Gegen Gazprom

20. Oktober 2013 08:56; Akt: 20.10.2013 10:09 Print

Greenpeace schockt Klassik-Fans

Kurz vor Beginn des Konzerts «Classical Highlights» am Samstag in der Zürcher Tonhalle hat Greenpeace eine ölverschmierte Ballett-Tänzerin den sterbenden Schwan tanzen lassen.

(Video: Greenpeace)
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Mit einer Neuinterpretation des sterbenden Schwans hat die Umweltorganisation Greenpeace am Samstagabend auf die Gefährdung der Arktis durch Ölbohrungen aufmerksam gemacht.

Vor Beginn des Konzerts «Classical Highlights» in der Zürcher Tonhalle starb der Schwan dabei in einer «Öllache».

Die Umwelt kam bei der Aktion nicht zu Schaden, das «Öl» bestand in diesem Fall nämlich nur aus Melasse, wie Greenpeace in einer Mitteilung schreibt. Der Protest-Tanz richtete sich gegen den russischen Energiekonzern Gazprom, der in der Arktis nach Öl bohren will und «Classical Highlights» sponsert.

Gazprom spiele Russisch Roulette mit einem der letzten intakten Ökosysteme der Welt, mit seinen Menschen und seiner einzigartigen Tierwelt, heisst es in der Mitteilung. Der qualvoll im Öl sterbende Schwan sei ein Sinnbild für das drohende Schicksal der arktischen Fauna.

Schutzgebiet rund um den Nordpol gefordert

Auch andere Ölkonzerne wie Shell oder Statoil planen laut Greenpeace Ölbohrungen in den arktischen Gewässern. Die Umweltorganisation kämpft seit zwei Jahre für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Die Protestaktion ist Teil einer internationalen Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Arktis.

Eine Gruppe von Greenpeace-Aktivisten hatte am 18. September nahe einer Ölplattform von Gazprom in der Barentssee protestiert. 28 Umweltschützerinnen und -schützer, darunter ein Schweizer, und zwei Journalisten sitzen seitdem im Gefängnis. Ihnen drohen lange Haftstrafen.

Gespräch mit FC Basel nach Uefa-Strafe

Weil Gazprom nicht nur Kultur sondern auch Sport sponsert, hatten Aktivisten sich Anfang des Monats vom Dach des St.-Jakob-Parks in Basel abgeseilt und ein riesiges Transparent entfaltet. Die Uefa hat dem FC Basel dafür eine Strafe von 30'000 Euro auferlegt.

Greenpeace findet diesen Entscheid ungerechtfertigt und bedauert die damit verbundenen Konsequenzen für den FC Basel, sagte Greenpeace-Schweiz-Präsidentin Cécile Bühlmann in einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag». «Unsere Organisation wird nun das Gespräch mit dem FC Basel suchen», sagte sie.

(bat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs Meyer am 20.10.2013 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sympathische Aktion

    Die Bedenken von Greenpeace bezüglich Gazprom und der Integrität der russischen Behörden sind ja wohl sehr berechtigt und ich finde das eine niveauvolle Art, sich Gehör zu verschaffen. Im Vergleich zu der Aktion im Fussballstadion wird diese Aktion aber vermutlich nur einen Bruchteil der Anzahl an Menschen erreichen...

  • Rudolf am 20.10.2013 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Text auch lesen

    Ich bin mehr geschockt über die Kommentatoren hier. Man scheint nur die Bildli anzuschauen aber den Text nicht zu lesen.Wenn man sich die Mühe macht den Text zu lesen,sieht man das kein Oel verwendet wurde.Aber lesen ist wohl zuviel verlangt.

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  • Ron Meier am 20.10.2013 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer macht sonst auf Missstände aufmerksam

    Wer würde sich sonst für die Umwelt einsetzen? In der heutigen Konsumgesellschaft denkt ja keiner mehr über die eigene Nasenspitze hinaus (mich eingeschlossen). Ich finde es gut und auch notwendig, dass jemand versucht die Gesellschaft wachrütteln! Und dies ohne Gewalt auf so eine kreative Art, das verdient schon fast eine Auszeichnung!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pit Rorschach am 20.10.2013 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Aktion

    Zwar halte ich nicht viel von Greenpeace, doch diese Aktion hat Hände und Füsse und ist zudem in einem Rahmen durchgeführt worden, der niemanden schädigt.

  • Greenpeace am 20.10.2013 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mitschuldig

    Alle welche 3x im Jahr in die Ferien fliegen oder unnütz mit dem Auto in der Gegend rumkurven machen sich mitschuldig. Ohne Nachfrage kein Angebot!

  • Umweltschützer am 20.10.2013 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Warum alle gegen Greenpeace?

    Warum hacken alle immer auf Greenpeace rum? Sie setzen sich, vielleicht mit etwas unkonventionellen Mitteln, für die Erhaltung unseres Ökosystems ein und machen auf die Gefahren aufmerksam, die diese Ölbohrungen mit sich bringen. Sie sind weder gewalttätig noch wollen sie jemanden etwas Böses tun. Aber doch werden sie immer mehr als Schwerverbrecher abgestempelt.

  • Elsa am 20.10.2013 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Danke dass sich zumindest jemand gegen Gazprom wehrt!

  • tobias wüthrich am 20.10.2013 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Haben sich weiter entwickelt

    Also ich mag Greenpeace, sie haben gelernt das Aktionen der Aufmerksamkeit bedürfen, sie nutzen die Medien um auf sich aufmerksam zu machen. Umweltschutz ist ein thema das in unserer konsumgeilen gesellschaft in vergessenheit gerät. Es ist daher gut zu wissen das es eine Organisation gibt die immer wieder uns daran erinnert!