Neue Masche

24. Mai 2018 11:47; Akt: 24.05.2018 12:03 Print

Horrende Rechnung wegen gehacktem WLAN

Cyberkriminelle sind in Netzwerkgeräte von Privatkunden eingedrungen. Unbemerkt verursachen sie hohe Kosten.

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Der Betrug geschieht meist unbemerkt: Hacker betreiben kostenpflichtige Telefonanschlüsse im Ausland. Die Kriminellen dringen dann in fremde Netzwerkgeräte ein, um ohne das Wissen der Besitzer solche Telefonnummern anzuwählen. So kassieren die Hacker überhöhte Gebühren ab. In zwei Fällen erleichterten unbekannte Betrüger im deutschen Bundesland Hessen Privatpersonen um 50'000 Euro.

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In diesem Monat hat die deutsche Telekomaufsicht 12'000 solche missbräulichen Telefonverbindungen zu ausländischen Rufnummern registriert und veröffentlicht, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Das Ausmass der Hackerangriffe auf private Netzwerkgeräte ist neu, jedenfalls in Deutschland.

Erste Fälle in der Schweiz bekannt

In der Schweiz ist es Hackern in jüngster Zeit ebenfalls gelungen, in Netzwerkgeräte von Privathaushalten einzudringen. Die Swisscom bestätigt mehrere Fälle. Die Hacker seien jedoch erfolglos geblieben. Die gemeldeten Ereignisse «stellten sich bisher immer als Schwachstellen in Geräten heraus, die durch Kunden verwaltet werden», sagt Swisscom-Sprecher Armin Schädeli.

Auch die Kantonspolizei Zürich bestätigt einzelne Fälle von gehackten Netzwerken. Wie ein Polizeisprecher gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte, sei es jedoch zu keinen Strafanzeigen gekommen. Die Zahl der Meldungen sei «auf tiefem Niveau zunehmend». Bei der Kantonspolizei Bern hätten sich bisher keine Personen gemeldet, deren Netzwerke von Cyberkriminellen gekapert wurden.

Das Telecomunternehmen UPC hat keine Kenntnis von geschädigten Kunden. Sunrise teilt mit, das Unternehmen erkenne mögliche Angriffe früh und blockiere die betroffenen Anschlüsse.

Oft nicht ausreichend geschützt

Den Hackern spielt in die Hände, dass viele Schweizer die Sicherheit ihrer Geräte auf die leichte Schulter nehmen. Die Softwarefirma Avast hat hierzulande 90'000 Netzwerke mit 350'000 angemeldeten Geräten untersucht. Dabei kam heraus, dass 40 Prozent der Router, 8 Prozent der Drucker und 6 Prozent der Webkameras ungeschützt sind.

Privatnutzer in der Schweiz haben es selbst in der Hand, Hackern einen Angriff auf heimische Netzwerkgeräte zu erschweren. Telecomanbieter und Behörden geben drei Ratschläge: Die Nutzer sollen dafür sorgen, dass das Betriebssystem ihrer Router stets auf dem neusten Stand ist. Bei Aktualisierungen stopfen die Hersteller auch Sicherheitslücken.

Weiter sollten Anwender den Zugang zum drahtlosen Internet mit einem Passwort schützen. Drittens sollten die Konsumenten die Zugangsdaten für den Administrator des Routers ändern. Die gängigen Werkseinstellungen wie «admin» für den Benutzernamen und «0000» für das Passwort sind ungeeignet.

(bus)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Meier am 24.05.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Keine einfache Technik

    Natürlich ist es einfach die Verantwortung auf den Benutzer zu legen. Aber mal ehrlich, die wenigsten kennen sich mit solchen Dingen doch wirklich aus. und die Benutzeroberflachen sind meisten von Profis für Profis gemacht. Auch wenn ich einem Profi über die Schultern schaue, da geht doch vieles nach dem System "Try and Error" ab. Wie bitte soll den da ein Laie nachkommen.

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  • Ken-Guru am 24.05.2018 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Null Problemo

    Also bei meinem Anbieter, kann ich das vorgegebene Passwort nicht ändern beim Router. Somit sehe ich mich dann auch nicht in der Verantwortung, wenn mein WLAN gehackt wird.

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  • Dave74 am 24.05.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig "ändern"

    Ich bin schlau und habe mein Passwort von 0000 auf 0001 geändert. Mhmmm. :D

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 25.05.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    ne nur nicht

    ich nutze kein WELAN und somit erledigt sich das.

  • Dipl. Inf. Peter Pan am 25.05.2018 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung aber grosse klappe

    Neue Masche? Mit analoger Telefonie wäre das nicht passiert?? Ihr habt ja sowas von KEINE AHNUNG :-). Ist einer der ältesten "Hackertricks"...

    • Penumbra Noctis am 25.05.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

      Dialer

      Dachte auch zuerst, die 1990er haetten angerufen und wuerden ihre gehackten Dialer zurueckhaben wollen...

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  • Oskar am 25.05.2018 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp!

    Hab auch keine ahnung. Aber ich hab bei Swisscom einen Spezialisten kommen lassen, der sehr kompetent klang und alle Sicherheitseinstellungen für mich durchführte. Sehr zu empfehlen!

  • Daisydream am 25.05.2018 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich auch

    Ich halte es wie Herr Schneider-Ammann, ich lasse mein Wlan nicht rumliegen:)))))

    • pee steiner am 25.05.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daisydream

      ja ... ich muss auch immer aufpassen ... kürzlich hab ich mein wlan verlegt, da hab ich ne halbe stunde gesucht, bis ich das ding wieder gefunden hab!

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  • Neni am 25.05.2018 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Verantwortlich ist der Betreiber. Wer das nicht will, soll sich mit einem Kabel RJ45 vernetzen. Jedoch würde ich keine 50000 zahlen und sofort meinen Rechtsschutz einschalten.

    • Robert am 25.05.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      warum RJ45?

      "Wer das nicht will, soll sich mit einem Kabel RJ45 vernetzen" ... Das klingt interessant - Details?

    • Perrl am 25.05.2018 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      Das ist ein normales Netzwerkkabel, die bei den meisten Geräten als Steckbuchse vorhanden sind. Ist aber nicht immer möglich, da der Router und das Endgerät meistens weit von einander Betrieben werden.

    • Dremer1 Dreamer2 am 25.05.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Dreamer

      ...und das RJ45 kann man dann nich Häcken.... Du Oberguru?

    • Paul Richter am 25.05.2018 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Elektriker

      @Robert. Nur die Stecker und Steckbuchsen werden RJ45 genannt. Das Kabel selber hat einen anderen Namen zB. cat 5e Datenkabel

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