Subventionsrekord

23. März 2011 16:55; Akt: 23.03.2011 21:30 Print

Grossfamilie im Jura kriegt über 500 000 Franken

Die Grossfamilie Ackermann aus Bourrignon im Jura erhielt letztes Jahr 533 012 Franken vom Bund. So viel wie sie kriegt sonst kein Bauer in der Schweiz.

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Die Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens berichtet am Mittwochabend, wer unter den Schweizer Bauern den Subventionsrekord hält: Die Grossfamilie Ackermann aus Bourrignon JU erhielt 2010 533 012 Franken Bundesgeld.

Ende Februar 2011 titelte die NZZ am Sonntag, dass eine jurassische Betriebsgemeinschaft über 500 000 Franken Direktzahlungen vom Bund erhalte. Recherchen zeigen nun: Das Geld ging nach Bourrignon, das 30 Kilometer von Basel entfernt liegt.

Geld verteilt sich auf sieben Familien

In der Sendung bestätigt Bauer Claude Ackermann: «Ja, wir haben im letzten Jahr 533 012 Franken erhalten und sind der meistsubventionierte Bauernbetrieb der Schweiz. Wir haben diesen Titel nicht gesucht. Mir wären höhere Marktpreise lieber als Bundessubventionen.»

Das Geld verteile sich allerdings auf vier Höfe und sieben Familien. Gemäss der detaillierten Subventionsliste gibt es allein für die 200 Hektar Land 228 556 Franken vom Bund. Die Betriebsgemeinschaft hält mehrere hundert Schweine, Kühe und Pferde. Da die Tiere täglich ins Freie können, gibt es weitere 266 151 Franken Direktzahlungen. Zudem: Für ökologische Ausgleichsflächen erhält die Grossfamilie Ackermann nochmals 38 305 Franken.

«Hohe Summe ist gerechtfertigt»

Im Kanton Jura haben letztes Jahr zwölf Bauern über 200 000 Franken Direktzahlungen erhalten – rund vier Mal mehr als der Schweizer Durchschnittsbauer.

Der höchste Landwirtschaftsbeamte des Kantons Jura, Eric Amez-Droz, rechtfertigt die Subventionen von über einer halben Million Franken gegenüber «10vor10»: «Diese grosse Summe ist gerechtfertigt. Die Betriebsgemeinschaft hat hohe Investitionen und Kosten. Zudem ist es nicht ein einzelner Hof sondern es sind vier Betriebe, auf die sich diese Subventionen aufteilen.»

Trotz Rekord-Subventionen
erstaunlich: Beim Grossbetrieb machen die Direktzahlungen von 533 012 Franken nur einen Fünftel des jährlichen Budgets aus. Unter dem Strich kann sich jede der sieben Familien 70 000 Franken Jahreslohn auszahlen.

(uwb)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna B. am 23.03.2011 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Teil 2

    Lieber den Bauern mal etwas zu viel geben, als anderen. Unsere Grossverdiener (wenn man das noch als "gross" und nicht astronomisch bez. kann) Vasella, Dougan, Ospel etc. erschaffen nichts reelles, schaden der Volkswirtschaft und bekommen trotzdem immer noch exorbitante "Löhne". Lasst die Bauern in Ruhe und seid dankbar für das gesunde Essen, dass wir dank ihnen tagtäglich auf unseren Tellern haben. Ps. der Bauer muss dann schon noch arbeiten, auch wenn er subventionen erhält.

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  • FM aus TG am 23.03.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    @Pesché

    70k für eine Familie sind kein Luxus aber wir reden hier nur von den Subventionen! Der ganze Ertrag aus dem Verkauf der Produkte kommt ja noch hinzu! Ich finde solche Subventionen bereits unverschämt. Soll ich nun auch noch Subventionen nebst meinem Lohn verlangen? Wäre doch eine Idee...

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  • Reto Müller am 24.03.2011 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Politik und ihre Folgen...

    An alle die jetzt jammern: Überlegt halt VOR den nächsten Wahlen ob ihr noch mehr Bauern oder Vertreter der "Sünneli-Partei" nach Bern schicken wollt... Nur mal so ein Gedanke. UNd die SChweiz soll endlich mal vorwärts machen mit der DOHA Runde!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Buremeitschi am 24.03.2011 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wertschätzung?

    Als junge Bauerntochter gibt mir das Image der Schweizer Bauern in der Bevölkerung schwer zu denken. Wo bleibt eure Werschätzung? Sämtliche Landwirte würden sofort auf alle Direktzahlungen verzichten, wenn sie für ihre Produkte einen - dem Schweizer Lohnniveau angemessenen (!) - Preis erhalten würden. Liebe Kosumenten, ihr müsst relativieren: Landwirt zu sein bedeutet wenig Ferien und Freizeit, starke Reglementierung und Kontrolle, Abhängigkeit von Wind, Wetter und Topographie und dies mit einem Verdienst, der für mehrere Familienmitglieder, Löhne und imense Investitionen herhalten muss.

  • ich bin kein bauer am 24.03.2011 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    keine ahnung

    dazu fällt mir nur eine aussage einer jungen frau die gerade einen 2 wöchigen landdienst hinter sich hatte. "die milch von der kuh schmeckt mir gar nicht. diejenige welche die migros macht schmeckt mir viel mehr". sorry leute da sieht man wie viel ahnung der schweizer bürger noch von der landwirtschaft hatt. darum behaltet eure neunmalklugen kommentare für euch. arbeitet errst mal in der saison 2-3 monate auf einem bauernhof. und zum einkommen von 70000.-. rechnet diese summe durch 365 tage dann durch 12 stunden. das ergibt 15.98chf in der stunde. das noch durch zwei familienmitglieder.

  • Papierlischweizer am 24.03.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fairtrade auch in der Schweiz

    Dass die Schweizer Bauern einen Versorgungsauftrag zu erfüllen haben, sei hier nur am Rande erwähnt. Wenn wir nicht bereit sind, die reellen Kosten unserer heimischen Nahrungsmittelproduktion zu berappen, muss der Staat mittels Subventionen die den Produzenten entstehenden Verluste eben ausgleichen. Wenn man die Gewinne z.B. einer Emmi anschaut, wären sicher noch ein paar Rappen mehr für die Bauern drin. Alle betonen gerne, sie schauen wo es geht auf Fairtrade. Nur nicht bei unseren eigenen Produkten. Irgendwie nicht ganz konsequent, wir lieben Konsumenten.

  • Bäuerin am 24.03.2011 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Anti Bauern

    Liebe Anti Bauern. Kauft doch Euer Fleisch oder sonstige Produkte im Ausland. Es soll einfach nie wieder einer von Euch jammern wenn im Fernsehen über Massenhaltung und schlechte Tierhaltung berichtet wird. Genau ihr schreit dann am lautesten. Ihr wollt immer billigere Produkte. Wir sind stolz auf unsere Ställe mit Auslauf,oder das die Kälber noch im Stroh liegen können. Was glaubt ihr eigentlich was so ein Betrieb kostet. Sprecht doch mal persönlich mit einem Bauern anstatt Unwahrheiten zu schreiben. PS: Denkt dran über welche Land ihr Ski fahren, wandern oder biken könnt. Wir pflegen es!!!

    • Beobachter am 24.03.2011 22:23 Report Diesen Beitrag melden

      Ja genau - Skifahren auf Fr. 500000.-

      genau über das Land mit 500000 Fr Subventionen. Und all die neuen Ställe mit Auslauf, Traktoren, Mähdrescher, etc bezahlet jeder selber - genau wie der KMU der sein Produkt am Markt verkaufen muss und nicht beim Bund gegen fixes Entgeld abgeben kann (das wären dann eben Subventionen).

    • Landfrau am 25.03.2011 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      an Beobachter

      Lieber Beobachter. Ich habe auf einem KMU oder privatem Areal keinen Zutritt. Wenn unser Land schon öffentlich ist und wir es nicht nur für uns, sondern auch (für Euch) erhalten und pflegen dann haben wir auch ein Recht auf Beiträge!! Der KMU erhält für seine Produkte oder Arbeit auch seinen Lohn. Bezahlt uns ! faire Preise (Zwischenhandel) und dann brauchen wir die Subventionen nicht. Die Angestellten der Stadt für Grünanlagen haben auch Ihren Lohn. Und 500'000 haben wir höchstens als Schulden auf der Bank. ( Wir haben sogar 1,2 Millionen Schulden falls es dich Interessiert) Nur keinen Neid

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  • Koni Weber am 24.03.2011 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Andere machen es billiger,

    sogar in der Schweiz. Viele Jungbauern wären froh um einen leeren Hof. Zudem ist es kein Menschenrecht, Bauer zu sein. Ich erwarte auch nicht, dass ich mein Hobby zum Beruf machen kann und der Steuerzahler den Lohnverlust kompensiert.

    • Hans S. am 24.03.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Hobby

      Ach Bauer zu sein ist also ein Hobby ?

    • Koni Weber am 24.03.2011 18:48 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, wenn Sie so wollen.

      Zumindest wenn wir erst dann von "Beruf" sprechen, wenn dieser die grosse Mehrheit dieser Berufsgattung auch ernähren kann. Ich würde vielleicht auch lieber Fasnachtsmasken herstellen als Fenster, deswegen erhalte ich aber keine Subventionen.

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