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30. März 2014 23:14; Akt: 30.03.2014 23:14 Print

Gripen-Funk: Die NSA könnte mitlauschen

Die Schweiz weiss nicht, wer bei alles mithören wird, wenn die Gripen-Flugzeuge einst in der Luft sind. Dies, weil sie die Funkgeräte nicht selber programmiert.

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Falls die Schweiz den Gripen kauft, können die Amerikaner die Funksprüche möglicherweise mithören. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Falls die Schweiz den Gripen kauft, können die USA den Funk-Kontakt möglicherweise mithören. Denn das Funkgerät in den neuen Flugzeugen stammt von den Amerikanern – und diese könnten das Gerät so programmieren, dass der Kasten Funksprüche der Schweizer abfängt oder gar manipuliert. Das berichtet die «SonntagsZeitung».

Ursprünglich war vorgesehen, dass ein Schweizer Unternehmen die Funk-Kommunikation programmieren würde. Doch im September 2013, nach dem Ja des Parlaments zum Gripen, änderte der schwedische Flugzeughersteller Saab offenbar seine Meinung. Statt den Auftrag wie geplant an die Schweizer Firma Roschi, Rohde & Schwarz zu vergeben, ist nun das amerikanische Unternehmen Rockwell für die Kommunikation zuständig.

Das heisst, dass die Schweizer keinen Zugang zum Programmtext haben, welcher der Funk-Kommunikation zugrunde liegt. Auch die Wartung des Geräts geschieht auf amerikanischem Boden.

Hintertüren wahrscheinlich

Solange Ghernaouti, Professorin für Informationssysteme an der Uni Lausanne, hält diese mögliche Sicherheitslücke für bedenklich, wie sie gegenüber der «SonntagsZeitung» festhält: «Man muss sichergehen können, dass die Gesamtheit des Systems den Sicherheitserfordernissen entspricht und dass es keine Hintertüren im Steuerprogramm gibt, über die nicht autorisierte Personen das System abhören oder manipulieren können.»

Und bei Swiss Crows, einer Vereinigung von Schweizer Spezialisten für elektronische Kriegsführung, meint der Präsident Richard Morva: «Bei den Amerikanern wäre es sogar erstaunlich, wenn es keine Hintertür im Programm eines solchen Bauteils gäbe.»

Saab nimmt keine Stellung

Warum sich Saab gegen die Schweizer Firma und für den Rüstungsgiganten Rockwell entschieden haben, ist nicht bekannt. Der schwedische Konzern lässt lediglich verlauten, dass «der Einsatz von nichteuropäischen Komponenten für den Gripen E» niemals ausgeschlossen worden sei. Auch bei der Schweizer Firma Roschi, Rohde & Schwarz wollte niemand Stellung nehmen.

(ala)