Anflugschneise

19. April 2016 08:11; Akt: 19.04.2016 08:11 Print

Greenpeace provoziert mit AKW-Wegweiser

von D. Pomper - Ein riesiger Wegweiser zeigt auf einem Feld am Flughafen Zürich Richtung AKW Beznau. Schreckt es ausländische Touristen ab?

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Passagiere, die ab Dienstag Zürich anfliegen, dürften wohl etwas länger als üblich aus dem Fenster schauen. Auf einem Feld am Flughafen Zürich prangt während zweier Wochen ein riesiger Wegweiser mit dem Text «World's oldest nuclear reactor, 22 km» («Der älteste Nuklear-Reaktor der Welt») und der Botschaft «Welcome to Switzerland» («Willkommen in der Schweiz»). Das Feld ist 100 Meter lang. Die Aktion erinnert an die «Grand Tour»-Kampagne von Schweiz Tourismus, die darauf abzielt, Leute auch auf unbekannte Orte in der Schweiz aufmerksam zu machen.

Hinter der Aktion steckt Greenpeace: «Viele Touristen, aber auch Schweizer dürften erstaunt sein, dass ausgerechnet in der Schweiz der älteste kommerziell betriebene Nuklear-Reaktor steht», sagt Kampagnenleiter Christian Engeli. Der Druckbehälter des AKW Beznau weist fast 1000 Schwachstellen auf, wie ein Bericht des Eidgenössischen Nuklearinspektorats (Ensi) gezeigt hat. Zwar steht das AKW seit einem Jahr still, doch diesen Sommer will das Ensi entscheiden, ob man es wieder in Betrieb nimmt. «Es darf nicht sein, dass unsere Energieversorgung von so alten Reaktoren abhängt», sagt Engeli. Würde Radioaktivität austreten, würden auch die an die Bevölkerung verteilten Jodtabletten nichts nützen.

Für die Aktion stehen acht Greenpeace-Aktivisten im Einsatz. Mithilfe von GPS laufen sie die Buchstaben ab und streuen das mit Lebensmittelfarbe eingefärbte Stroh. Das Feld wurde von Thomas Stutz der Firma Greenworks zur Verfügung gestellt,der gemeinsam mit Bauern in der Region Feldwerbungen organisiert. Davon Gebrauch machten in der Vergangenheit etwa Victorinox oder Microsoft. Die Kosten für solche Werbung bewegt sich zwischen 5000 und 50'000 Franken. Greenpeace hat die Aktion «mehrere Tausend Franken» gekostet.

Bergparadies oder AKW-Hölle?

Doch ob dieses Geld gut investiert ist, bezweifelt Urs Wagenseil, Tourismusexperte der Hochschule Luzern. Erstens sei der Zeitpunkt schlecht gewählt: «Zurzeit reisen kaum Touristen in die Schweiz, sondern vor allem Businessleute.» Diese würden das Wegschild zur Kenntnis nehmen, aber spätestens nach der Landung einige Sekunden später wieder vergessen.

Zweitens sei das Image der Schweiz als hoch technologisiertes Land und Bergparadies dank der intensiven PR-Arbeit der letzten Jahre fest in den Köpfen der meisten Ausländer verankert. «Die Touristen werden die Schweiz wegen dieser Feldwerbung nicht plötzlich als AKW-Hölle wahrnehmen», sagt Wagenseil. Das Tourismusland Schweiz werde keinen Schaden nehmen. Schweiz Tourismus wollte zur «politischen Aktion» von Greenpeace keine Stellung nehmen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu am 19.04.2016 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Also quasi wie das Ballenberg Freilichtmuseum, Technik von früher, aber noch produktiv. Gibt's denn Führungen für Touristen? Ein gutes Angebot welche die Schweiz noch attraktiver macht.

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  • popi am 19.04.2016 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Qualität

    hält am Längsten! Danke für den Hinweis Greenpeace

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  • Marco von der Mühll am 19.04.2016 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Idee

    Auch Greenpeace kommt endlich mal auf kreative Lösungen. Find ich gut! :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr.Kern am 19.04.2016 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    System Schafe

    Langsam ist es echt genug mit all den unqualifizierten Kommentaren. Es braucht ja viel bis es mir "de deckel lupft" aber genug ist genug. Was hier alles für quatsch erzählt wird ist ja unglaublich. Nur weil die Nukleartechnik ein komplexes Thema ist, ist es nicht verboten sich seriös einzulesen (oder zu schweigen). Leute wie ich gehen Tag und Nacht arbeiten um ihnen eine möglichst sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Was haben sie das gefühl das ich an einen unsicheren arbeitsplatz gehen will? Glauben sie ich will meine Familie in einer unsicheren umgebung gross ziehen? Nein das will ich nicht umd tue ich auch nicht. Ich und meine Kollegen sind uns sicher das wir ein sicheres Kraftwerk haben, denn wir schauen jeden Tag das dies auch so bleibt. Aber ihr habt das gefühl das ihr ohne jegliche ahnung von unserem Kraftwerk euch ja so sicher seit das da "irgend etwas" ganz gefährliches pasiert.

  • Nicola Böhm am 19.04.2016 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Finde ich eine super Idee!!:)

  • Pebo54 am 19.04.2016 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH wach auf

    Echt starke Aktion; bin auf die Reaktionen gespannt!

  • Afrim Brama am 19.04.2016 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO!!

    Finde ich super! Weiter so Greenpeace damit diese tickende Atombombe endlich vom Netz genommen wird.

  • Hugo Koblet am 19.04.2016 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    Hoffentlich bleibt dieses AKW noch einige Jahre im Betrieb,denn ich habe gestern ein neues E-Bike gekauft. Ein Tesla könnte ich mir nicht leisten.