Lagebericht von BAG

19. Februar 2020 12:45; Akt: 19.02.2020 13:01 Print

Grippewelle hat ihren Höhepunkt überschritten

Letzte Woche wurden Grippe-Ansteckungen auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet, wie das Bundesamt für Gesundheit meldet.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Grippewelle in der Schweiz schwächt ab. Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr. Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder. Eine Infektion mit Rhinoviren entwickelt sich in der Regel schleichend. Erste Anzeichen sind ein Kribbeln in der Nase, ... ... Niesanfälle und ... ... wässriger Schnupfen, der später fest und gelb-grün werden und die Nase verstopfen kann. Darauf folgen meist Halsschmerzen, Heiserkeit und trockener Reizhusten. Das Fieber bleibt jedoch unter 38 Grad Celsius. Das Gute an einer Erkältung? Die auch grippaler Infekt genannte Infektion ist durchschnittlich nach sieben bis neun Tagen wieder vorbei. Dafür hat man sie als Erwachsener bis zu viermal im Jahr, Kinder bekommen sie sogar noch öfter. Eine Infektion mit Influenza-Viren kommt plötzlicher, führt zu stärkeren Symptomen und dauert deutlich länger. Aber der Reihe nach. Die Beschwerden treten plötzlich auf. Innerhalb weniger Stunden steigt das Fieber auf bis zu 40 Grad an und wird dabei von ... ... Gliederschmerzen und Schüttelfrost sowie ... ... Schwitzanfällen begleitet. Schnupfen ist dagegen eher selten oder tritt weniger stark ausgeprägt auf. Auch Halsschmerzen kommen bei an Grippe Erkrankten so gut wie nie vor. Typisch ist dafür die rasch auftretende, heftige Entkräftung und starke Gliederschmerzen. Eine Grippe dauert auch deutlich länger als Erkältungen: Bis zu drei bis sechs Wochen kann es dauern, bis man wieder ganz hergestellt ist. Doch es kann auch zu einer Folgeinfektion wie wie Mittelohr-, Stirnhöhlen- und Kieferhöhlenentzündung oder entzündeten Mandeln kommen. In jedem Fall ist es wichtig, sich gut auszukurieren. Ansonsten können die Beschwerden chronisch werden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Grippewelle hat in der ersten Februarwoche nach Einschätzung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ihren Höhepunkt überschritten. Die Grippe bleibt aber weit verbreitet und ist noch nicht unter den Epidemiewert gesunken.

Umfrage
Hat die Grippe dich auch schon erwischt?

In der letzten Woche meldeten die 144 Ärztinnen und Ärzte des Sentinella-Systems 35,1 grippeähnliche Erkrankungen auf 1000 Konsultationen. Hochgerechnet entspricht das 263 Ansteckungen auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner, wie das BAG am Mittwoch mitteilte. In der Vorwoche waren es noch 345 gewesen.

Drei Virenstämme gleichzeitig

Der saisonale epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen ist seit der zweiten Jahreswoche im Januar überschritten. Allerdings zeigte sich in der vergangenen Woche eine sinkende Tendenz.

Am meisten betroffen blieb die Altersgruppe der Kleinsten zwischen 0 und vier Jahren bei abnehmender Tendenz. Auch bei den 5-bis 29-Jährigen sanken die Fälle, während ihre Zahl bei den Älteren stabil blieb.

In allen Landesteilen blieb die Krankheit weit verbreitet. Zur Zeit grassieren drei Virenstämme gleichzeitig, was laut BAG eher aussergewöhnlich ist.

(sda)