber betroffen. Der 28-Jährige muss für zwei Monate in Untersuchungshaft, wie Greenpeace auf Twitter mitteilte. Insgesamt müssen acht Greenpeace-Aktivisten bis zum 24. November hinter Gitter: Neben dem Schweizer sind dies der US-amerikanische Kapitän der «Arctic Sunrise», Peter Willcox, ... ... der neuseeländische Mechaniker Jonathon Beauchamp, ... ... die Niederländerin Faiza Oulahsen, ... ... der Ukrainer Ruslan Yakushev, ... ... die Finnin Sini Saarela, ... ... der Franzose Pisanu Francesco Pierre und ... ... der australische Bordfunker Colin Russell. Russlands Präsident Vladimir Putin sagte, die Aktivisten hätten gegen internationales Recht verstossen. Am 20.09. begann die russische Küstenwache mit dem Abschleppen der Arcitic Sunrise, am traf die Crew in Murmansk ein. Am 20. September 2013 demonstrierten laut Greenpeace 75 Aktivisten vor der russischen Botschaft in Bern gegen die Verhaftung des Schweizers Marco Weber und weiterer Umweltschützer in der Arktis. Insgesamt habe es Protestaktionen in rund 30 Ländern gegeben. Am 18. September 2013 hatten Marco Weber (hier im Hintergrund beim Hochklettern des Schiffs) und eine Greenpeace-Aktivistin aus Finnland die Gazprom-Ölplattform Priraslomnaja geentert. Sie wurden von Wachen gestoppt, während die russische Küstenwache ihre Helfer mit gezogenen Waffen in Schach hielt. Marco Weber (28) wurde verhaftet und auf das Schiff der Küstenwache gebracht. Er befindet sich noch bis im November in Untersuchungshaft. Die vermummten Sicherheitskräfte zückten Waffen und Messer und drohten sogar damit, die «Arctic Sunrise» zu beschiessen, wenn die Aktivisten mit ihr das Gewässer nicht sofort verliessen. Sie sollen elf Warnschüsse abgegeben haben. Laut Greenpeace stürmten die Grenzschützer am 19. September dann die «Arcitic Sunrise». Der russische Inlandsgeheimdienst FSB rechtfertigte die Aktion damit, dass eine «reale Gefahr» für die Plattform bestanden habe. Die russischen Sicherheitskräfte seilten sich von Helikoptern auf die Arctic Sunrise ab. Dort bedohrten sie die Aktivisten mit gezogenen Waffen. Die Aktivisten liessen sich widerstandslos festnehmen. Indem sie die Ölplattform hochkletterten, wollten die Greenpeace-Aktivisten gegen die Bohrungen in einem «ökologisch sensiblen Gebiet» protestieren. Ein Ölunfall würde dort eine Umweltkatastrophe anrichten. Mehr Erfolg hatten die Aktivisten 2012, als es sechs von ihnen gelang, die Plattform Priraslomnaja für mehrere Stunden zu besetzen.

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Der inhaftierte Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber kritisiert den Bundesrat für seine vorsichtige Haltung gegenüber den russischen Behörden, die noch immer 28 Personen in Haft halten. «Vom Bundesrat wünsche ich mir ein ehrliches öffentliches Statement gegenüber Russland», schreibt Marco Weber in einem schriftlich geführten Interview mit der SonntagsZeitung.

Weber sagt weiter, er halte nichts von Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Derweil geht Greenpeace in die Offensive. In einem Brief, welcher der SonntagsZeitung vorliegt, fordert Greenpeace-Direktor Kumi Naidoo den CEO des Energiemultis Shell, Peter Voser, auf, die Zusammenarbeit mit dem russischen Energiekonzern Gazprom im nördlichen Polarmeer einzustellen. «Eine strategische Partnerschaft in der Arktis mit Gazprom wird Shell enormen Geschäfts- und Reputationsrisiken aussetzen», schreibt Naidoo.

Finnischer Chairman bittet um Freilassung

Noch hat Voser Naidoos Brief nicht beantwortet. Bereits geäussert hat sich Vosers Arbeitskollege Jorma Ollila: Der finnische Chairman von Shell hat Russland vergangene Woche aufgefordert, seine Landsfrau unter den 28 Greenpeace-Aktivisten freizulassen. An den umstrittenen Aktivitäten seiner Firma in der Arktis will er aber festhalten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit Rorschach am 27.10.2013 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Suppe selber auslöffeln

    Diese Sorte Mensch mögen wir doch besonders gern. Zuerst Mist bauen und dann soll das Heimatland sie da wieder raus hauen. So geht das nun wirklich nicht. Die Aktivisten wussten was sie riskierten. Wenn sie es trotzdem tun so haben sie die Konsequenzen auch vollends selber zu tragen. Ich habe kein Erbarmen mit ihnen und eine Lektion ist notwendig. Es gibt andere Mittel des Protestes, es muss nicht Holiganismus sein.

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  • lena.s am 27.10.2013 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    sind wir im kindergarten

    erst gross reden dann rumheulen und das beste auf andere angewiesen sein.dann kann mann nicht erwarten dass er auf seiner seite ist.sind wir im kindergarten?

  • A. H. am 27.10.2013 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wer mit dem Feuer spielt

    Dieser Typ hat kein Recht, den Bundesrat zu kritisieren. Absolut gar keins. Er hat an dieser Aktion aus freien Stücken mitgemacht. Nun soll er gefälligst die Suppe selber auslöffeln. Wer einen Elefanten in den Rüssel sticht, sollte sich nicht über dessen Reaktion wundern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Schreiber am 28.10.2013 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so Herr Weber!

    Ich bin sehr erstaunt, was für kurzsichtige Kommentare hier zu lesen sind! Offensichtlich habt ihr nicht verstanden worum es geht. Die Bedrohung des Eismeers ist nicht nur durch Transparente zu bekämpfen, die Schweiz sollte sich aktiv beteiligen und eine klare Position einnehmen, anstatt ihre heuchlerische ökologisch/ökonomische Doppelmoral zu pflegen! Und genau darauf mach Herr Weber nun aufmerksam, Hut ab!

  • Gönner am 27.10.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Leute von Sea Shepherd

    tun mehr als die alt grünen von GreenPeace...die hängen nicht nur irgend wo in der Gegend rum um eine Banderole zu zeigen...heulen nachher aber auch nicht rum, wenn sie mal in nen Hammer laufen.

  • Till O'Rly am 27.10.2013 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Leute

    1. Marco und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben geplant, friedlich zu protestieren. 2. Vor einem Jahr fand an gleicher Stelle ein gleicher Protest statt. 3 Tage lang. Ohne Folgen.

  • Markus Wälchli am 27.10.2013 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder andere Gesetze

    Wenn fremde zu uns kommen, verlangen wir, dass sie sich an unsere Rechtsordnung halten, Herr Weber und Co. haben bewusst eine Straftat verübt und haben gewusst, dass Russische Behörden und Gesetzte viel strikter sind, als unsere Streichelpolitik! Selber schuld!

    • Alla Buerki am 27.10.2013 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      informiere dich, bitte

      Weisst du nicht, um was es geht?

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  • Mario Ph. am 27.10.2013 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Dümmer als die Polizei erlaubt

    Typisch.....zuerst große Klappe jetzt sollen andere die Suppe auslöffeln. Gibt ja genug Leute die diese Organisationen unterstützen...fragt diese für Hilfe !!!!!!!

    • Silver am 27.10.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Selbst schuld!

      Ganz genau. Die Aktivisten wussten, auf was sie sich einliessen, als sie sich mit den Russen einliessen. Wer sich in Gefahr begibt, muss sich nicht wundern, wenn er darin umkommt! Für jede Aktion haben sie Geld, sollen sie sich jetzt auch selbst darum kümmern, wo sie hinkommen! Ich hoffe, die offizielle Schweiz hält sich da raus!

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