Mobilezone

22. Februar 2019 11:32; Akt: 22.02.2019 11:32 Print

Handykunden nervt der 100-Franken-Gutschein

von B. Zanni - Mobilezone bietet Kunden 100-Franken-Gutscheine an, wenn sie zu Hause einen Makler empfangen. Das stört Konsumentenschützer.

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An der Kasse bot ein Mobilezone-Verkäufer einer Kundin an, den Betrag für eine SIM-Karte mit einem 100-Franken-Gutschein zu verrechnen. Gleichzeitig machte er sie darauf aufmerksam, dass sie im Gegenzug mit einem verbindlichen Termin für eine Versicherungsberatung von Global Sana einverstanden sein müsse. Die Kundin unterschrieb und verliess das Geschäft mit neuer SIM-Karte und zwei Franken mehr im Portemonnaie. Hätte sie den Termin nicht wahrgenommen, wäre ihr der Gutschein verrechnet worden. Wenige Tage später empfing die Frau einen Makler von Global Sana bei sich zu Hause. Erfolglos versuchte er, ihr während des einstündigen Beratungstermins eine Zusatzversicherung zu verkaufen. Bei der Stiftung für Konsumentenschutz SKS ist zurzeit eine Handvoll solcher Fälle bekannt. Cécile Thomi, Leiterin Recht beim Konsumentenschutz, kritisiert das Angebot scharf. Die Kunden fühlten sich überrumpelt. «Es ist höchst fragwürdig, wenn ein Telecomshop seine Kunden an der Kasse Verträge für die Vermittlung von Versicherungen unterschreiben lässt», sagt Thomi. Die Gutscheine sind nicht im Sinne des Krankenkassenverbands Santésuisse. Die Krankenversicherer bemühten sich um möglichst hohe Qualität bei den Vermittlern, sagt Santésuisse-Sprecher Matthias Müller. «So wollen wir beispielsweise, dass niemand ohne Vorwarnung per Telefon kontaktiert wird.» Auch sollten Kunden nicht quasi zu einem Termin gedrängt werden. «Mit der Aussicht, 100 Franken sparen zu können, geht das in diese Richtung», sagt Müller.

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Eine Mutter schloss für ihre beiden Kinder beim Schweizer Telecomspezialisten Mobilezone kürzlich ein Handy-Abo ab. Für 98 Franken brauchte sie zudem eine SIM-Karte. An der Kasse bot ihr der Verkäufer an, den Betrag mit einem 100-Franken-Gutschein zu verrechnen. Gleichzeitig machte er sie darauf aufmerksam, dass sie im Gegenzug mit einem verbindlichen Termin für eine Versicherungsberatung von Global Sana einverstanden sein müsse. Die Kundin unterschrieb und verliess das Geschäft mit neuer SIM-Karte und zwei Franken mehr im Portemonnaie.

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Wenige Tage später empfing die Frau einen Makler von Global Sana bei sich zu Hause. Erfolglos versuchte er, ihr während des einstündigen Beratungstermins eine Zusatzversicherung zu verkaufen. Hätte sie den Termin nicht wahrgenommen, wäre ihr der Gutschein verrechnet worden.

«Höchst fragwürdige Verträge an der Kasse»

Der Stiftung für Konsumentenschutz SKS ist zurzeit eine Handvoll solcher Fälle bekannt. Cécile Thomi, Leiterin Recht beim Konsumentenschutz, kritisiert das Angebot scharf. Die Kunden fühlten sich überrumpelt. «Es ist höchst fragwürdig, wenn ein Telecomshop seine Kunden an der Kasse Verträge für die Vermittlung von Versicherungen unterschreiben lässt», sagt Thomi. Auch nicht direkt betroffene Kunden stören sich am Gutschein. «Mobilezone ist für mich gerade gestorben», twitterte ein User. Eine solche Geschäftspraktik dürfe nicht unterstützt werden.

Global Sana führt auf ihrer Website 18 Partner auf, darunter auch Krankenversicherer wie Sanitas, Visana, CSS und Helsana. Das Problem greift laut Thomi noch viel weiter. Es stelle sich die Frage, ob Krankenkassen die Gelder der Prämienzahler missbrauchten. «Nicht akzeptabel wäre, wenn Krankenkassen Prämiengelder aus der Grundversicherung dafür einsetzen würden, damit Anbieter, die nichts mit dem Gesundheitswesen zu tun haben, ihnen zu Kundschaft verhelfen.» Ebenso inakzeptabel sei auf der anderen Seite, Kunden an der Kasse mit generell branchenfremden Angeboten zu überrumpeln.

«Global Sana will Kunden nicht belästigen»

Manzur Tan, Leiter Marketing und Vertrieb bei Global Sana, sagt, dass sich die Firma an die Branchenvereinbarung von Santésuisse halte und deshalb keine telefonischen Kaltakquisen mache. Dabei handle es sich um Anrufe ohne Absprache oder Geschäftsbeziehung. Global Sana suche deshalb immer wieder neue Wege, um Beratungsgespräche führen zu können, sagt Tan. «Viele Makler belästigen die Kunden mit nervigen Call-Center-Anrufen, von denen wir uns vehement distanzieren.» Stattdessen nutzten sie die Gutscheine als Weiterempfehlungsmarketing. «Wir wollen die Kunden nicht mit Kaltakquisitionen und Telefonanrufen verärgern.»

Laut Tan bezahlt Global Sana den Beratern einen angemessenen Fixlohn. «Bei einem Vertragsabschluss mit Zusatzversicherung erhalten die Berater je nach Leistung eine Provision von mindestens 40 Franken», sagt Tan. Unter Verkaufsdruck stünden die Makler nicht. «Sie müssen nicht um jeden Preis einen Vertrag abschliessen, um überleben zu können.»

Gregor Vogt, Leiter Marketing und Kommunikation bei Mobilezone, begründet den Gutschein mit einem zusätzlichen Service für die Kunden. Diese erhielten bei Mobilezone eine unabhängige Beratung für ihr Handy, TV und ihren Internetvertrag. «Global Sana bietet eine solche Beratung für entsprechende Versicherungsverträge an.» Finanzielle Informationen über ihren jährlichen Geschäftsbericht hinaus lege Mobilezone nicht offen.

«Wussten nichts von der Praxis»

Die Gutscheine sind nicht im Sinne des Krankenkassenverbands Santésuisse. Die Krankenversicherer bemühten sich um möglichst hohe Qualität bei den Vermittlern, sagt Santésuisse-Sprecher Matthias Müller. «So wollen wir beispielsweise, dass niemand ohne Vorwarnung per Telefon kontaktiert wird.» Auch sollten Kunden nicht quasi zu einem Termin gedrängt werden. «Mit der Aussicht, 100 Franken sparen zu können, geht das in diese Richtung», sagt Müller.

Krankenkassen, die Partner von Global Sana sind, sind über die Gutscheine zudem nicht informiert. «Wir wussten von der Zusammenarbeit mit Mobilezone, nicht aber von dieser Praxis», sagt Helsana-Sprecher Stefan Heini. Sie würden nun mit Global Sana das Gespräch suchen.

«In vereinzelten Fällen gibt es schwarze Schafe»

Der Verband Santésuisse kämpft mit seiner Branchenvereinbarung schon lange gegen Kaltakquisen. Der Verband fordert, diese Standards für Grund- und Zusatzversicherungen gesetzlich zu verankern. So verfolgt der Verband das Ziel einer Einsparung im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, indem die Finanzierung der Kosten von Kaltakquisen gestrichen und die Finanzierung der Provisionskosten der Vermittler limitiert wird.

Laut Müller arbeiten Krankenversicherer korrekt, transparent und kundenfreundlich. «Allerdings können wir – wie in allen Bereichen auch – nicht gänzlich ausschliessen, dass es in vereinzelten Fällen schwarze Schafe gibt.» Grundsätzlich sei es Sache des Versicherungsberaters, die Qualitätsstandards zu sichern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mister c am 22.02.2019 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts falsches!

    Wenn tatsächlich sachlich und klar an der Kasse auf das Gespräch verwiesen wird, dann liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen dieses Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Übernehmt auch mal Verantwortung für eure Entschiedungen!

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  • Jasmin G. am 22.02.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Angebot

    Habe mir soeben 35 Makler bestellt. Vielleicht behalte ich sie.

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  • Philippe R. am 22.02.2019 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Man kann ja nein sagen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MM am 23.02.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt das problen

    Ich verstehe die Aufregungen nicht? Niemand hat sie dazu gezwungen denn Gutschein annehmen, aber sie wollte sich die 100.- sparen.? Dann ist alles OK.

  • Markus am 23.02.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top!!

    Ich sehe überhaupt nicht ein, wo das Problem liegt. 100CHF um ein bisschen beraten zu werden und selbst dann hat man noch die Macht JA oder NEIN zum Angebot zu sagen!!! Viele Leute bezahlen sowieso viel zu viel weil sie ihre Krankenkasse vor X Jahren abgeschlossen haben. Da sehe ich absolut nichts falsches an einer Beratung um ein neues Angebot zu erhalten! Lieber so als lästige Anrufe.

  • Babayaga am 23.02.2019 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz Einfach

    Den Vertrag unterschreiben, 100 CHF kassieren und den Makler 1 Stunde lang labern lassen, sich aber im Vorfeld darauf vorbereiten in jedem Fall Nein zu sagen und auf keinen Fall eine Versicherung abzuschliessen. Man braucht einfach ein bisschen Standhaftigkeit, so dass man sich nicht überreden lässt. So labert der Berater eine Stunde für nichts. Wenn das genung Leute machen und nie einer einen Vertrag unterschreibt, hören sie von selbst damit auf. Man muss die Versicherungsgeier ausnehmen wo man kann, sie versuchen ja schliesslich das selbe mit dir und da ist sowas nur fair.

    • Th. Meier am 23.02.2019 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      Super Nebeneffekt: Ruhe!

      Genau, das beste ist, dass du danach in Ruhe gelassen wirst. Die notieren das wohl à la "resistente, unrentable Person". Soviel lernen die Heinis also doch.

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  • Pufadus am 23.02.2019 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fair

    100.- für 1h Hütedienst von einem Quengelkind - Fair.

  • M.N. am 23.02.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Professionelle Beratung

    Ich bedanke mich für die professionelle Beratung durch einen Berater E.L. der Global Sana. Auch für den Gutschein von Mobilezone bedanke ich mich herzlich. "Was will man mehr"

    • Mm am 23.02.2019 20:49 Report Diesen Beitrag melden

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      Arbeiten si auch fpr global sana ? :) es klibgt nach Werbung

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