Umweltbelastung

19. Juli 2018 09:16; Akt: 19.07.2018 09:16 Print

Greenpeace will Einweggrills verbieten

Wegwerfgrills lassen Brandlöcher zurück und sind ökologisch umstritten. Erste Gemeinden verbieten sie nun.

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Chillt man bei warmem Sommerwetter mit Freunden am See oder am Fluss, darf auch die Wurst nicht fehlen. Viele grillieren dabei mit einem Einweggrill.

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Obwohl etwa Migros und Coop inzwischen nur noch Produkte mit Beinchen verkaufen, sind die Einweggrills bei den Städten unbeliebt. In Basel und Zürich heisst es, dass immer noch häufig Brandlöcher im Rasen von Parks und Grünflächen zurückbleiben – sei es, weil Grills ohne Beinchen verwendet werden oder weil sie nicht ausgeklappt werden.

«Mitmenschen können sich durch den Rauch gestört fühlen»

«Die Einweggrills sind sehr problematisch. Nicht nur in Parks, sondern auch auf öffentlichen Plätzen bleiben Brandflecken zurück, deren Beseitigung teuer ist», sagt etwa André Frauchiger, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements. Zudem könnten sich Mitmenschen durch den Rauch gestört fühlen.»

Die Stadt Basel setzt auf Sensibilisierung: Laut Frauchiger versuche man, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass Einweggrills nicht gut sind. Die Situation sei dadurch zumindest nicht schlimmer geworden. Auch die Grills mit schonenden Beinen würden dazu beitragen. Auch in Zürich hat die Stadt nach wie vor mit Brandlöchern zu kämpfen. Sie ruft wie Basel dazu auf, mit mindestens 30 cm Abstand zum Boden zu grillieren. Wer den Boden beschädigt, riskiert eine Busse.

Rorschach verbietet Wegwerfgrills

Während die grösseren Städte auf Sensibilisierung und Bussen setzen, verbannen erste Städte die Einweggrills von der Seepromenade: Um den Rasen zu schützen, hat die Stadt Rorschach laut dem «St. Galler Tagblatt» kürzlich ein Verbot erlassen und mobile Verbotstafeln angeschafft.

Für Greenpeace-Sprecher Yves Zenger hat das Vorgehen Pioniercharakter. Er fordert ein schweizweites Verbot – aus ökologischen Gründen: «Alle Produkte, die hergestellt wurden, um einmal gebraucht gleich weggeworfen zu werden, sind eine unnötige Belastung und eine Verschwendung von Ressourcen. Das betrifft insbesondere auch Einweggeschirr und Verpackungen aus Plastik. Einweggrills sind höchstens effizient, wenn es darum geht, mit wenig Geld viel Umwelt zu schädigen», sagt Zenger. Er ermutigt die Leute, einen handlichen Grill zu kaufen, der sich viele Male wiederverwenden lässt. «Dieser kostet zwar mehr, rechnet sich mit der Zeit jedoch.»

Auch Grünen-Vize-Präsidentin Adèle Thorens plädiert in letzter Konsequenz für ein Verbot. «Zunächst sollten die Gemeinden auf öffentlichen Plätzen Grills anbieten, die man nutzen kann, und die Konsumenten über die Einweggrills informieren.» Wenn dies nicht fruchte, sei aber ein Verbot angezeigt. «Das Thema Einwegprodukte muss man behandeln, da die Produkte sinnlos die Umwelt verschmutzen.» Für das Image von Coop und Migros seien die Einwegprodukte nicht gut. «Man spricht immer von Nachhaltigkeit, was man bei Coop und Migros auch immer erwarten darf. Bei Einwegprodukten jedoch ist das nicht der Fall», sagt Thorens.

Bei der Migros heisst es, man empfehle Mehrweggrills. Sowohl Migros als auch Coop bieten inzwischen auch ökologischere Alternativen zu den Alugrills an – etwa aus Karton und Bambus oder aus Erlenholz. Zumindest für die Gesundheit seien die Einweggrills übrigens keine Gefahr, wie der Zürcher Kantonschemiker Martin Brunner sagt. «Das Grillieren auf einem Einweggrill ist vergleichbar mit einem normalen Holzkohlegrill. «Das Aluminium sollte keinen Einfluss auf das Essen haben, höchstens auf die Umwelt. Gesundheitlich besteht jedoch keine grosse Gefahr», sagt Brunner. Was bei Einweggrills, aber auch bei anderen Holzkohlegrills passieren könne, sei, dass Fett auf die heisse Kohle tropft und sich so schädliche Stoffe in kleinen Mengen bilden können.

(wsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Prima Ballerina am 19.07.2018 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr geht immer

    Ich könnte, wenn ich bei mir selber anfange, ganz sicher mehr für den Umweltschutz tun. Aber diese Einweggrills halte ich für komplett Fehl am Platz, seit ich sie das erste mal gesehen habe.

  • Pusher am 19.07.2018 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie wieder...

    1x gekauft und gegrillt, jedoch nie wieder! Dieses künstliche zeug in diesem EW-Grill macht das Fleisch ungeniessbar, es riecht nach Chemischem zeug...

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  • Kilian P. am 19.07.2018 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenmassen

    Auf dem HEITEREN sind diese seit drei Jahren verboten. Der Müll ging automatisch zurück und es ist wieder viel attraktiver dort oben. Allgemein darf dort nicht mehr gegrillt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Grillmeister der II. am 19.07.2018 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    So nöd

    Wer von einem solchen Grill isst, hat keine Kultur.. da bleibe ich bei meinem Black Smoker Deuxe II

  • Seppu am 19.07.2018 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch weiter gehen!

    Einwegholz für die Feuerstelle auch gleich verbieten! :)

  • :) am 19.07.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drama

    Die Einweggrille, die Coop verkauft kann man die Beine ausklappen, so bleiben keine Brandflecken zurück. Was soll das Drama..

  • Marion M. am 19.07.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sich nicht fortpflanzen!

    Grüner und ökologischer geht es nicht.

  • Urs Niederberger am 19.07.2018 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon richtig

    Das grösste Umwelt-Problem aller Zeiten!! Was macht Greenpeace gegen Kreuzfahrtschiffe. Die schlimmsten Umweltverschmutzer überhaupt. Todenstille! Alle dieser Schiffe von heute auf morgen stilllege und Verschmutzung wie von 100erten Millionen Autos wäre erreicht. Auch die Umweltziele der nächsten Jahrzehnte!!! Greenpeace bitte mal aktiv werden. Oder wollt ihr nicht? Es sind nicht viele Kreuzfahrtschiffe, die man stilllegen muss.