SVP-Kampfwahl

14. Dezember 2011 10:23; Akt: 14.12.2011 11:22 Print

Haben diese Herren noch einen Stich?

Die wählerstärkste Partei wollte bei der Bundesratswahl einen zweiten Sitz erobern. Nach der Wahl von Widmer-Schlumpf hilft der SVP nur noch ein Wunder.

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Blocher, Baader, Rime und Brunner: Was heckt die Parteiführung hier aus? (Bild: Keystone)

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Die SVP ist in der Kampfwahl gescheitert. Die in der Sünneli-Partei ungeliebte Eveline Widmer-Schlumpf ist vom Parlament als Bundesrätin bestätigt worden. Was jetzt? Hat die SVP noch einen Trumpf im Ärmel?

Wenig deutet darauf hin, dass die wählerstärkste Partei bei dieser Bundesratswahl noch einen zweiten Bundesratssitz erobern kann. Die SVP hat verschiedentlich angekündigt, auch die FDP-Sitze anzugreifen. Allerdings nur, wenn die FDP sich nicht voll und ganz hinter die Konkordanz stelle und bei der Wahl gegen Widmer-Schlumpf die SVP nicht zu hundert Prozent unterstütze.

Geeinte FDP bringt SVP in Zwickmühle

Die 104 Stimmen, welche die SVP-Kandidaten Hansjörg Walter und Jean-Francois Rime erhielten, zeigen aber: Die FDP hat sich an die Konkordanz gehalten. Das erklärte auch die Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala gegenüber SF. Trotzdem hat die Partei nach der Wiederwahl von Didier Burkhalter den Grossangriff angekündigt und greift mit ihrem Kandidaten Rime die beiden SP-Sitze und den FDP-Sitz von Schneider-Ammann an.

Die Chancen sind wie seit gestern Nachmittag - beinahe null. Zwar hat sich die SP bereit gezeigt, die SVP in einem allfälligen Kampf um den Sitz von FDP-Bundesrat Schneider-Ammann zu unterstützen – bis gestern Nachmittag. Denn die SP setzte der SVP ein Ultimatum, welches die Partei verstreichen liess. Die Sozialdemokraten werden den auch schon als farblos bezeichneten FDP-Mann nun unterstützen.

Für eine Wahl für einen zweiten Sitz ist die SVP zudem auf die Unterstützung von SP, CVP und Grünliberalen angewiesen. Doch keine der Parteien hat sich auf die Seite der derzeit angeschlagenen Partei gestellt. Mitte-links zeigte im Vorfeld der Wahl grosse Eintracht. Nach dem angekündigten Grossangriff auf die letzten drei Sitze hat sich nichts geändert.

Der SVP hilft nur noch ein Wunder – oder ein strategischer Schachzug. Wie dieser Aussehen könnte, weiss derzeit niemand. Am Vorabend der Wahlen gab sich Parteipräsident Toni Brunner kämpferisch. «Es ist nicht so, dass alles schon gelaufen ist. Sie täuschen sich.» Nach der Wahl der im Parlament beliebten Widmer-Schlumpf scheint sich eher Toni Brunner getäuscht zu haben.

(uwb/meg)