Tranchenweise Beschaffung

06. April 2014 04:29; Akt: 06.04.2014 12:30 Print

Gripen soll auch gegen Volkswillen gekauft werden

Anderthalb Monate vor der Abstimmung ist der Glaube an ein Volks-Ja bei den Gripen-Freunden offensichtlich nicht mehr gross. Sie arbeiten mit Hochdruck an einem Plan B.

storybild

Der Gripen dürfte beim Volk einen schweren Stand haben. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auch wenn das Volk am 18. Mai Nein zum Kauf von 22 Gripen-Kampfflugzeuge sagt, wollen bürgerliche Politiker den Kampfjet trotzdem kaufen. Und vor allem: Der Gripen soll dann am Volk vorbeigeschmuggelt werden.

Unter Anführung des einflussreichen Präsidenten der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Thomas Hurter, arbeiten die Gripen-Freunde bereits an einem entsprechenden Plan B. Anderthalb Monate vor der Abstimmung ist der Glaube an ein Volks-Ja offensichtlich nicht mehr gross.

Keine Spezialfinanzierung

Seit Tagen hausiert Hurter mit einem Plan, wie ohne Volkssegen nicht nur die F5-5 Tiger-Kampfflugzeuge, sondern auch gleich die ebenfalls angejährten F/A-18-Jets ersetzt werden können. Der frühere Berufsmilitär- und heutige Linienpilot bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Für den Fall, dass das Volk den Gripen ablehnt, braucht es einen Plan B.

Dieser könnte eine tranchenweise Beschaffung eines Kampfflugzeugs sein», sagt der SVP-Nationalrat. Konkret: Das Verteidigungsdepartement soll nach einem entsprechenden Parlamentsbeschluss «alle 15 Jahre eine Staffel an 12 Flugzeugen» ordern. Auf diese Weise sollen die derzeit 86 alten Kampfjets durch 50 bis 70 neue Flieger ersetzt werden. Vorteil aus Sicht Hurters: «Diese Tranchen kann man in die ordentlichen Rüstungsprogramme integrieren.» Es braucht keine Spezialfinanzierung wie beim jetzigen 3,1-Milliarden-Gripen-Projekt.

(bee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Wälchli am 06.04.2014 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Volkswillen

    Wäre mir nichts anderes gewöhnt, ist die Direkte Demokratie nur noch Augenwischerei?

    einklappen einklappen
  • Ruedi Wyss am 06.04.2014 05:12 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb noch abstimmen?

    Weshalb kann man in der Schweiz denn noch abstimmen, wenn die Politiker am Schluss doch machen was sie wollen? Das Volk sollte solche Politiker auch nicht mehr wählen!!

  • Myke am 06.04.2014 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Moment mal

    War es nicht die SVP welche erst vor kurzem darauf hinwies dass der Wille des Souverän zu respektieren sei? Oder gilt das nur solange wie der Souverän der SVP nach dem Büchlein redet?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • KULT-Urbanause am 07.04.2014 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Vox Populi = Vox Rindvieh

    Einmal mehr sehe ich massenweise Personen die gar nciht wissen worüber wirklich abgestimmt wird. Es geht lediglich um die Art der Finanzierung (grob: Kredit ja / nein). Das weiss sogar ich - der gar nicht abstimmen darf. Freut euch: Ihr seit nicht allein. In BaWü haben bei Stuttgart 21 doch auch alle geglaubt dass es um den Bahnhofsbau ja/nein geht. Auch da gings nur darum ob das Land aus der Finanzierung aussteigen soll. Aber wie immer Zeitungen und Stammtische polemisieren so lange bis man vom Thema weg ist.

  • Uniform am 07.04.2014 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    24 Std. Überwachung ohne Gripen

    für die Schweiz nicht möglich, hat unser Ueli aus Bern kommuniziert. Wenn das so ist, wird es auch mit Gripen nicht klappen, denn mit mehr Flugzeugen in der Luft lassen sich Führungsdefizite nicht in Luft auflösen.

  • Peter am 07.04.2014 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überweisen

    Lieber Ueli Maurer. Da sich das Volk und vor allem die Schreiber der Kommentare hier drinnen sich nicht einig sind, schlage ich vor, dass Sie mir die Milliarden auf mein Bankkonto überweisen und ich es dort in der Schweiz einsetze, wo es tatsächlich gebraucht wird. Und noch ein Tipp. Schafft endlich diese Armee ab, die nur zu viel Geld braucht -so wie die SBB.

  • B. Kerzenmacher am 06.04.2014 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgrund...

    der jährlichen Milliardenkosten im Asylunwesen liegt eine Anschaffung von neuen Kampfflugzeugen finanziell ohnehin nicht drin, Es dürfte hoffentlich inzwischen auch bis nach Schweden durchgedrungen sein, dass aufgrund des Milliarden schwerden Asylunwesens auch der Steuerzahler in der CH den Gürtel enger zu schnallen hat und neue Kampfflugzeuge daher auch für die CH schlicht nicht bezahlbar sind.

  • Thierry P am 06.04.2014 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Informiert sich heute eigentlich...

    ... noch einer, bevor er abstimmen geht? Bei der Abstimmung am 18. Mai geht es um das Gripen-Fonds-Gesetz, welches vorsieht, dass die Armee jährlich aus ihrem regulären Gesamtbudget 300 Mio. Franken in einen Fond einzahlt, um den Gripen zu finanzieren. Es geht bei dieser Abstimmung nur um die Finanzierungsart, nicht um den Flieger selbst. Sollte das VBS, oder wer auch immer, nach einem Nein zum Gripen-Fonds-Gesetz einen anderen Weg finden, den neuen Flieger zu finanzieren, ist dies völlig legitim und zu keinster Weise eine Missachtung des Volkswillen!

    • Der böse Mensch am 06.04.2014 20:44 Report Diesen Beitrag melden

      Das ist im Grunde richtig, aber...

      auch bei der MEI könnte der Bundesrat die Kontingente für ein Jahr auf eine Trillion Einwanderer aus der EU festlegen, da keine feste Zahl in der Initiative festgehalten ist. Die Frage ist nur, ob das die Stimmenden nicht in Rage bringen würde. Ich fände es noch irgendwie witzig.

    einklappen einklappen