Plagiatvorwürfe

20. März 2011 08:51; Akt: 20.03.2011 09:51 Print

Guttenberg entschuldigt sich bei Redaktorin

In einem Brief bittet der zurückgetretene deutsche Verteidigungsminister eine Journalistin der «NZZ am Sonntag» für das unerlaubte Abschreiben aus ihrer Arbeit um Verzeihung.

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Stolperte über vielfache Plagiate in seiner Dissertation: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

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Der zurückgetretene deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich bei Klara Obermüller, Autorin der «NZZ am Sonntag», entschuldigt. In einem Brief an die Journalistin schreibe zu Guttenberg: «Sehr geehrte Frau Obermüller, beim Verfassen meiner Dissertation habe ich Ihren Text 'Gott hat keinen Platz in der europäischen Verfassung' genutzt und daraus Teile wörtlich übernommen, ohne Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise zu kennzeichnen. Ich möchte mich hierfür aufrichtig bei Ihnen entschuldigen.»

Der Ex-Minister geriet ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit und der Wissenschaft nachdem bekannt wurde, dass Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben waren. Eine der ersten, die auf ein Plagiat in seiner Dissertation stiess, war Obermüller. Sie machte dies publik und brachte damit den Stein noch mehr ins Rollen. Der Artikel der Autorin aus der «NZZ am Sonntag» vom 22. Juni 2003 gehörte zu den ersten Beweisen, dass der frühere deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seine Dissertation mehrheitlich abgeschrieben hatte.

Der Artikel befasste sich mit der Frage, ob der Verzicht auf die Anrufung Gottes in der europäischen Verfassung richtig sei. Zu Guttenberg hatte anfänglich alle Plagiatsvorwürfe weit von sich gewiesen. Nachdem aber immer mehr Stellen aufgetaucht waren, die nicht aus der Feder des adeligen Politikers stammten, musste er sein Amt schliesslich abgeben.

(oku)