Waffen-Initiative

13. Februar 2011 17:11; Akt: 08.03.2012 10:51 Print

Grosser Andrang an den Urnen

Während meist 43 bis 44 Prozent der Stimmberechtigten über eidgenössische Vorlagen befinden, stiess die Waffeninitiative auf grosses Interesse: 48.54 Prozent gingen an die Urne.

Waffen-Initiative

Die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» verlangt, dass Armeewaffen neu im Zeughaus deponiert werden müssen und sämtliche Feuerwaffen zentral beim Bund statt in den Kantonen registriert werden. Zudem fordert die Initiative einen Bedarfs- und Fähigkeitsnachweis für den Umgang mit Feuerwaffen und Munition.
Die Initiative ist am Volk- und Ständemehr gescheitert.
Ja
 43.69 %
Nein
 56.31 %
Stimmbeteiligung: 48.54 Prozent
Ja: 1082396
Nein: 1395119
Kantone offen: 0
Ja: 6
Nein: 20
Aargau
Einwohner: 612600
Ja
 38.57 %
Nein
 61.43 %
Appenzell Ausserrhoden
Einwohner: 53100
Ja
 37.77 %
Nein
 62.23 %
Appenzell Innerrhoden
Einwohner: 15700
Ja
 27.68 %
Nein
 72.32 %
Bern
Einwohner: 979800
Ja
 40.62 %
Nein
 59.38 %
Basel-Landschaft
Einwohner: 274500
Ja
 45.19 %
Nein
 54.81 %
Basel-Stadt
Einwohner: 185000
Ja
 58.92 %
Nein
 41.08 %
Freiburg
Einwohner: 278500
Ja
 41.14 %
Nein
 58.86 %
Genf
Einwohner: 457800
Ja
 61.05 %
Nein
 38.95 %
Glarus
Einwohner: 38600
Ja
 30.18 %
Nein
 69.82 %
Graubünden
Einwohner: 192600
Ja
 35.00 %
Nein
 65.00 %
Jura
Einwohner: 70100
Ja
 52.02 %
Nein
 47.98 %
Luzern
Einwohner: 377600
Ja
 39.93 %
Nein
 60.07 %
Neuenburg
Einwohner: 172100
Ja
 53.20 %
Nein
 46.80 %
Nidwalden
Einwohner: 41100
Ja
 31.23 %
Nein
 68.77 %
Obwalden
Einwohner: 35600
Ja
 28.14 %
Nein
 71.86 %
St.Gallen
Einwohner: 478900
Ja
 39.17 %
Nein
 60.83 %
Schaffhausen
Einwohner: 76400
Ja
 38.95 %
Nein
 61.05 %
Solothurn
Einwohner: 255300
Ja
 35.03 %
Nein
 64.97 %
Schwyz
Einwohner: 146700
Ja
 29.14 %
Nein
 70.86 %
Thurgau
Einwohner: 248500
Ja
 34.53 %
Nein
 65.47 %
Tessin
Einwohner: 333800
Ja
 36.52 %
Nein
 63.48 %
Uri
Einwohner: 35400
Ja
 29.39 %
Nein
 70.61 %
Waadt
Einwohner: 713300
Ja
 53.70 %
Nein
 46.30 %
Wallis
Einwohner: 312700
Ja
 38.06 %
Nein
 61.94 %
Zug
Einwohner: 113100
Ja
 42.81 %
Nein
 57.19 %
Zürich
Einwohner: 1373100
Ja
 50.37 %
Nein
 49.63 %

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Die Waffenschutzinitiative vermochte besonders in der Deutschschweiz zu mobilisieren. Das Resultat beeinflusste dies nicht: Von der hohen Beteiligung hätten die Gegner und die Befürworter gleichermassen profitiert, sagte Claude Longchamp, Leiter des Forschungszentrums gfs.Bern. Die Initiative habe sowohl in ländlichen als auch in urbanen Gebieten mobilisiert.

Die höchste Beteiligung meldete einmal mehr Schaffhausen, der Kanton mit «Stimmzwang»: 65 Prozent der Berechtigten gaben ihre Stimme ab.

Besonders hoch war die Stimmbeteiligung ausserdem in den Kantonen der Zentralschweiz. In Zug und Obwalden lag sie bei 54 Prozent, in Nidwalden bei 53 Prozent und in Schwyz bei 51 Prozent. Auch in den Kantonen Bern und Wallis gingen über 50 Prozent an die Urne. Im Kanton Bern lag die Stimmbeteiligung bei 53 Prozent.

Grosses Interesse in Bern

Hauptgrund für das grosse Interesse in Bern dürften die Ständeratsersatzwahl und die kantonale Vorlage zu einem neuen Atomkraftwerk in Mühleberg sein. Obwohl diese Abstimmung lediglich konsultativen Charakter hatte, vermochte sie die Bevölkerung an die Urne zu locken.

Am geringsten war das Interesse im Kanton Jura, wo die Stimmbeteiligung bei 39 Prozent lag. Alle anderen Kantone meldeten eine Stimmbeteiligung von über 40 Prozent.

Tiefer als bei Ausschaffungsinitiative

So stark wie Ausländer- und Europa-Vorlagen vermochte die linke Waffenschutzinitiative jedoch nicht zu mobilisieren. An den Abstimmungen zur Ausschaffungs- und zur Minarett-Initiative beteiligten sich jeweils rund 53 Prozent der Stimmberechtigten.

Eine Spitzenbeteiligung von 79 Prozent hatte es bei der Abstimmung zum EWR-Beitritt im Jahr 1992 gegeben. Es gab aber auch schon Abstimmungssonntage mit einer Stimmbeteiligung unter 30 Prozent. Der Negativrekord stammt aus dem Jahr 1972. Damals beteiligten sich weniger als 27 Prozent an einer Abstimmung über den Schutz der Währung und die Stabilisierung des Baumarktes.

(sda)